Da bekommt man plötzlich solche Newsletter vom eigenen Telefonprovider:
Sehr geehrter Herr XXX,
bei der F.A.Z. genießt die Meinungsvielfalt höchsten Stellenwert: Es ist für uns wichtig zu wissen, wie die Menschen im Land denken.
Daher führen wir regelmäßig bundesweit die Umfrage „Politikbarometer“ durch.[]
Heute wurden Sie für die Teilnahme ausgewählt, und wir möchten gern Ihre Meinung zu den aktuellen politischen Fragen einfließen lassen. Füllen Sie bequem den Online-Fragebogen aus.
Für Ihre Antwort bedanken wir uns gleich 2-fach:
1.
Sie erhalten 4 Wochen lang die F.A.Z. für nur 19,50 € frei Haus geliefert und sparen 50%. Die Belieferung endet automatisch.
2.
Dazu erhalten Sie das 3-teilige Reisetaschen-Set, das Douglas Gutschein über 10,– € oder das F.A.Z-Mini-Radio gratis.
Das könnte ja eine unerbetene Mail der Zeitung sein, aber nein, Callmobile schreibt vor dieser Nachricht in der Mail:
Hallo XXXXXXe,
gemeinsam mit der Frankfurter Allgemeinen Zeitung möchten wir heute Ihre Meinung zur aktuellen Bundestagswahl erfahren. Als kleines Dankeschön für Ihre Teilnahme, haben Sie wieder die Möglichkeit, tolle Preise zu gewinnen!
Wir wünschen viel Glück dabei!
Ihr Team von callmobile
Ich finde das absolut daneben. Das hat nichts mit politischer Kultur zu tun. Warum will eine Telefongesellschaft eine politische Meinung Ihrer Kunden erfahren?
EIgentlich ein Grund, den Vertrag zu kündigen.
Und eine Gelegenheit der FAZ einmal Deutschunterricht zu erteilen, denn eigentlich ist ein Gutschein immer noch männlich…
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Auftrag?
entartet wieder...
so stach mir der Artikel im FeedReader in die Augen, gemeint war wohl in schlechtem Simplenglish,. daß er wieder entertaint, aber so passt es auch.
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Simplenglisch
Das Internet-Manifest
3. Das Internet ist die Gesellschaft ist das Internet.
Für die Mehrheit der Menschen in der westlichen Welt gehören Angebote wie Social Networks, Wikipedia oder Youtube zum Alltag. Sie sind so selbstverständlich wie Telefon oder Fernsehen. Wenn Medienhäuser weiter existieren wollen, müssen sie die Lebenswelt der Nutzer verstehen und sich ihrer Kommunikationsformen annehmen. Dazu gehören die sozialen Grundfunktionen der Kommunikation: Zuhören und Reagieren, auch bekannt als Dialog.
Das hätten die wohl gerne. So selbstverständlich wie Telefon oder Fernsehen? So selbstverständlich wie SPAM. Wer einmal von einem Facebook-Mitglied eingeladen wurde, sein Freund zu werden und dieser Einladung nicht gefolgt ist, weiß wovon ich schreibe.
Ein Manifest kann jeder aufstellen. Das besagt noch nichts. Vor allem besagt es nichts über die Richtigkeit der aufgestellten Thesen.Und die internet-blog-übliche Kommentiererei zeigt auch etliche Schwächen:
Bei aller berechtigten Kritik am herkömmlichen Journalismus zeigt sich hier doch auch die negative Seite der Blog-Szene, der hemmungslose Subjektivismus: Da wird vieles einfach mal hingerotzt, ohne Respekt für die Arbeit der Verfasser des Manifests – nach dem Motto: Jeder darf mal, egal was er zu bieten hat. Das macht die Auseinandersetzung mit dem wichtigen Thema der Zukunft des Journalismus nicht eben leichter.
schreibt die Frankfurter Rundschau dazu.
Mir gefällt nicht, daß sich da jeder GerneGroß als "Gegen-Journalist" und "Besser-Journalist" ausgibt, ohne auch nur eine ausgerpägte Ahnung von Recherche, Grundwissen, Allgemeinbildung, Politischer Bildung und Geschichtskenntnissen zu haben.
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Internet-Manifest,
Journalistik
04.09.2009 in:
Woanders|Kommentare deaktiviert
Wer immer dieser Herr N. ist und warum seine Freundin doch nicht schwanger ist und warum es einen Anwalt dafür braucht, das ist mir herzlich schnuppe.
