Eine Republik ist keine Monarchie

und der Bildungsauftrag der Öffentlich-Rechtlichen umfaßt nicht stundenlange Hofberichterstattung auf allen Kanälen.

Jeder Bürger wird gezwungen, Gebühren für die Rundfunkanstalten zu zahlen, aber niemand hat Einfluß auf die Programmgestaltung und die Verwendung des Geldes. Das ist ganz allein die Sache  irgendwelcher quotengeilen Entscheidungsträger.

Die Öffentlich-Rechtlichen Fernsehanstalten der Republik Deutschland übertragen stundenlang die Hochzeit eines nichtssagenden Bürschchens mit einer magersüchtigen Tussi … anschließend wird das in jeder Nachrichtensendung xmal wiederholt.

Keine Chance bleibt dem zu entgehen. Und die blöde Antwort “Sie müssen das ja nicht ansehen” zieht nicht, denn ich bezahle das mit meinen Gebühren und Einfach nur Abschalten wäre ein Tolerieren. Ich will das aber nicht tolerieren.

Und ganz mal im Ernst: Wer soll das ansehen?  Alle Arbeits- und Beschäftigungslosen vor die Glotzen? So schürt man Klassenhaß.

Aber vielleicht wäre das mal ganz gut. Wenn unsere Leute nur nicht so träge und eingelullt wären …

Das Kind mit dem Bade ausschütten …

nicht nur die CDU mit ihrem schnellstmöglich verabschiedeten Moratorium zur Kernenergie, mit dem sie nun nichts Rechtes anfangen kann, auch die SPD-regierten Länder sind  doch recht schnell vorschnell mit ihren Beschlüssen.

Die Länder Nordrhein-Westfalen, Bremen, Hamburg, Saarland, Brandenburg, Rheinland-Pfalz, Berlin, Schleswig-Holstein und Thüringen haben in einer Probeabstimmung gegen Forschungsarbeiten zur Entwicklung von neuen Reaktorsystemen gestimmt. Damit haben diese Länder zugleich das seit Jahren laufende Forschungsvorhaben Wendelstein 7-X zur Disposition gestellt. Treibend sind bei diesem Kurswechsel die SPD-Länder unter Führung von Rheinland-Pfalz.

lese  ich da in einer Verlautbarung des mecklenburg-vorpommerschen CDU-Landtagsabgeordneten Egbert Liskow, der auf die Gefährdung des Forschungsprojektes “Wendelstein 7-X” am Max-Planck-Institut Greifswald hinweist.

Dort werden Kugel-Fusions-Reaktoren erforscht, die eben keine Kernschmelze benötigen oder ermöglichen, aber das muß ein panisch-populistischer Politiker-Haufen ja nicht wissen oder verstehen.

Quelle: MVRegio vom 14.4.2011

mit gleichem Maß gemessen?

Ich betreibe ehrenamtlich eine Webseite für einen wundervollen armenischen Komponisten, Avet Terterian. Im Jahre 2003 fand die Premiere seiner Oper “Das Beben”  in München statt und fand auch Widerhall in der Presse.

Damals band ich einige Zeitungskritiken in die Webseite ein. Jahre später erhielt ich hochamtliche Schreiben von der FAZ und der Süddeutschen, welche relativ gleichlautend mir vorhielten, ohne Genehmigung ihre Artikel weiterzuverwenden. Eine hohe Strafzahlung wurde mir angekündigt. Nur mit viel argumentativem Einsatz und Löschen der betreffenden Passagen bin ich ohne zu zahlen davongekommen.

Zu Gutenberg nun hat bei beiden Zeitungen abgeschrieben. Diese beiden Zeitungen haben den Meinungsprozeß zur Aufdeckung des Plagiats zwar wacker begleitet, aber? Sie haben keine Strafanzeige gegen den Abschreiber gestellt. Da aber die Staatsanwaltschaft nur dann tätig wird, wenn einer der Betroffenen Anzeige erstattet, also z.B. die Süddeutsche oder die FAZ, scheint mir, daß hier mit zweierlei Maß gemessen wird.

Welches Interesse haben diese Zeitungen, gegen kleine “Sünder” vorzugehen, diesen feinen Herren aber davonkommen zu lassen?

Si tacuisses, philosophus mansisses

NapoleönchenWas mich so verwundert bei diesem unsäglichen Karl Theodor von und zu ist seine Chuzpe, Fensterreden zu halten, aufzutreten als “Ehrenmann”, “größtmögliche Aufklärung” zuzusagen, und sich dann davonzustehlen, nicht zu dem zu stehen was er angerichtet hat, aber aus der Deckung heraus seinen Anwalt vorzuschicken gegen die Veröffentlichung der Kommissionsergebnisse.

Die vorzeitige Veröffentlichung der Ergebnisse führe zu einer Vorverurteilung seines Mandanten, meinte der Herr A nwalt von Kalkreuth.

Interessant, wie diese Herren Adligen vermeintliche Ehre versuchen hochzuhalten, aber ansonsten tricksen wie der letzte Hühnerdieb.

Täte er noch leben, ich hätte Herrn KTG den Anwalt von Gravenreuth empfohlen. War auch adelig und hatte eine ähnliche Rechtsauffassung.

P.S.: Hättest du geschwiegen, wärest du ein Philosoph geblieben …

Und wo schläft er dann …

als ob die Welt nicht voller berichtenswerter Themen sei, nein, Spiegel Online muss melden, daß der Maledictus gedenkt, in Erfurt zu übernachten.

sonst noch was?

Eine mutige und zornige Frau

wenn eine Pakistanerin bei dem indischen BigBrother mitmacht, bringt sie dann Schande über ihr Land?

