Eilmeldung! Sie habens kapiert?

Die Grünen kündigen die Koalition in Hamburg auf.

Das ist gut. Aber das gibt ihnen in meinen Augen die Wählbarkeit nicht zurück.

Auch wenn ich mich aus dem Sumpf befreie, habe ich mich doch in den Sumpf freiwillig begeben.

Die Reise nach Jerusalem … oder in den Orkus?

Kontinuität und Seriosität sind keine Krawattenmuster, sondern sollten eine der Grundlagen politischen Handelns sein.

Davon ist in Hamburg keine Rede. Wenn die eigene Haut angesengt wird ob der eigenen Schandtaten, schmeißt man einfach hin. Wenn man lieber mit seinem Liebsten Boutiquen eröffnen möchte statt sein Amt auszuüben, schmeißt man einfach hin.

Ich wache morgens auf und merke, daß ich mich sogar im Halbschlaf über den Hamburger Senat ärgere.

  • Elbphilharmonie
  • HSH Nordbank
  • mißglückte Schulpolitik
  • “Verkauf” der Krankenhäuser gegen den Willen der Bürger an Asklepios und die Folgen
  • Verkauf der stadteigenen Immobilien und prompte Mieterhöhungen für diese Büros
  • von Beust, Schill, Kusch, Horakova, Peinert, Freitag, von Welck, Karan, Frigge – dieses Personal ist nichtmal für ein C-Movie qualifiziert, kriminelles Potential ist auf jeden Fall zu vermuten
  • totales Versagen in der Kulturpolitik
  • die Grünen, die ihr Rückgrat total verloren haben und alles mitmachen, nur um “an der Macht” zu bleiben

ach die Liste ginge endlos weiter, aber ich mag nicht mehr aufzählen

und eröffne mit dem Papst eine Herrenboutique in Wuppertal ..

alberte einst Loriot.
Nun kann Herr Frigge ja gemeinsam mit Herrn v. Beust Boutique-Eröffnungen aufsuchen.

Carsten Frigge selbst antwortete auf die Frage, wie er sich fühle: „Endlich frei!”

Man hat den Anschein, als trügen alle diese fast-kriminellen (um mich gelinde auszudrücken) Herren die Last, nach der sie gegeilt haben, so schwer.

Diese Herren machen ihre Arbeit nicht, ruinieren die Stadt, bestehlen die Bürger und sind dann erleichtert, wenn sie sich vor den Resultaten ihren eigenen Taten drücken können.

Vorgeschobene Gründe

daß ein CDU-Finanzsenator und Parteienspekulierer ein empfindsames Pflänzchen sei, auch wenn es dies als Grund für seinen Rücktritt vorschiebt, nimmt man ihm nicht ab.

Herr Neumann von der SPD wird da sehr deutlich:

SPD-Fraktionschef Michael Neumann bezeichnete Frigge als „tickende Zeitbombe für diesen Senat” und kritisierte den Rücktritt als überfällig. Neumann zweifelte an den vom Finanzsenator angegebenen Gründen für den Rücktritt. Er glaube nicht, dass die Kritik der Opposition Frigge so getroffen habe. „Sie werden besser als wir alle wissen, warum Sie heute diese Entscheidung getroffen haben. Sie werden wissen, was Gerichte und Untersuchungsausschüsse noch zutage fördern. Und auch der Bürgermeister wird es wissen“, sagte Neumann und forderte Neuwahlen: „Es gibt einen Moment …wo auch dieses Parlament für sich die Entscheidung treffen muss, die Verantwortung und das Wort den Hamburgerinnen und Hamburgern zu geben. Und ich glaube, dieser Augenblick ist heute gekommen.

Frau Goetsch ist ganz Ahlhaus-ergeben

in Hamburg, der Hauptstadt der ehrbaren hanseatischen Kaufleute, kann man einen Politiker, der wegen einer Parteispenden in üblem Geruch steht, zum Finanzsenator machen. Da ist man ganz cool.

Uncool ist dann der Herr Senator, wenn er wegen mangelnder Respektabilität angegriffen wird. Da schmeißt er einfach hin. Und unsere grünen Koalitionspartner?

Schulsenatorin Christa Goetsch (GAL) hat den Rücktritt mit Bedauern zur Kenntnis genommen. „Das ist seine Entscheidung, die wir zu respektieren haben”, sagte Goetsch. Zu der Nachfolge wollte sich die Zweite Bürgermeisterin nicht äußern. „Das ist die Entscheidung von Bürgermeister Ahlhaus.”

Mit welchem Schwanz wedelt dieser Hund?

Es ist nicht mal mehr ein Trauerspiel.

Neuwahlen

So sehen es die Abendblattleser.
Aber was soll man bei den Neuwahlen wählen? Eine Chance hätte doch nur die SPD mit den Grünen zusammen. Wollen wir das?