Aber diese schöne Ko-Inzidenz der Inhalts-Aggregierung gefällt mir doch sehr. Denn was wahr ist, ist einfach wahr.

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automatische Inhalte,
Web 4.0
Auf meine Mail an die besagte Fotogalerie habe ich keine Antwort bekommen. Wahrscheinlich wurde sie nicht verstanden, da sie in deutscher Sprache abgefaßt war 
Dann ist mir aber gleich wieder etwas Bemerkenswertes begegnet:
In der WELT mokiert man sich über Theater-Gepflogenheiten: The-truth-about-Dramaturgisch:
"2beornot2be" heißt das Spektakel, mit dem gestern das Hamburger Thalia-Theater neu eröffnet wurde. Heute folgt als zweite Premiere "The truth about the Kennedys". Wahrscheinlich gibt es auch irgendwo einen "Translation Counter", wo man sich die Titel notfalls erklären lassen kann
Ich denke aber, "2beornot2be" ist überhaupt kein English-Pidgin oder Theater-Englisch, wahrscheinlich ist das nur die Ergebnis eines sich wohl irgendwie proflilierenwollenden Projekt-Teams?
Und nochdazu schlecht gelungen. Wenn schon Computer-Slang-English-Hype-Business2Business-Quatsch nachmachen, dann auch richtig und zwar dann "2bornot2b"
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Simplenglisch
und Photographien verkauft man nur auf englisch?
Ich bin da über die Webseite einer Hamburger Galerie in Hamburg gestolpert und habe festgestellt, daß die gesamte Webseite nur in englischer Sprache abgefaßt ist.
Was soll das?
Ich habe mal per Mail dort angefragt, warum das so ist. Vielleicht erhalte ich ja eine Antwort.
Grundsätzlich habe ich diese Fragen an Webseitenbetreiber oder andere Veröffentlicher, die ihre eigene Sprache nicht mehr benutzen:
- Warum ist dann Ihre Webseite nur in englischer Sprache?
Ist die deutsche Sprache für Ihr Gewerbe nicht tauglich?
Gibt es keine Käufer, die deutsch sprechen?
- Ich frage mich das, da ich der Meinung bin, daß man "wenn in Rom,
dann wie die Römer…"
Und wenn man in Deutschland veröffentlicht, wo deutsch gesprochen wird, warum dann nicht in deutscher Sprache?
Weltoffenheit bedeutet, daß man neben der eigenen Sprache auch noch weitere Sprachen spricht, aber doch nicht daß man die eigene Sprache
nicht spricht?
Etwas ratlos… vielleicht haben Sie eine Antwort?
- Was spricht gegen die deutsche Sprache?
Ich habe mir vorgenommen, diese Fragen nun öfter zu stellen. Ob Antworten kommen?
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Simplenglisch
Qualitätsjournalismus mag ich das nicht nennen, was sich das Hamburger Flagschiff der Springer-Presse, das Abendblatt, auf Seite 1 geleistet hat.
Die Meldung über die hohe Häufung von Ehen alter Männer mit jungen Frauen in Brasilien, welche diese angeblich in den jahrzehntelangen Genuß der Altersrenten ihrer dann wohl doch recht bald Verblichenen bringen, hat bei dem Autor Christian-A. Thiel eine erhebliche Hormonwallung hervorgerufen, die sich in einer unschlagbaren Zotendichte in seinem Artikel niederschlug.
Nur leider gehört so etwas nicht auf die erste Seite einer Tageszeitung, eher auf das Jungsklo einer Jugendherberge. Aber vielleicht hat der Autor diesen (Karriere-?)Sprung auch gerade erst bewältigt.
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Dummheit
12.08.2009 in:
EigenHype|Kommentare deaktiviert
im Zeitungsladen im Hamburger Hauptbahnhof sieht Sascha Lobo noch bescheuerter, ungepflegter und unsympathischer als in allen Vodaphone-Werbespots etc. aus
wie krank das alles ist, macht mal wieder ein Online-Händler deutlich, der jede seiner Produktsparten als "Welt" bezeichnet.
