Wie nah am Geschehen war Herr von Beust,

wenn er im ersten Interview nach seinem Rücktritt meint, trotz ständig steigender Herausforderungen und selbstgeschaffener Miseren wiederhole sich ein Berufspolitiker irgendwann nur noch?

Kein Wunder, daß da Beustverdrossenheit aufkommt, bei solch dünnen Brettern, die er sägt.

Wo bitte hat er die letzten Jahre seiner vom Bürger bezahlten Tätigkeit verbracht? Im HeiterenBerufeRaten???

Kein Wunder, daß da Beustverdrossenheit aufkommt, bei solch dünnen Brettern, die er sägt.

Quelle: Die FAZ

Was ist schon StreetView gegen den Hamburger CDU-Senat?

Anatol Stefanowitsch nimmt Stellung für Google StreetView:

Und Google Street View ist keine Verletzung irgendeiner Privatsphäre, sondern eine weltweite Nutzbarmachung einer der wenigen Ressourcen, die heute noch der Allgemeinheit gehören: dem öffentlichen Straßenbild.

Und ich spinne den Gedanken weiter:

Warum wehren sich alle diese Menschen, die jetzt so neunmalklug protestieren, die ihren Wohnplatz aus Google StreetView darausgeschwärzt haben wollen, weil es ihre Privatsphäre verletze, warum also wehren sich diese Menschen nicht gegen die InBeschlagNahme des öffentlichen Straßenbildes durch überhandnehmende Werbung?

Warum lassen diese Leute es zu, daß an jeder Kreuzung gleich 4 Werbeschilder plaziert werden (wie hier auf einem älteren Panorama eines an “meiner” Ecke zu sehen ist) , warum lassen diese Leute es zu, daß jedes Bushaltehäuschen eine einzige Werbefläche ist (hier “meine”  Bushaltestelle) , jede Ecke mit beleuchtbaren Litfaßsäulen (= innovatives Stadtmobiliar) zugestellt wird?

Die ganze Stadt ist einem Vertrag zwischen der Stadt Hamburg und der Firma JCDecaux Deutschland GmbH zum Opfer gefallen, das Stadtbild ist verkauft, unsere visuelle Selbstbestimmung ist verlorengegangen, das Besondere fällt dem Gleichmaß zum Opfer, und sicherlich hat auch irgendwer wieder die Hand aufgehalten (oder einfach nur versprochen bekommen, daß vor seinem Wohnsitz keine Werbeflächen aufgestellt werden) …

15 Jahre sollen wir uns das ansehen! Eine Schande!

Was ist Google StreetView gegen den Hamburger CDU-Senat?

Es brennt, meint das Abendblatt

Im Leitartikel vom 28. Mai 2010 kommt das Abendblatt zu dem Schluß:

Wenn das so weitergeht, kommt der Brandschutz für Hamburgs Kultur viel zu spät. Weil es in allen Ecken schwelt.

Deutliche Worte.


Wenn es brennt…

muß man löschen. In Hamburg hingegen schließt man dann Museen.

Erst die Galerie der Gegenwart für wenige Monate, jetzt das Altonaer Museum für zweieinhalb Jahre.

Auch hier wieder Brandschutz als vorgeschobener Grund.

Wer sind hier die Brandstifter?

Doch wohl dieser unselige Senat, der das Tafelsilber der Stadt verkauft, Krankenhäuser zum Beispiel, die nicht mal bezahlt sind vom Käufer, für deren Minus-Bilanz aber doch wieder die Stadt einstehen soll, dieser Senat, der meint eine HSH Nordbank mitbegründen zu müssen und deren Vorstand mit hochkriminellen Herrschaften bestücken zu müssen …

Zu  anderen Zeiten hat man solche “Stadtherren” geteert und gefedert und dann aus der Stadt gejagt.

Durchgebrannt oder durchgeknallt?

Hamburger Museen sind chronisch unterfinanziert.

