Eilmeldung! Sie habens kapiert?

Die Grünen kündigen die Koalition in Hamburg auf.

Das ist gut. Aber das gibt ihnen in meinen Augen die Wählbarkeit nicht zurück.

Auch wenn ich mich aus dem Sumpf befreie, habe ich mich doch in den Sumpf freiwillig begeben.

Wäre heute Wahl…

wie die Frage weitergeht, wissen Sie …

Es ist eine beliebte Frage des TagesJorunalismus  und aus den Antworten wird dann kaffeesatzartig die Wahlprognose errechnet.

Demzufolge wären die Grünen zur Zeit eine sehr starke Partei.

Aber gilt das auch für die Inhalte? Gilt das für die GAL in Hamburg?

Bei der Lektüre eines Artikels der FAZ  “Der große grüne Graben” stieg wieder die Wut hoch in mir. Wie sehr diese Partei ihr Mäntelchen nach dem Wind hängt, ihrer Basis ins Gesicht schlägt, das ist schon nicht mehr auszuhalten.

„Sind Sie dafür, dass bei den Überlegungen zur Zukunft des Buchenhofgrundstückes der ökologisch wertvolle Baumbestand durch konsequente Anwendung der Naturschutzgesetze gesichert wird?“

Nein, dies war nicht die Frage, ob der Bürger gegen das Abholzen eines Buchenwaldes stimmt (85% haben übrigends gegen das Abholzen gestimmt und sind dieser Finte nich auf den Leim gegangen), dies war die Frage, die als Gegenfrage FÜR DAS ABHOLZEN des Waldes auf dem Abstimmungsbogen gestellt wurde.

Diese Formulierung erfüllt alle Bedingungen des geplanten Betrugs, diese Formulierung kann nur Köpfen entspringen, denen es nicht um die Sache, um die Demokratie, um den Bürgerwillen geht, sondern nur noch um den eigenen Macht-Erhalt. Koste es was es wolle.

In diesem Fall eben die Glaubwürdigkeit.

Übrigens, liebe Grüne, die Stimmung im Volk ist keine Politikverdrossenheit, schon lange nicht mehr, das ist hilflose Politiker-Verachtung. Und soetwas ist hochexplosiv.

Hamburgs leere grüne Köpfe II

Ich habe am 5. 10. meinem Ärger in einer Mail an die Altonaer Grünen und an die Hamburger Grünen gesandt:

Sehr geehrte grüne Politiker,
ich bin zutiefst entsetzt über das Schweigen der Grünen zur aktuellen Kulturvernichtung in Hamburg.
Habt Ihr einen Maulkorb verpaßt bekommen?
Was denkt Ihr Euch eigentlich?

Stuttgart 21 oder Museumsstraße 23??????? Wo es nichts kostet, da ruft Ihr zu Mahnwachen auf, wo es darum geht, Haltung zu bewahren und den Bürgerauftrag auszuführen, da kneift Ihr und verkriecht Euch.

Meinen Unmut über Eure Politik habe ich auf http://www.kultur-banal.de formuliert.
Ich schäme für Euch, macht nur weiter mit Euren Straßenfesten …. C. Müller-Gödecke

am 14. Oktober bekam ich diese Antwort. Politiker-Gewäsch, meiner Meinung nach. Die sind schon sehr angekommen, diese Hamburger Grünen:

Liebe Connie Müller-Gödecke,

vielen Dank für Ihre Mail. Entschuldigen Sie bitte, dass die Antwort so lange auf sich warten ließ. Die Diskussion um die Sparpläne im Allgemeinen und insbesondere im Kulturbereich ist noch nicht abgeschlossen, weshalb wir noch keine endgültigen Aussagen treffen können.

Fest steht, dass kein Bereich grundsätzlich vom Sparen ausgenommen werden kann. Wir haben aber Kita und Schule, die Wissenschaft und die Kultur zum Schongebiet erklärt.

