Wahrnehmung
Wir nehmen Dinge wahr vermöge unserer Sinnlichkeit. Aber was wir wahrnehmen sind nicht die Dinge selbst, das Auge schafft das Licht und das Ohr die Töne. Sie sind außer uns nichts. Wir leyhen ihnen dieses. Eben so ist es mit dem Raum, und der Zeit. Auch wenn wir die Existenz Gottes nicht fühlen, beweisen können wir sie nicht. Alle diese Dinge führen auf eines hinaus. Es ist aber nicht möglich sich hiervon ohne tiefes Dencken zu überzeugen. Man kan Kantische Philosophie in gewissen Jahren glaube ich so wenig lernen als das Seiltanzen.
Georg Christoph Lichtenberg, Sudelbücher, J 1143