Die Hamburger Kunsthalle / Galerie der Gegenwart reduzierte die Sonderausstellungen. Die Hamburger Kunsthalle /Galerie der Gegenwart reduzierte das Personal.
Die Hamburger Kunsthalle / Galerie der Gegenwart wird für mehrere Monate geschlossen.

Die Hamburger Kulturbehörde hat gelernt. Wenn es Probleme gibt, ist die Bausubstanz oder die Baufirma etc. dran schuld.

Also ist die Galerie der Gegenwart wegen defekter Brandschutzklappen monatelang geschlossen.

Die “Regierung” von Beust mit Frau von Welck (parteilos) und Konsorten hat dermaßen abgewirtschaftet und wirtschaftet die Stadt noch in die Pleite. Arm an Geist ist sie schon.

Ein Schiff wird kommen…

und wenns nur eins mit Streusalz ist, aber wir Hamburger freuen uns ja schon über alles…

Fast könnte  man meinen, wir Hanseaten hätten auch eine schwarzgelbe Koalition und Guido hätte uns was von dem zentralen Streusalzlager seines unbekannten Spenders abgegeben..

IKEA als Erlösung aus der Misere der Stadtplanung?

Die Neue Große Bergstrasse wäre das Sorgenkind der Stadtplaner in Hamburg-Altona so es denn Stadtplaner in Hamburg-Altona gäbe.

Die Straße verslumt, die Bevölkerung schrumpft, das Prekariat wächst (schreibe ich mal so) und der Kleinhandel schrumpft oder geht ein.
Künstler wurden als Zwischenmieter / – Zwischennutzer in einem leerstehenden Kaufhausgebäude geladen und sind inzwischen wieder ausgeladen.

Das Kaufhausgebäude ist eine Wirtschafts-Ruine. Karstadt war mal drin.

Und was plant man in Hamburg-Altona?

Da man ja hiererorts unter Stadtplanung Wirtschaftsunterwerfung versteht, nimmt man diese Brache nicht als Chance, durch neue Wohnbebauung wieder Menschen in das Viertel zu holen, die Bevölkerungsstruktur zu vitalisieren, nein man handelt schlicht nach der dummen Devise: "wo ein Kaufhaus drin war kommt auch wieder ein Kaufhaus rein" und kommt auf diese erstaunliche Idee, IKEA in die Innenstadt von Hamburg-Altona zu holen.

Solange man noch glaubte, den Menschen etwas vorflunkern zu können, wollte man weismachen, es käme nur die Kleinteil- und Geschenkartikel-Abteilung von IKEA nach Altona und die Kunden würden selbstverständlich alle mit der S-Bahn anreisen…

Zu IKEA mit der S-Bahn???
Zugegeben, als IKEA in Moskau eröffnete, kamen Tausende Konsumwütige und Schaulustige mit der Metro und wanderten Kilometer über Schnee-Brache, standen Schlange, aber das war Moskau vor etlichen Jahren. Und dort ist es auch  längst nicht mehr so.

Noch nirgendwo auf der Welt hat IKEA in einer Innenstadt, in einem Wohngebiet ohne große Fläche eröffnet. Aber in Altona?

Ich bin ein bekennender Billy-Fan aber laßt die Kirche im Dorf und die Einkaufszentren für Groß-Artikel am Stadtrand!!

Hört auf, Sand in die Augen zu streuen.

Wie liederlich

eine Stadt verwaltet wird, zeigt sich auch an der Leichtfertigkeit, mit der die Stadtoberen die Museumssammlungen oder Teile davon auf den Markt werfen würden wenn sie könnten…

Die Hamburger Kunsthalle soll Gemälde verkaufen, um die Schulden zu decken.

Ja und irgendwann werden dann die leeren Museumswände zu Spar-Konzept-Exponaten.

Quelle: Hamburger Abendblatt, 8.12.2009

Wenn das Geld nicht für den Billigflieger nach Athen reicht,

schmeißt man halt die Molotow-Cocktails aus Rache für einen griechischen Jungen in Hamburg. So einfach ist das. Und so logisch.

ausgekotzt – die Liste zum Wochenende

  1. Streiken oder Schweigen?
    In Deutschland wie in anderen Ländern wird den Museen der Hals zugedreht, aber in Frankreich streiken die Museen dagegen, in Deutschland leiden sie schweigend.

