Sie ist im Tal der Tränen …

Frau von Welck äußert sich zu den unendlichen Kosten der Elbphilharmonie im Abendblatt:

Abendblatt:

Aber wenn Sie ein Haus für alle wollen, muss man da nicht am Anfang höhere Verluste einkalkulieren, um die Eintrittspreise erschwinglich zu halten?
von Welck:
Die Elbphilharmonie ist ein so besonderes Konzerthaus, dass es keine Probleme geben wird, die Säle zu füllen. Das zeigen die Erfahrungen aus anderen Städten.

Wenn Sie sich da mal nicht täuscht.

Siehe die Erfahrungen aus Essen: aus der ZEIT:
In Nordrhein-Westfalen wachsen die Säle wie Wiesenchampignons: ……

Doch ist der Fall Essen nicht allein typisch fürs Ruhrgebiet. Er ist auch typisch für die Allüren vieler Gernegroßstädte, die landauf, landab Kultur zur Imagepflege am liebsten wie Sitzmöbel aus dem Luxuskatalog einkaufen lassen. Und sich dann wundern, wieso die Sessel so leer bleiben wie die Kassen.

Fremdschämen II: Kann man eigentlich seine Stadtbürgerschaft zurückgeben?

Ich bin Hamburgerin.
Das gefiel mir.
Das gefällt mir nicht mehr.

Dieses unsägliche Hin und Her um diese unsägliche Elbphilharmonie, die Kopfgeburt größenwahnsinniger CDU-Politiker, ist unvorstellbar.
Hanseatische Kaufmannstugenden trägt man vor sich her und dann läßt man sich um Hunderte von Millionen verschätzen.
Jeder anständige Mensch nähme da seinen Hut.

Aber nein, dieser kulturfeindliche Bürgermeister vergleicht seinen Dilletantismus nur mit dem Dilletantismus anderer und findet sich noch gut dabei.
Seine Bestätigung holt er bei den Enkeln. Die haben sich dann in 50 Jahren an dieses Monstrum gewöhnt und finden es gut, weil sie es nicht anders kennen.
Hamburg will nach oben, meint er. Was ist oben? Und wo wäre man dann da oben? Unglaubliches Gefasel.
Aber nun?

Der Senatschef dieser Stadtregierung, Kruse (CDU) gibt folgendes Statement zu dem Deseaster ab:
Es ist finanzierbar. Und schlimm ist es auch nicht, denn man muss das Elbphilharmonie-Projekt überprüfen und fragen: Ist es das wert? Ich sage ganz klar ja. Schlimm war nur das Hickhack der letzten Monate. Das war unerfreulich und auch schädlich für das ganze Projekt. Aber jetzt bekommt Hamburg ein Wahrzeichen, selbst wenn man die Musik nicht hören will. Von daher ist es ein tolles Projekt. Außer der Reeperbahn haben wir in Hamburg nichts, was weltweit die Menschen anzieht.

Da hat er den Nagel auf den Kopf dieser Regierung getroffen. Die wollen die Musik gar nicht hören. Die wollen angeben. Die verwechseln Kultur mit Reeperbahn.
Und wir sollen das bezahlen.

Und weiter geht das:
….. Oder nehmen Sie ein Projekt wie die Hafenquerspange. Sie wird, wenn sie kommt, 1,2 Milliarden Euro kosten. Und was bekommt man dafür? Ein Projekt, das Lkw von links nach rechts bringt. Dagegen ist die Elbphilharmonie etwas wesentlich Schöneres. Ich verstehe nicht, warum man bei Kulturprojekten immer die Neigung hat, das nur als Verschwendung anzusehen – und hyperkritisch ist bei Kostensteigerungen.

Nun versteigt er sich auch noch, Kulturfeindlichkeit zu postulieren um das eigene Versagen zu verschleiern.

Quelle 1: Kruse Interview
Quelle 2: Von Beust