Meister-Plagiator und journalistisch-rechtliches Wohlwollen

Daß Quellen genannt werden müssen, ist schon bei kleinen Seminararbeiten Standard. Es gibt Handbücher über wissenschaftliches Arbeiten und richtiges Zitieren.
Das lernt man schon im ersten Proseminar.

Umso erstaunlicher finde ich es, daß selbst Tageszeitungen wie die FAZ und die SÜDDEUTSCHE zwar über den Plagiatsfall berichten, aber obwohl selbst plagiiert, keine Konsequenzen fordern.

Ich erinnere mich dabei daran, mit welcher Unerbittlichkeit diese beiden Zeitungen mich anwaltlich zu Zahlungen aufforderten, weil ich auf der Webseite www.terterian.org Zitate aus Berichten dieser Zeitungen über die Opernaufführung von Das Beben in München wiedergegeben habe, mit Quellenangaben, wohlgemerkt. Ich mußte die Auszüge vom Netz nehmen und in einem unwürdigen Kotau und Kniefall bezeugen, wie gutherzig aber arm diese Webseite, dieses Projekt sei. Dann erst zog man die recht hohen Forderungen zurück.

Kleine Webmaster von low-budget- oder no-budget-Projekten jagt man ins Bockshorn, überzieht sie mit Forderungen, und bedroht sie  mit empfindlichen finanziellen Strafen, wenn sie aus Rezensionen mehr als 2 Zeilen zitieren. Vergißt dabei, daß ohne den freien Eintritt der Rezensenten in diese Kulturveranstaltungen das Feuilleton dieser Zeitungen sehr mager ausfiele.

Bei Obermackern wie Herrn von und zu jedoch schlachtet man zwar journalistisch aus, aber wo bleiben die Forderungen?

Fuß-und Bein-Chauvinismus bei der FAZ

Bein-ChauvinismusNicht nur, daß jetzt immer krudere Klagen wegen der Frauenquoten-Diskussion aus immer verstockteren Ecken kommen, auch der für Bebilderung der FAZ-Online-Seite zuständige Praktikant wurde wohl aus der letzten Chauvinisten-Ecke gezogen..

Man gibt immer einer Frau den Vorzug vor einem Mann, der gleichermaßen qualifiziert ist

jammert da ein Männlein. Dabei hat er doch gar nichts zu befürchten, denn gerade solche Alpha-Männlein wie er verhindern (noch) doch, daß überhaupt qualifizierte Frauen in die Auswahl kommen..

Sie merken einfach nicht, wie primitiv ihre Argumentation ist und wie sehr sie sich desavouieren, diese Blödmänner.

Also liebe FAZ: Legt Euch schon mal ein Bildarchiv mit Waden und Sockenhaltern an, die Frauenquote kommt!

Und nu? Weiterklauen?

so fragt Jimmy das Gummipferd auf einem großen Wahlplakat an vielen Stellen der Freien und Hansestadt Hamburg.

Und nu? Weiterklauen?

Tja, was nu?

Weiterklauen, liebe CDU! Hamburg hat noch ein bißchen was, was man unter Preis den Freunden zuschanzen könnte!

PS: Die Grafik ist von der Wahlkampfseite der CDU, www.cduhamburg.de, erlaubterweise heruntergeladen worden,  und diese Seite sollte man nicht mit www.cdu-hamburg.de verwechseln, da gibt esnämlich gar keinen Ahlhaus und Wahlkampf auch nicht  …

Neusprech

Ich bekomme aus irgendwelchen Gründen den Microsoft NewsLetter zugesandt, und da finde ich heute das hier:

Microsoft News Februar 2011 – neue Welten und Leben in der Cloud

Und wie man mit der Cloud so worken und lifen kann, zeigen wir Ihnen auch am Messestand von Microsoft. Ich freue mich auf Ihren Besuch!

Das will ich gar nicht wissen.