    "Der Arbeitskampf richtet sich gegen Stellenabbau und das finanzielle Ausbluten des Kulturbetriebs in Zeiten der Krise. Während Deutschlands Kulturschaffende an Sparmaßnahmen schwer zu kauen haben, aber schweigen, üben sich die Kollegen in Frankreich in Protestkultur." berichtet die Frankfurter Rundschau aus Paris, das Hamburger Abendblatt listet die Auswirkungen der Sparbeschlüsse auf die Museumslandschaft in Hamburg auf,  wo eine falsche oder eine schlechte Politik die Umwandlung der Museen in Stiftungen sehr unprofessionell durchgepeitscht hat und nun die Auswirkungen dieser Fehlentscheidungen in den nächsten Jahren immer deutlicher werden werden.

  2. Waren es in Hessen früher emigrierte Juden, die in ihren Testamenten die hessische CDU mit Parteispenden bedachten, so hat sich der Herr Weimar, seines Zeichens hessischer Finanzminister, nun eine andere Tätergruppe ausgedacht: Rentner. Die von der Deutschen Bank zur Steuerhinterziehung durch Geldtransfer ins Ausland animierten Privatiers seien in großer Zahl Rentner gewesen, die kleine Summen exportierten und deshalb eine Steuerprüfung nicht lohnten.
    Die Frankfurter Rundschau zeigt den Abgrund an Steuerzahlerverachtung auf, der in Hessen herrscht, den Mangel an Demokratieverständnis und die gravierende Unkenntnis der eigenen Aufgabe,
    Es ist nicht Aufgabe eines Finanzministers, Vermögende zu schonen und rechtswidrig Steuerprüfungen zu verhindern, es ist Aufgabe eines Finanzministers fällige Steuern einzutreiben.
    Wer als "kleiner Mann" jahrelang vom Finanzamt wegen Summen von 2000 oder 3000 EUR drangsaliert wird, die nicht als Betriebsausgaben anerkannt werden, schüttelt da sowieso nur den Kopf.
    Es ist aber keine hessische Spezialität. Von den vielen Hamburger Vermögensmillionären wird auch niemand geprüft ….
  3. Wenn die Stadt"väter" den Boden unter den Füßen verlieren und großkotzig abheben, dann geht das auf Kosten der Kultur. Denn irgendwo muss man ja sparen.
    Mißmutig schreibt die Telepolis über die Stuttgarter Versuche, den Bahnhof zu vergraben und dabei zum Totengräber der Kultur zu werden.
     

Ein Drittel wäre schon zusammen…

Die Stadt Hamburg hat dem Maritimen Museum viel Geld gegeben. Soviel Geld, daß das alles gar nicht aufgebraucht wurde.
Rund drei Millionen Euro sind noch übrig.
Die plant man dem Stiftungsvermögen zuzuführen, verlautet es.

Abgesehen davon, daß die Stadt zwar Projekten Geld gibt, aber nicht stiftet und in Stiftungsvermögen nur Stiftungsgeld einfließen darf, ist das doch eine sehr erfreuliche Meldung:

1x Maritimes Museum und 1,5 x Herrn Nonnenmachers Abfindung = die 10 Millionen, die "einzusparen" sind, sind fast aufgebracht!  Ohne der Kultur ein Haar zu krümmen.

Quelle: Hamburger Abendblatt

Was sind 10 Millionen gegen 6 Milliarden

oder wer muß den Gürtel enger schnallen?

Frau Kultursenatorin (parteilos) meint, natürlich müsse man sparen. Immerhin kämen harte Zeiten auf Hamburg zu. 6 Milliarden Kreditlast.

Auffällig ist, daß Frau Kultursenatorin (parteilos) immer von "natürlich" spricht, dann braucht sie nämlich nichts begründen.