Vor Beginn der Haushaltsberatungen gab es zwei realistische Spar-Szenarien, die nun nicht umgesetzt werden. Das erste war die komplette Schließung des Schauspielhauses. Das zweite Szenario hätte ebenfalls ein Kettensägen-Massaker in der Kulturlandschaft bedeutet: die Schließung von gleich drei Museen (Altonaer Museum, Helms-Museum, Museum der Arbeit); und obendrein die Streichung aller Mittel für die Filmförderung (8 Millionen Euro pro Jahr). Wir sind froh, dass beide Sparszenarien abgewehrt werden konnten — auch durch unsere Intervention. Ohne die Einführung der Kulturtaxe hätte uns das nicht gelingen können.

Es gab noch weitere Vorschläge, die wir für falsch hielten und die so nicht kommen: Es wird keine Doppel-Intendanz für Schauspielhaus und Thalia-Theater geben. Auch die diskutierte Zusammenlegung von Wissenschafts- und Kulturbehörde wurde wieder verworfen.

Dennoch ist im Bereich Kultur nach unserer Meinung eine Menge schief gelaufen.

Zum Altonaer Museum:
Wir sind in Hamburg mit insgesamt 10 stadthistorischen Museen inklusive Außenstellen gut aufgestellt. Die Museen sind in der Stiftung historische Museen Hamburg zusammengefasst. In den vergangenen Jahren musste die Stiftung zweimal von der Stadt mit hohen Millionenbeträgen entschuldet werden. Die Sammlung des Altonaer Museums wird von anderen Museen abgedeckt, gleichzeitig hat das Museum nur durchschnittlich 30 voll zahlende Besucher am Tag – das ist sehr wenig und es ist auch schon ein jahrelanger Zustand. Daher rührte die Überlegung des Senats, den Standort zu schließen. Wir Grüne halten aber die Art und Weise, wie vor allem der Kultursenator mit einer beispiellosen Basta-Politik den Laden zum Jahresende dicht machen will, für falsch. Aus unserer Sicht muss sich der Senat mit den Betroffenen vom Museum an einen Tisch setzen und nach einer gemeinsamen Lösung suchen. Das haben wir in den vergangenen Wochen immer wieder auch öffentlich gefordert, und das wird auch passieren. Dass es nicht vor der Verkündung der Sparbeschlüsse geschehen ist, bedauern wir sehr.

Zum Schauspielhaus:
Wir waren erstaunt, dass das Schauspielhaus sagt, dass Kürzung von 1,2 Mio Euro die Hälfte des künstlerischen Etats ausmacht und milde gesagt verärgert darüber, dass die Kulturbehörde so etwas nur unzureichend mitteilt. Wir halten deswegen eine sofortige Kürzung auch nicht mehr für vertretbar, aber dennoch ist diese Zahl auch anderweitig erdrückend, denn bei 18 Mio Zuwendungen durch die Stadt plus Eintrittsgelder werden gerade mal 10 Prozent des Etats für die eigentliche Arbeit des Theaters verwendet. Auch hier muss der Senat mit den Zuständigen in Gespräch kommen und nach gemeinsamen und für alle verträglichen Lösungen suchen. Wir werden uns dafür einsetzen, dass ein Teil der Kulturtaxe dafür verwandt wird, unzumutbare Härten abzufedern.

Mit besten Grüßen

Julia Gause

GAL Hamburg
Assistenz der Geschäftsführung


Diese Argumentation ist doch äußerst dürftig.

ad 1)

Die Mär von den 30 Besuchern am Tag… ja, wenn alle Museen Kinder umsonst einlassen müssen, gibt es natürlich keine verkauften Eintrittskarten, die man zählen kann. Und wenn nur 1 Besucher am Tag Barnett Newmanns “Who is afraid of Red, Yellow and Blue” betrachteten, bliebe es doch ein großes Kunstwerk und gehörte nicht ins Magazin!
Das ist mit Verlaub eine dumme, populistische Argumentation

ad 2)

werden gerade mal 10 Prozent des Etats für die eigentliche Arbeit des Theaters verwendet.
Was soll denn dass nun wieder? Auch wenn man vielleicht hier und da einige Ausgaben straffen könnte, wer soll denn die eigentliche Arbeit des Theaters machen? Ehrenamtliche Philanthropen?