Umgedrehte Wirtschaft…

Ikea kauft für sein geplantes Warenhaus in Hamburg-Altona Geld ;=)

Rund zehn Millionen Euro soll Ikea für das Grundstück mit dem alten Frappant-Komplex (Ex-Karstadt) gekauft haben, nachdem dort schon mehrere Investoren mit Neubau-Vorhaben gescheitert waren

Abendblatt, 09.02.2011

Sie können es einfach nicht lassen …

diese verdammten Chauvis beim Spiegel:

Frauenquote

Und deshalb forder ich endlich 100% Frauenquote beim SPIEGEL und diese dämlichen Biertisch-Ärsche in die Waschküche

mit solchen Webseiten

versucht die Freie und Hansestadt Hamburg das Geld hereinzubekommen, das sie für die Anschaffung der 112 Millionen Euro teuren Software für die Sozialbehörde braucht.

Webportal der Freien und Hansestadt Hamburg

Wieder einmal ein Beispiel für den verantwortungslosen Umgang der Hamburger Regierung mit dem Geld der Bürger.

Ich arbeite seit mehr als 20 Jahren in einer Software-Firma für Große Verwaltungen und weiß, daß dieser Preis absolut überzogen ist. Hat sich da der Entscheiderkreis ein Beispiel an den für die Elbphilharmonie verantwortlichen Kollegen genommen?

Ich fasse beides nicht.

Das WebPortal ist einer Landeshauptstadt sicherlich nicht würdig, wirkt wirklich wie der verzweifelte Versuch dochnoch irgendwoher Geld zu bekommen, das an allen Ecken und Enden fehlt.

Wer behauptete, Sozialdemokraten könnten nicht mit Geld umgehen? Diese Hamburger CDU kann prima mit Geld umgehen, nämlich mit dem der Bürger. Wir wissen nur nicht, in welchen Taschen es landet.

Wenn man glaubt, sich “Umwelthauptstadt” nennen zu müssen

ohne es tatsächlich zu sein, dann ist es klar, daß man 500.000 EUR für

“situationsbedingte Beratung in der Konfliktkommunikation” sowie “gegebenenfalls erforderliche Anpassungen des Kommunikationskonzepts”

einplant und einer Werbeagentur zuschanzt.

Das Geld kann man dann ja in Altona im Museum abholen.

Wir haben es ja.

Quelle:  SPD kritisiert Senat für Millionenauftrag an Werbeagentur

Jeder, der Projekt-Verhandlungen kennt und Projektarbeit macht, weiß doch sofort Bescheid, wenn 50% eines Etats für solche Reptilienfonds eingeplant werden.

Vorgezogenes Rentenalter… ?

Hamburger Studie: Junkies sind im Rentenalter

von Hamburg – Hamburger Abendblatt von Von Thomas Morell
Eine Hamburger Studie erhellt die Situation alternder Drogenabhängiger. Jeder fünfte in Entzugskliniken ist über vierzig.
so kommt der Artikel im Feedreader rüber, der Artikel selbst dann erhellt den Zusammenhang besser:
mit “Rentenalter” ist ein symbolisches Rentenalter gemeint:
Für die Hamburger Untersuchung setzten die Suchtexperten die „Seniorengrenze“ bei 45 Jahren an, weil angenommen wird, dass Drogenabhängige von ihrer körperlichen Verfassung her rund 20 Jahre älter sind als andere.
Wieder mal schlampig getextet.

Gewalttätigkeit oder Gewaltlosigkeit?

Die FAZ berichtet über den Erfolg der Streitschrift „Indignez-vous“ des 93jährigen Stéphane Hessel in Frankreich.

Sie berichtet über das Buch, schildert das Leben des Autors und kommt wieder auf die Streitschrift, auf die Aussagen der Streitschrift zurück.

Unter dem Abschnittstitel Hessel plädiert für die kompromisslose Gewalttätigkeit wird dann zitiert:

Nie seien die Unterschiede zwischen Armen und Reichen so brutal gewesen. Gleichzeitig plädiert Hessel für die kompromisslose Gewaltlosigkeit. Jeder, schreibt er in seiner Kampfschrift, habe einen Grund zur Revolte.

Ja was denn nun?  Lesen die Rezensenten so schnell, daß sie die Aussage eines Buches dann doch nicht verstehen? Dann gehören sie nicht in die Zeitung.

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