"Natürlich" müssen auch die Kulturschaffenden sparen.
Damit ist klar bewiesen, daß Banker keine Kultur schaffen.

Denn 2,5 Nonnenmacher sind ein Kultur-Haushalt-Einsparungs-Schnitt.

PS:

Frau Kultursenatorin (parteilos) schreib heute in der WELT und sprach auf Hamburg1.
 

Bewußt…los

"Wir entsprechen nicht dem klassischen Layout eines Museums. Aus wirtschaftlichen Gründen eines zuschussfreien Betriebes haben wir uns gemeinsam bewusst dagegen entschieden."

Das sagt der Leiter des Auswanderermuseums Ballinstadt in Hamburg.

Festzustellen ist, daß dieses Museum in Schwierigkeiten ist, nicht die gehypten optimistischen Besucherzahlen einfährt.
Festzustellen ist, daß die Freie und Hansestadt Hamburg für dieses Schaufensterpuppen-Event 6 Millionen dazugegeben hat.

Weiterlesen:BallinStadt bittet Behörde um Hilfe bei der Vermarktung

Ist Lesen gleich Lesen?

Da kündigt das Hamburger Abendblatt eine Lese-Offensive an.
Aber worum geht es? Um eine Lese-Ecke, in der dann das Hamburger Abendblatt ausliegt.

Und wer bezahlt das?

Das Hamburger Abendblatt macht den Wind: Das Hamburger Abendblatt spendet Lese-Ecken für Schulen.

Die Schulen stellen den Raum zur Verfügung.

"Paten" zahlen die Abos.

Macht das Sinn? Ich meine nein. Hier wird unter falscher Flagge gesegelt.
 

  1. Es geht hier um weiterführende Schulen.
    Das Lese-Vermögen muss aber in den ersten Lese-Jahren befördert werden.
    Nur liest ein Erstkläßler eben kein Hamburger Abendblatt.
     
  2. Zeitung lesen ist nicht das ganze Lesen. Lesekompetenz wird beim Zeitungslesen benötigt, aber nicht durch Zeitungslesen herausgebildet.

 

Wer liest, braucht etwas Ruhe. Einen Platz, der zum Verweilen einlädt, der eine schöne Leseatmosphäre schafft. Das Hamburger Abendblatt wird für weiterführende Schulen Hamburgs solche kleinen Oasen schaffen, in denen Schüler ihr Abendblatt täglich finden können. Wir stiften Lese-Ecken für Schulen.

Schul-Marketing nennt man das. Und das ist eigentlich nicht erlaubt. Verlogen bis dorthinaus.

Nachtrag: In anderen Branchen nennt man so ein Verhalten "Anfixen".

Und interessant ist, daß sämtliche Kommentare zu dem Artikel  (auch meiner natürlich) mitsamt Kommentarfunktion auf der Webseite entfernt wurden.

Da ist die Redaktion ja ganz nah am Geschehen!

 

Helmut Schmidt, an elder statesman

Aber seltsam, jetzt scheint plötzlich diese Welt, die in ihrem Bestand ja höchst gefährdet ist, verehrungs- und respektvoll vor diesem knochentrocken vernunftgenialen ehemals Ersten Angestellen der Republik sich zu verbeugen.

Und ihm als einem König Helmut I. beim Verkünden von Erkenntnissen à la „Zwei und zwei sind vier“ atemlos zu lauschen. Als seien’s alttestamentarische Prophetenorakel. Es wär’ zum Lachen, wenn es nicht vielleicht so ist, dass im Drama einer Zeit, in der die Grundrechnungsarten selbst höchstfinanzgestellten Persönlichkeiten zu hoch sind, der einzig Berechenbare ganz von selbst Majestät wird.

So schreibt Gerhard Stadelmaier in der FAZ. Und erweist damit H.S. Respekt. Oder ist es Häme?

Interessant finde ich nur, daß auch und vielleicht gerade die FAZ diese höchstfinanzgestellten Persönlichkeiten gerade doch zu ihrer eigenen Klientel zählt.