Das Internet-Manifest

3. Das Internet ist die Gesellschaft ist das Internet.

Für die Mehrheit der Menschen in der westlichen Welt gehören Angebote wie Social Networks, Wikipedia oder Youtube zum Alltag. Sie sind so selbstverständlich wie Telefon oder Fernsehen. Wenn Medienhäuser weiter existieren wollen, müssen sie die Lebenswelt der Nutzer verstehen und sich ihrer Kommunikationsformen annehmen. Dazu gehören die sozialen Grundfunktionen der Kommunikation: Zuhören und Reagieren, auch bekannt als Dialog.

Das hätten die wohl gerne. So selbstverständlich wie Telefon oder Fernsehen? So selbstverständlich wie SPAM. Wer einmal von einem Facebook-Mitglied eingeladen wurde, sein Freund zu werden und dieser Einladung nicht gefolgt ist, weiß wovon ich schreibe.

Ein Manifest kann jeder aufstellen. Das besagt noch nichts. Vor allem besagt es nichts über die Richtigkeit der aufgestellten Thesen.Und die internet-blog-übliche Kommentiererei zeigt auch etliche Schwächen:

Bei aller berechtigten Kritik am herkömmlichen Journalismus zeigt sich hier doch auch die negative Seite der Blog-Szene, der hemmungslose Subjektivismus: Da wird vieles einfach mal hingerotzt, ohne Respekt für die Arbeit der Verfasser des Manifests – nach dem Motto: Jeder darf mal, egal was er zu bieten hat. Das macht die Auseinandersetzung mit dem wichtigen Thema der Zukunft des Journalismus nicht eben leichter.

schreibt die Frankfurter Rundschau dazu.

Mir gefällt nicht, daß sich da jeder GerneGroß als "Gegen-Journalist" und "Besser-Journalist" ausgibt, ohne auch nur eine ausgerpägte Ahnung von Recherche, Grundwissen, Allgemeinbildung, Politischer Bildung und Geschichtskenntnissen zu haben.