Da gibt es
PRODUKTWELT
Car-Hifi (8)
Computer (185)
Digitale Fotografie (97)
DVD / Video / Camcorder (20)
Haushaltsgeräte (333)
Hifi / Portable Audio (41)
Mobilfunk / Handys (12)
MP3 (25)
Navigation (25)
Notebooks (54)
Spielekonsolen & Games (166)
Telekommunikation (76)
TV-Geräte (22)
TV-Receiver (30)
Überwachung & Sicherheit (2)
Ich mach das nicht mehr mit. Wer mir solchen Scheiß antut, kriegt keinen Euro von mir, auch wenn er "euronics" heißt…
da haben sich ja zwei getroffen… das Abendblatt lässt ja auch keine Möglichkeit aus, nackte Busen und Ärsche ins Bild zu drängeln

auch wenn man das "nachtreten" nennen könnte, aber es muss sein:
Auf der Medienseite entschuldigt sich H.L. dafür, dass das Michael-Jackson-Foto, das die FR in ihrer Printausgabe als letztes Foto von MJ auswies, in Wahrheit sechs Jahre alt war.
schreibt der Perlentaucher.
Warum soll man sich da entschuldigen? Für mich (Hessin) sah der schon immer ganz alt aus
Ein letztes Mal komme ich auf den sog. King of POP zurück, dann lass ichs gut sein und hoffe, daß es auch sonst gut wird, es reicht langsam.
Dieser Ausschnitt aus einem Bericht über den Klagenfurter Bachmann-Wettbewerb ist schon arg. Unterschwellig wird den Literaten, Juroren und anderen unterstellt, Herrn MJ nicht ausreichend gewürdigt zu haben. Muß man das denn?
Ich zitiere Elmar Krekeler aus seiner Glosse in der WELT:
Der sei doch schon seit zwei Jahrzehnten tot gewesen, entschuldigten sich die Literaten für ihre Missachtung des Popkönigs. Und mehr als ein gutes Album hätte der auch nicht gemacht. Mit Elvis gar nicht zu vergleichen.
Trauer trug allein Jurypräsident Burkhard Spinnen. Das dürfe eigentlich nicht sein, dass der jetzt tot sei. Der habe sein Leben, sein Talent verschwendet. Dass der jetzt tot sei, das mache jeden um die Fünfzig, jeden überhaupt, der in den Achtzigern sozialisiert wurde, auf einen Schlag ein ganzes Stück älter. Weil mit Jacksons Tod ein Stück Zeitgenossenschaft gestorben ist.
Weil Jackson unser Lennon war. Und größer als Haider.
Ist es Mißachtung, wenn man diesen Scheiß nicht mag, ihn nicht wahrnimmt, weil es einfach unwichtig ist, gezüchtete Marketingstrategie und Wirtschaftsschrott? Waum soll/muß ein Literat um diesen Trivialmist trauern?
titelt das Abendblatt und ich bin bestürzt daß erwachsene Menschen solch einen Scheiß über einen dahingegangenen Zombie verbraten.
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Masse und Vermassung
wikipedia beschreibt Wiedergänger so:

Als Wiedergänger, auch Widergänger, werden unterschiedliche Gespenstererscheinungen aus verschiedenen Kulturkreisen bezeichnet. Die beiden Schreibweisen sind das Ergebnis einer Gelehrtendifferenzierung im 17. und 18. Jahrhundert. Sie beziehen sich nicht auf unterschiedliche Erscheinungsformen. Der Kern des Wiedergänger-Mythologems ist die Vorstellung von Verstorbenen, die – oft als körperliche Erscheinung – in die Welt der Lebenden zurückkehren. Sie sind den Lebenden meist böse gesinnt und unheimlich. Sei es, weil sie sich für erlittenes Unrecht (z. B. Störung ihrer Totenruhe) rächen wollen; sei es, weil ihre Seele auf Grund ihres Lebenswandels nicht erlöst wurde.
Wir erleben gerade dieses Phänomen in penetrantester Form.
Als ob eine Verschwörung zuschlägt und jeden Redakteur in welcher Anstalt auch immer zwingt, diesem unsäglichen Tropf hinterherzuweinen und uns Zuschauer zu molestieren.
Als ob dieser Mensch nicht schon Molestierung genug war. Und als ob es nicht gut ist, daß es jetzt ein Ende hat.
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Dummheit,
Eventualisierung,
Rundfunkkultur
Wen überrascht die Nachricht vom Tod Michael Jacksons? Die Tagesschau jedenfalls, wenn sie titelt:
Michael Jackson überraschend gestorben.
Jeden anderen Menschen, der irgendwie seine fünf Sinne beeinander und seinen Verstand auch noch nicht abgegeben hat, überraschte diese Meldung wohl nicht. Eher noch, daß er überhaupt noch lebte.
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Dummheit