Nein, liebe Grüne, wer keinen Kulturbegriff hat (wie Ihr), der versteht auch rein gar nichts.
Ihr seid und bleibt eine kulturlose Partei.

Hamburgs leere grüne Köpfe

Je mehr ich über die Grünen in Hamburg und ihre erschreckende Kulturlosigkeit nachdenke, umso wütender werde ich.

Nirgends zeigen Sie Haltung, nirgends beziehen sie Stellung, bei der jetzigen Kulturdebatte sind sie gänzlich abgetaucht.

Seit 1978 die Grünen in Hessen zum ersten Mal zur Wahl antraten, habe ich diese Partei gewählt. Bis 2006.  Und seit die schwarzgrüne Koalition 2008 in Hamburg besiegelt wurde, konnte ich mich nur noch mit Entsetzen abwenden.

Ich richte jetzt mal ein offenes Wort an die Hamburger Grünen:

  1. Glaubt nicht, daß Ihr jemals wieder gewählt wird. Ihr tragt kräftig zur aktuellen Politiker-Verachtung (nicht Politik-Verdrossenheit) bei!
  2. Ihr reißt das Maul auf, wo es nichts kostet. Auf Eurer aktuellen Hamburger Seite ruft Ihr zur Mahnwache wg. Stuttgart 21 auf. Wo wart Ihr bei den Aktionen gegen die Schließung des Hamburger Museums? Da haltet Ihr das Maul und verkriecht Euch feige
  3. Durch Eure Korrumpiertheit laßt Ihr die Wähler im Stich und öffnet das Vakuum für Protestparteien und Populismus
  4. Schämt Euch!

Kuscheln mit Ahlhaus …

Hamburgs Grüne ohne jede Kultur…

da hat es mich doch mal interessiert, warum von der GAL, der Grünen Alternativen Liste Hamburgs, so gar nichts zu dem gegenwärtigen Kulturproblem zu hören ist.

Meine zynische Vermutung war ja, daß sie jetzt zusammen mit Bürgermeister Ahlhaus Auftritte des Polizei-Orchesters bei Straßenfesten im Schanzenviertel koordinieren.

Aber es ist noch viel schlimmer. Kultur interessiert die degenerierten Grünen überhaupt nicht. Die wissen gar nicht, was das ist. Die sind genauso beutelschneiderisch drauf wie dieser Senat, eine Kulturtaxe unterstützen sie, also eine Abgabe in nicht berechenbarer Höhe von irgendwelchen zufällig nach Hamburg Reisenden, die sich hier Kultur antun möchten.

Aber wenn dann die Museeen geschlossen sind, die Theater nicht mehr spielen, wer soll dann noch kommen?

Diese Hamburger Grünen verstehen unter Kultur “Kuscheln mit Ahlhaus” nur um an der Macht zu bleiben.

Schauen Sie sich das Elend mal an auf deren Webseite!

Da ein Bild immer mehr sagt als alle Worte, hier ein Screenshot der Seite der Landesarbeitsgemeinschaft Kultur

Kulturlose Bande

 

Folgende Themen-Auflistung findet man auf der Grünen-Seite zum Thema Kultur:

SCHWERPUNKTTHEMEN:

  • Kulturelle Bildung
  • Hamburg 2020, kreativ, lebendig, neue Jobs
  • Kultur-Standort Hafencity
  • Auswanderung und Einwanderung – Teile der Hamburgischen Geschichte

da möchte ich auch auswandern.