So geht das:

erst macht man Geschäfte mit Herrn Gaddafi, dann unterstützt man die Rebellen nicht, aber wenn die gesiegt haben, will man Geschäfte mit ihnen machen und nutzt dazu recht große Worte:

Selbstverständlich stehen deutsche Unternehmen bereit und strecken die Hand aus für eine verstärkte wirtschaftliche Kooperation und eine Stabilisierung der gewonnenen Freiheit

sagt Herr Keitel, der Vorsitzende des BDI, und Herr Westerwelle fordert, daß Deutschland eine Schlüsselrolle bei der wirtschaftlichen Entwicklung des Landes nach Gaddafis Sturz einnehmen müsse.

Ja, die Kartoffeln aus dem Feuer holen andere, die deutsche Industrie holt sich dann die Sahnestückchen und Herr G.W. unterrichtet in “Staatsbürgerkunde und Zivilgesellschaft”

Quelle: Spiegel online

Kultur, Kunst, Glanz

Wenn es nur darum ginge, der Kunst Glanz zu verleihen, der ja immer eine Oberflächenangelegenheit ist, hat man das Wesen der Kunst falsch verstanden.

Frau Kisseler, die Hamburger Kultur-Senatorin.

Volkes Wunsch…

Also da wird eine Umfrage gemacht, wo Hamburgs Bürger am ehesten sparen würden.

Privat würden sie am Urlaub sparen. Öffentlich? An der Verwaltung (52%),  an der Kultur (29%),  aber eher nicht am Sport (10%).

Kann man nur sagen: Gut, daß es keine Plebiszite gibt. Und die jetzige SPD-Regierung in Hamburg wird  Kultur nicht kürzen.  Ein Bürgermeister, der auch auf Jazz-Festivals geht, hat sicherlich mehr Kulturverstand als die Befragten.

Quelle: Hamburger Abendblatt

Anschleimen

Die Tagesschau berichtet in ihrem Schlußlicht über eine Erfindung, die beim Auftauchen lästiger Wichtigtuer im Programm den Fernseher ausschaltet:

Die Castingstars von gestern. Die ehemaligen Fernseh-WG- und Dschungelbewohner. Die angejahrten Models. Die omnipräsenten “Experten” für alle möglichen Nicht-Themen. All die medialen Untoten, sie sind weiter unter uns – und verstopfen die Fernsehkanäle. Was immer sie uns an Irrelevantem mitzuteilen haben, wir sind ihnen gnadenlos ausgesetzt. Bis jetzt.

Komisch finde ich nur, daß die Tagesschau ein Programm der öffentlich-rechtlichen Sender ist, welche diesen Müll ja auf der Aufholjagd den Privaten hinterher immer permanenter verzapfen.

Also, an welche Nase fasst sich da wer? Sie schleimen sich bei den Genervten an, um mit ein wenig Selbstironie ungerührt das Niveau weiter herunterzufahren.

wo krieg ich ganz schnell die “heilige Handgranate von Antiochia” her?

Bei uns hält Pfarrer Fliege seine unheiligen Hände über teures Wasser , in Mexiko wollen sie eine Ampulle Papst-Blut durch das Land tragen um den Drogenkrieg zu beenden und in den USA tätigen die Menschen Hamsterkäufe weil die Welt untergehen wird (angezeigt durch eine Mikrobenverfärbung in einem trockengelaufenen See), die ganze Welt spinnt

Der Mensch, ein vernunftbegabtes Wesen?

7 Leben hat die Katze,

aber wieviele hat dieser junge Mann?

Zum wiederholten Male ist in diesem Jahr ein junger Mann nach einem Sprung in den Main bei Frankfurt gestorben.

schreibt die FAZ. Sagt uns aber nicht, wie oft schon …

So kann mans auch drehen …

Da hat die Hamburger Werbewirtschaft eine (Werbe-)Idee, will eine große nackte Pin-Up-Tussi aus Styropor in die Binnenalster legen, um auf Hamburgs Werbewirtschaft hinzuweisen, gibt das natürlich als Kunst aus, sonst würde es ja nicht genehmigt.