Grundsätzliches: Theater

Theaterbühnen sind teuer, weil dort Menschen arbeiten, die angemessene Bezahlung verdienen. Theater sollten uns allen teuer sein, weil sie Kultur erhalten, vermitteln und zukunftstauglich machen. Wie teuer, ist zunächst eine Frage der Prioritäten, und erst danach eine des Gelds.

Joachim Mischke, Hamburger Abendblatt

Wäre heute Wahl…

wie die Frage weitergeht, wissen Sie …

Es ist eine beliebte Frage des TagesJorunalismus  und aus den Antworten wird dann kaffeesatzartig die Wahlprognose errechnet.

Demzufolge wären die Grünen zur Zeit eine sehr starke Partei.

Aber gilt das auch für die Inhalte? Gilt das für die GAL in Hamburg?

Bei der Lektüre eines Artikels der FAZ  “Der große grüne Graben” stieg wieder die Wut hoch in mir. Wie sehr diese Partei ihr Mäntelchen nach dem Wind hängt, ihrer Basis ins Gesicht schlägt, das ist schon nicht mehr auszuhalten.

„Sind Sie dafür, dass bei den Überlegungen zur Zukunft des Buchenhofgrundstückes der ökologisch wertvolle Baumbestand durch konsequente Anwendung der Naturschutzgesetze gesichert wird?“

Nein, dies war nicht die Frage, ob der Bürger gegen das Abholzen eines Buchenwaldes stimmt (85% haben übrigends gegen das Abholzen gestimmt und sind dieser Finte nich auf den Leim gegangen), dies war die Frage, die als Gegenfrage FÜR DAS ABHOLZEN des Waldes auf dem Abstimmungsbogen gestellt wurde.

Diese Formulierung erfüllt alle Bedingungen des geplanten Betrugs, diese Formulierung kann nur Köpfen entspringen, denen es nicht um die Sache, um die Demokratie, um den Bürgerwillen geht, sondern nur noch um den eigenen Macht-Erhalt. Koste es was es wolle.

In diesem Fall eben die Glaubwürdigkeit.

Übrigens, liebe Grüne, die Stimmung im Volk ist keine Politikverdrossenheit, schon lange nicht mehr, das ist hilflose Politiker-Verachtung. Und soetwas ist hochexplosiv.

Geringste Eigenfinanzierungsquote…

Ausleihe bedeutet: einen Gegenstand weitergeben für einen definierten Zeitraum.

Bücher-Ausleihe: bedeutet, wenn man einen Bildungsauftrag hat, und den haben Öffentliche Bücherhallen, daß die Ausleihe möglichst kostenfrei sei, damit durch diesen Zugang zu den Büchern Bildungsdefizite aufgrund schlechter finanzieller Ausstattung des Ausleihenden verhindert werden.

So hatte ich das immer verstanden und mich deshalb auch gewundert, daß die Hamburger Öffentlichen Bücherhallen Ausleihgebühren erheben.

Nun erfahre ich in dem Abendblatt-Interview mit der Leiterin der Hamburger Bücherhallen, Hella Schwemer-Martienßen, daß der unsägliche Kultur-UnSenator Stuth den Bücherhallen vorgehalten habe, dass die Bücherhallen der zweitgrößte Zuwendungsempfänger sind, zugleich aber die Kultureinrichtung mit der geringsten Eigenfinanzierungsquote.

Kann mal bitte jemand diesen Ignoranten aufklären? Der spielt aber wahrscheinlich gerade mit der supertollen Hamburg-App, die so prominent auf der Hamburg-Webseite propagiert wird…

Die Bücherhallen Hamburg sind eine Stiftung privaten Rechts. Der Stiftungszweck ist:

Ein leistungsfähiges System öffentlicher Bücherhallen in der Freien und Hansestadt Hamburg zu betreiben, das als Informationsspeicher und Informationsvermittler für alle bibliotheksüblichen Medien und als Partner der Individuen und Bildungseinrichtungen bei der Verwirklichung von Lese-, Lern-, Orientierungs- und Bildungsinteressen dient und das dabei zugleich kultureller Ort und Mitträger der soziokulturellen Stadtteilarbeit ist.

Siehe www.buecherhallen.de

fast wünsche ich mir die Horakova zurück…

damals konnte ich noch ab und an bitter lachen


Elb Viel Harm Money


Heute kann ich nur bitter in den Tisch beißen vor Wut.

PS: Das Schild habe von Susanne Stückert, kunstladen101

schamlos und verlogen

Unterm Strich zog Stuth in Sachen Spardebatte eine positive Bilanz:

“Die Kultur ist in Hamburg vergleichsweise gut weggekommen. Kollegen aus anderen Bundesländern kommen zu mir und beglückwünschen mich.”

Ich kanns nicht glauben. In meinem moralisch-psychologischen  Umfeld nennt man so etwas entweder Verlogenheit oder Verblödung.


Quelle: Hamburger Abendblatt  vom 21.10.2010

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