Familienministerium …

nicht nur, daß GWesterwelle ebenso wie seine Spezls in dem undurchsichtigen Firmengeflecht des Herrn Boersch mitgefischt hat1 und diesen zur Belohnung auf Reisen mitnimmt, nein jetzt ist auch einer aus dieser Clique im Außenministerium selbst an leitender Position untergekommen…

für diesen Posten ist Herr Arntz durch seine frühere Tätigkeit für eine Glücksspielfirma in der Karibik ja bestens qualifiziert.

Die können sich nicht schämen. Die wissen ja nicht mal was das ist.

Aber dass der Außenminister Außenpolitik mit Geschäftemacherei verwechselt, ist schon sehr schlimm. So gibt er in einem Interview von sich:

„Der linke Zeitgeist hält Geschäftemachen für fragwürdig. Die Gesellschaft muss sich daran gewöhnen, dass das künftig anders ist“2

Nein, Herr GWesterwelle, Außenpolitik ist nicht nur Wirtschaftspolitik und Wirtschaft ist nicht nur Geschäftemachen. Ich glaube nicht, daß sich die Gesellschaft an solch schmierigen Nepotismus, wie Sie ihn unverhohlen und in voller Überzeugung, alles richtig zu machen, nicht gewöhnen will und wird.
An Sie als Vizekanzler und Außenminister kann und möchte ich mich nicht gewöhnen.


*1: siehe hierzu: Der Familienminister auf Reisen in der Süddeutschen
*2: siehe hier: FAZ vom13.03.2010


Dauergrinser als limbo-tanzender Oberlehrer …

da ich kein Fernsehen schaue, habe ich den ParForceRitt des FDP-Sekretärs nicht gesehen. Aber der Spiegel berichtet darüber online und in der ZDF-Mediathek ist er sicherlich auch zu finden.

Es ist schon interessant, welche rhetorische Spiegelfechterei da betrieben wird. Der Herr Lindner scheint nicht zu bemerken, dass er Alles nur noch schlimer macht.

Wie war das in der Bibel? Sie predigen Wasser und trinken Wein heißt es da. Die FDP hingegen predigt minimale Anstandsregeln und tanzt selbst noch unter diesem Minimum durch.

Ich kann beim besten Willen diese schlipstragenden, vor Selbstüberzeugung strotzenden Dauergrinser nicht mehr ertragen.

die schärfsten Kritiker der Elche

sind selber welche… Diese alte Volksweisheit bewahrheitet sich mit gerade mit  unglaublicher Penetranz

Eine wildgewordene Günstlingsbande schlägt, da ihnen aber auch alle Argumente zum Abwehren der Vorwürfe entgleiten, mit wirklich allen Totschlagsargumenten um sich, die ihnen gerade einfallen. Und diskreditieren sich damit in deutlichster Weise selbst.

??? Die Kritik an Westerwelles Hofschranzen sei demokratiegefährdend? – Eher im Gegenteil, gehören doch Kritik und Transparenz zum unabdingbaren Repertoire der Demokratie. Ob ein Unternehmer, der sein Geschäftskonzept als schnell, oberflächlich und opportunistisch bezeichnet und ein Geflecht aus über 200 Firmenschachteln bastelt, in dem immer auch mal wieder Familienmitglieder des Herrn Außenministers Posten innehaben, schwul ist, interessiert doch wohl allerhöchstens am Rande. Die Steuerfahndung sollte sich für ganz andere Dinge interessieren…

??? Die Kritik an Westerwelles Ich-Auch-Bürschchen sei schwulenfeindlich? Ja, ist der Herr Boersch denn auch schwul? Wusste ich ja noch gar nicht… (Und interessiert mich auch nicht)

??? “Die anderen tuns aber auch … ” tja, mit einem Unterschied, Gabriel hat Vertreter der produzierenden Industrie auf seinen Reisen dabei gehabt, wohingegen Westerwelles Entourage sich wohl aus firmenverflechtenden Steuerfluchthelfern(“Summa summarum…”) zusammensetzt.

Unter Mißbrauch der Demokratie (eher der republikanischen Staatsordnung, aber so genau nehmen es die Herren Interessenhaber ja nicht) verstehe ich, wenn ein Außenministerium Erklärungen des Geliebten oder des Bruders (so genau will ich das gar nicht wissen) des Außenministers abgeben muß.

Ja sind wir denn in einer südamerikanischen Bananenrepublik (dieses Ressentiment sei hier als rhetorische Figur gebraucht)? Da sind sie auch katholisch.

Und da schließt sich der Kreis.

Kritik an kinderschändenden Pfaffen ist antiklerikal und Kritik an Hedgefond-Verwirrungs-Geschäftsleute-Liebchen ist demokratiefeindlich.

Danke schön für diese Lektion in Staatsbürgerkunde, werte Freche Dumme Philister (FDP)!

Es wird Zeit, dass diese Regierung sich selbst beendet.
Dann kann Frau Merkel hoffentlich auch wieder besser schlafen.

Und wir steuerzahlenden Bundesbürger müssen uns nicht von dummdreisten Raffkes belehren lassen und von peinlichen Figuren im Ausland vertreten lassen.

Peinlich ist gar kein Ausdruck

da wird einer, kaum der Klippschule entsprungen, zum Wirtschaftsminister, weil sonst keiner da ist, und, obwohl er wohl von altem Adel, reden viele von "frischem Blut".

Der Witz ist nur, er lebt genau die gleichen öden Klischees von etlichen Generationen vor ihm.
Er hat Gel im Haar, aber keine Klasse.

Dafür läßt Herr von und zu Möchtegern sich am Times Square fotographieren, hält Hof wie Paris Hilton.

Und ein Washington-Korrespondent der ARD gibt dann ellenlange Elogen von sich zu diesem Möchtegern-Staatsbesuch, wie gut er englisch könne (ja, Performance comes from Power oder so ähnlich wohl), wie er die GM-Bosse nach Washington zitiert habe etc.
Nachdem der Korrespondent genug Schmus abgesondert hat, antwortet er wortkarg auf die Frage, ob dieser Power-Super-OberGeil-Besuch denn irgendetwas bewirkt habe oder wenigstens ein bißchen wahrgenommen worden sei in USA,

nein, eigentlich nicht.

Tja, so sind wir. Wenn uns niemand liebt, dann finden wenigstens wir uns toll und die ÖffentlichRechtlichen sind halt nur Hofberichtserstatter.

In der Presse? Siehe hier,Der kleine Baron in der grossen Stadt... gut gebrüllt, Löwe!

 

Frivolitätsepoche

so sagt

Peter Sloterdijk in der NZZ:

 

Wir lebten in einer Frivolitätsphase. Man darf nicht vergessen: Die Moderne ist auf einem Parallelogramm antagonistischer psychopolitischer Energien aufgebaut. Darin ringen frivolisierende, leichtsinnig machende und den Konsum fördernde Kräfte unablässig mit den seriösen, sichernden und down to earth orientierten Tendenzen. Solange die Frivolitätskonjunktur herrschte, war die Stunde der Kassandren nicht gekommen. Aber Kassandren werden ohnehin nie gehört, das Menschenrecht auf Leichtsinn lässt sich zu keiner Zeit unterdrücken.

 

Wie recht er hat. Die Kassandren sind heiser.