Der Leiter des Bezirksamts Mitte riecht den Braten und untersagt die Aktion.
Die Behörde für Stadtentwicklung und Umwelt, Senatskanzlei und Kulturbehörde gehen auf den sexistischen Leim und genehmigen die Aktion.
Und kein Argument ist zu armselig und zu blöde, um das irgendwie hinzubiegen. Und um auch noch ein anderes unterentwickeltes Hamburger Thema, die Umwelthauptstadt, zu verargumentieren:

“Wir sind für die Alster und ihre Nebengewässer zuständig”, sagte der Sprecher der Behörde für Stadtentwicklung und Umwelt, Volker Dumann. “Und wir fanden die Idee frech und witzig.” Zumal eine direkte Werbung nicht erkennbar sei. “Das zuständige Fachamt hat zudem befunden, dass die Badende auch als Hinweis auf das saubere Alsterwasser gelten könnte. Und das passt im Jahr der Umwelthauptstadt gut.”

Um die von der Kosmetikindustrie finanzierte Oberpeinlichkeit noch zu toppen, kann das Teil nicht mal ordentlich zu Wasser gelassen werden.

Die vom Abendblatt befragten Passanten allerdings waren diesem Objekt auch nicht gewachsen:

“Ich habe mich gefragt, was das soll”, sagte die 19-Jährige. Begeistert ist sie von dem Projekt nicht: “Kunst hat in der Alster nichts zu suchen.” Ähnlich sehen das Lars Bednorz, 34, und Susanne Möhl, 36. Sie sind auf der Durchreise in der Hansestadt und waren froh darüber, dass die Nixe noch nicht auf der Alster schwamm. “Die würde doch hier nur stören”, sagen sie. Es gibt allerdings auch positive Stimmen. Der Hamburger Halis Gülender findet die Idee gut: “Das sieht doch bestimmt schön aus.”

Was lernen wir daraus? Folgende Thesen stelle ich mal auf:

  1. Hamburgs Verwaltung hat kein Rückgrat, kein Kunstverständnis und ist für jeden Scheiß zu haben
  2. Die umsetzenden Techniker / Ingenieure oder wer auch immer verstehen ihr Handwerk nicht
  3. Die Bevölkerung läßt sich einreden, daß das Kunst sei und sieht sich in den Vorurteilen gegen Kunst bestätigt. Hier haben die Werber eindeutig versagt, hätten sie gleich zugegeben, daß das Werbung ist, hätte jedenfalls die “befragte Bevölkerung” nichts dagegen gehabt. Werbung geht ja immer. Wo sonst wenn nicht in Hamburg?
  4. Sexismus geht auch immer.

Hamburg, du Schöne, du warst mal schön. Jetzt bist du nur noch blöde.

PS: das Abendblatt fasst die Intention dieser Aktion so zusammen:

Das Kunstprojekt Bade-Nixe sollte von Montag an für zehn Tage in der Binnenalster schwimmen und daran erinnern, dass die Hansestadt und das Wasser zusammengehören.

Für mich gehen da ganz andere Dinge zusammen: Dummheit, Sexismus, Rückgratlosigkeit.

Quelle:  Abendblatt

da drängt sich eine Frage auf

Kriminelle Ausländer raus”

steht auf den hochgehängten Werbeplakaten der NPD in MeckPomm.

Aber: wohin mit den kriminellen Inländern?

Ich hörte und las da von einigen aus Demmin, aus Jarmel ..

schreiben?

Karl-Theodor zu Guttenberg sagt Ade: Im feinen US-Ostküstenstaat Connecticut hat er ein Haus gekauft, bald zieht die Familie nach Amerika. Es soll ein politisches Sabbatical sein, Guttenberg will ein Buch abschreiben. Was aber kommt danach?

Naja, wenn man schnell liest, liest man die Artikelzusammenfassung des Spiegel-Feeds eben so. Und glaubt er wirklich, irgendjemand wolle noch was von ihm lesen? Oder wissen?

Frauen- oder Fussball-WM?

Diese Sprachschlamperei, eher wieder gedankenlose Diskriminierung, ärgert mich.

Bei den hochbezahlten Wichtigtuern in kurzen Hosen schreibt die Journaille “Fussball-Weltmeisterschaft“.

Spielen Frauen Fussball,heißt es “Frauen-Weltmeisterschaft“.

So die FAZ, so das Abendblatt, bei der Süddeutschen vermeine ich es auch schon gelesen zu haben.

Was ist Diskriminierung? Wenn etwas / jemand / eine Gruppe auf eine Eigenheit reduziert wird … und bei Frauen ist es nun einmal das Geschlecht.

Bei der FAZ war es vielleicht der “Redakteur”, der neulich einen Artikel über die “neue Strickbewegung” gelangweilter Stadtbewohner mit Bildern häkelnder junger Frauen illustrierte.

Setzen, Sex!

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