Keine Haftgründe, aber …

es ist alles schlimm. Und es wird immer schlimmer.

In Hamburg gab es einen schlimmen Verkehrsunfall mit 4 Toten.
Einer der Toten war ein großer Jazz-Fan und las Ernst Jandls Texte zu Dieter Glawischnigs Musik.
Daher kannte und schätzte ich Dietmar Mues.

Nun muss ich dies lesen:

Derzeit liegen keine Haftgründe gegen den 38-Jährigen vor. Bislang sei der Unfallverursacher nicht zu der Tat vernommen worden, wie ein Polizeisprecher sagte. Am Dienstag versuchten Ermittler vergeblich, Alexander S. zu erreichen.

was dazu zu sagen ist? Ich sage lieber nichts.
Seine Mutter jedoch sagte etwas der Presse: Sie verstünde die Aufregung nicht, ihr Sohn habe das ja nicht absichtlich getan.

So exkulpiert man sich. Genauso wie “Ich hab mir nichts dabei gedacht” ist das anscheinend eine Entschuldigung für vieles, in diesem Falle für vierfachen Tod.

In die Ecke, Besen! Besen!

Hat der alte Hexenmeister
Sich doch einmal wegbegeben!
Und nun sollen seine Geister
Auch nach meinem Willen leben.
Seine Wort und Werke
Merkt ich und den Brauch,
Und mit Geistesstärke
Tu ich Wunder auch.

Walle! walle
Manche Strecke,
Daß, zum Zwecke,
Wasser fließe
Und mit reichem, vollem Schwalle
Zu dem Bade sich ergieße.

Und nun komm, du alter Besen,
Nimm die schlechten Lumpenhüllen!
Bist schon lange Knecht gewesen:
Nun erfülle meinen Willen!
Auf zwei Beinen stehe,
Oben sei ein Kopf,
Eile nun und gehe
Mit dem Wassertopf!

Walle! walle
Manche Strecke,
Daß, zum Zwecke,
Wasser fließe
Und mit reichem, vollem Schwalle
Zu dem Bade sich ergieße.

Seht, er läuft zum Ufer nieder!
Wahrlich! ist schon an dem Flusse,
Und mit Blitzesschnelle wieder
Ist er hier mit raschem Gusse.
Schon zum zweiten Male!
Wie das Becken schwillt!
Wie sich jede Schale
Voll mit Wasser füllt!

Stehe! stehe!
Denn wir haben
Deiner Gaben
Vollgemessen! -
Ach, ich merk es! Wehe! wehe!
Hab ich doch das Wort vergessen!

Ach, das Wort, worauf am Ende
Er das wird, was er gewesen!
Ach, er läuft und bringt behende!
Wärst du doch der alte Besen!
Immer neue Güsse
Bringt er schnell herein,
Ach, und hundert Flüsse
Stürzen auf mich ein!

Nein, nicht länger
Kann ichs lassen:
Will ihn fassen!
Das ist Tücke!
Ach, nun wird mir immer bänger!
Welche Miene! welche Blicke!

O, du Ausgeburt der Hölle!
Soll das ganze Haus ersaufen?
Seh ich über jede Schwelle
Doch schon Wasserströme laufen.
Ein verruchter Besen,
Der nicht hören will!
Stock, der du gewesen,
Steh doch wieder still!

Willst am Ende
Gar nicht lassen?
Will dich fassen,
Will dich halten
Und das alte Holz behende
Mit dem scharfen Beile spalten!

Seht, da kommt er schleppend wieder!
Wie ich mich nur auf dich werfe,
Gleich, o Kobold, liegst du nieder;
Krachend trifft die glatte Schärfe.
Wahrlich! brav getroffen!
Seht, er ist entzwei!
Und nun kann ich hoffen,
Und ich atme frei!

Wehe! wehe!
Beide Teile
Stehn in Eile
Schon als Knechte
Völlig fertig in die Höhe!
Helft mir, ach! ihr hohen Mächte!

Und sie laufen! Naß und nässer
Wirds im Saal und auf den Stufen:
Welch entsetzliches Gewässer!
Herr und Meister, hör mich rufen! -
Ach, da kommt der Meister!
Herr, die Not ist groß!
Die ich rief, die Geister,
Werd ich nun nicht los.

“In die Ecke,
Besen! Besen!
Seids gewesen!
Denn als Geister
Ruft euch nur, zu seinem Zwecke,
Erst hervor der alte Meister
.”

Johann Wolfgang Goethe, Der Zauberlehrling

Ich kann gar nicht so schnell kotzen

wie die SchwarzGelben Betonköpfe ihre Meinung ändern.

Deren Hirn ist so bröckelig wie der Beton in alten Reaktoren.

Wegen einer Landtagswahl sind sie plötzlich “zum Umdenken bereit”.

Dafür sind wir 30 Jahre lang gegenangegangen, wurden Tausende von AKW-Gegnern zusammengeschlagen und kriminalisiert, haben wir die Risiken von Gorleben, Lubmin und Asse in Kauf nehmen müssen

aber wegen einer Landtagswahl bekommen sie plötzlich Bedenken.

Oh Thüringen, du hast es besser!

Du hast den Landtagsabgeordneten Jörg Kellner, der den Staat von unwichtigen Aufgaben entlasten will.
Unter anderem von Kultur.
Denn staatliche Unterstützung der Kultur beschnitte die kulturelle Vielfalt des ländlichen Raums. So sagt er.

Klar. Er hat Recht.
Staatlich unterstützte Kultur könnte die Menschen im ländlichen Raum von RLT-Schauen und CDU-Wählen abhalten.

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