also, das ist schon atemberaubend, wie aus Fürzen und anderen Geräuschen hier “Kunst” herbeigeredet wird:
Eine Preisgabe des Intimsten, Schambehafteten ist das trotzdem nicht; es ist, als direkter Ausdruck von Körperlichkeit, immer noch Mittel zur Kommunikation – ein Konzept, das in hart-martialischer Form auch Musiker wie Henry Rollins im Repertoire haben. Eminem hat mit dieser partiellen Sprachlosigkeit zweifellos einen Endpunkt erreicht – wie es heißt, soll dies sein letztes Album sein – und darüber hinaus noch etwas anderes: Der Mainstream, in dem er als einer der wenigen Rapper angekommen ist, duldet nun offenbar künstlerische Äußerungen, die über die bei Hip-Hop-Produkten mit den üblichen Hinweisen auf explizite Texte markierte Hemmschwelle noch hinausgehen.
so steht es in der FAZ, ich mag es kaum glauben
Welche Grenzen des guten Geschmacks aber durchbrochen werden müssen, um Rilke bestsellerfähig zu machen, demonstrierte eine Kostprobe, gegen die jeder Heimatabend mit Liedgut auf der Hammondorgel einen schlanken Fuß macht: Auf einem vierstufigen Podest räkelte sich Jürgen Prochnow wie ein wild entschlossener Laiendarsteller, der für sein erstes selbst gedrehtes Erotik-Home-Video noch etwas zaghaft übt.
Auf einer Videoleinwand sah man Herbstlaub rascheln und eine sehr späte Sonne sich in den Wellen eines Sees spiegeln. Eine Combo entlockte ihren Instrumenten schaurige Synthesizer-Klänge – halb Kaufhauspop, halb Meditationsschmuh. Und Jürgen Prochnow sagte: „Wer jetzt kein Haus hat, baut sich keines mehr.“
aus der Süddeutschen, und hier auch bei Kultur-Banal höchstselbst weiterlesen »
Die Lage beim NDR jedoch ist offiziell zwar chronisch schwierig, aber aktuell entspannt. Schon angesichts der senderspezifischen, personalintensiven Verpflichtung, vier Bundesländer zu bespielen, wird an Streichungen nicht gedacht. Intendant Jobst Plog: “Die Situation ist durchaus kompliziert, aber in den Griff zu bekommen.” Man habe in den vergangenen Jahren beim NDR insgesamt weit über 500 Stellen abgebaut und Einsparpotenziale genutzt. Deswegen stünde aus heutiger Sicht weder die Einstellung von Programmen noch die Auflösung von Klangkörpern zur Debatte, so Plog. Gleichzeitig erteilte er aber auch einer seit langem in Hamburg kursierenden Vermutung einen Dämpfer: “Unabhängig von der Gebührenentscheidung sieht der NDR nach wie vor keine Möglichkeit, sich an den Baukosten einer Elbphilharmonie zu beteiligen.”
denn wer braucht diese kranke Form des hamburgischen Größenwahns, diese “Elbphilharmonie”??
aus dem Hamburger Abendblatt
jetzt fangen sie wieder an, von Leitkultur zu faseln, die Herren aus der christlich-demokratischen Ecke, nicht nur zu faseln, sie fordern jetzt…
ok, aber diese “Ausländer”, die “nicht die Leitkultur anerkennen” und nicht “unsere Sprache” sprechen, die sind ja nicht von heut auf gestern aufgetaucht??
Wer hat denn dem Schulsystem das nötige Geld verweigert, die Lehrer nicht ausgebildet und unterstützt, Sozialarbeit gestrichen etc.???
zu meinem vorherigen Beitrag:
München – Bei fast jeder zweiten Sendung wird gestorben, geht aus einer Studie der Universität Regensburg hervor. Der Tod im Fernsehen beruht zu 69 Prozent auf Gewalt. Dies wertete der Medienpsychologe Helmut Lukesch ebenso als bedenklich wie den neun Prozent hohen Anteil gewaltträchtiger Inhalte in Kindersendungen, vor allem in Animationsfilmen. Für die vom Bayerischen Sozialministerium in Auftrag gegebene Studie “Das Weltbild des Fernsehens” wurden in 712 Sendungen die Darstellung von Aggressivität, Sterben und Tod untersucht. KNA
Der Gedanke, dass eine Gesellschaft, die nur Geschichten erzählen kann, wenn Gewalt darin vorkommt, deren Fernsehprogramm keine erzählenden Themen außer Gewalt kennt, doch sehr arm dran ist ..
hat sich ein ganz klein wenig für mich relativiert. Seit 3 Tagen kann ich Antennen-Gebundener Fernseh-Empfänger endlich Arte und 3SAT empfangen und prompt habe ich zwei sehr schöne langatmige intensive Geschichten erzählt bekommen: das Porträt eines photographierenden Strassenkehrers und die Geschichte von der Wahlstimmenfängerin auf der Insel Kishi im persischen Golf.
Endlich kann ich diese Sender empfangen. Endlich fühle ich mich ernstgenommen und endlich genieße ich, fernsehmäßig ;=)
das, was wir hier so sehr vermissen, ist am 1. November in Moskau möglich geworden:
Radio Kultura ging online.
Mein Freund Anatoli Golubovski ist Leiter dieser Rundfunkanstalt, im Mai war ich beim Moskauer Festival “LongArms” dabei und konnte auch miterleben, wie die Konzerte für diesen Sender aufgezeichnet wurden.
Bald soll auch digital gesendet werden, vielleicht ein kleiner Ausgleich in unserer norddeutschen Kulturwüste?
das ist es doch, ein Taschentuch-Buch, kann man gleich reinrotzen…
wann gibts das Kotztüten-Buch?
Der Autor muss nichtmal Kanzlerbruder sein, ein gängiger Memoiren-Schreiber, Dschungel-Lagerist oder Gurkenkönig täte es auch