Peinlich ist gar kein Ausdruck

da wird einer, kaum der Klippschule entsprungen, zum Wirtschaftsminister, weil sonst keiner da ist, und, obwohl er wohl von altem Adel, reden viele von "frischem Blut".

Der Witz ist nur, er lebt genau die gleichen öden Klischees von etlichen Generationen vor ihm.
Er hat Gel im Haar, aber keine Klasse.

Dafür läßt Herr von und zu Möchtegern sich am Times Square fotographieren, hält Hof wie Paris Hilton.

Und ein Washington-Korrespondent der ARD gibt dann ellenlange Elogen von sich zu diesem Möchtegern-Staatsbesuch, wie gut er englisch könne (ja, Performance comes from Power oder so ähnlich wohl), wie er die GM-Bosse nach Washington zitiert habe etc.
Nachdem der Korrespondent genug Schmus abgesondert hat, antwortet er wortkarg auf die Frage, ob dieser Power-Super-OberGeil-Besuch denn irgendetwas bewirkt habe oder wenigstens ein bißchen wahrgenommen worden sei in USA,

nein, eigentlich nicht.

Tja, so sind wir. Wenn uns niemand liebt, dann finden wenigstens wir uns toll und die ÖffentlichRechtlichen sind halt nur Hofberichtserstatter.

In der Presse? Siehe hier,Der kleine Baron in der grossen Stadt... gut gebrüllt, Löwe!

 

Frivolitätsepoche

so sagt

Peter Sloterdijk in der NZZ:

 

Wir lebten in einer Frivolitätsphase. Man darf nicht vergessen: Die Moderne ist auf einem Parallelogramm antagonistischer psychopolitischer Energien aufgebaut. Darin ringen frivolisierende, leichtsinnig machende und den Konsum fördernde Kräfte unablässig mit den seriösen, sichernden und down to earth orientierten Tendenzen. Solange die Frivolitätskonjunktur herrschte, war die Stunde der Kassandren nicht gekommen. Aber Kassandren werden ohnehin nie gehört, das Menschenrecht auf Leichtsinn lässt sich zu keiner Zeit unterdrücken.

 

Wie recht er hat. Die Kassandren sind heiser.