erstmals weiblich

Goethe-Institut e.V.

Drittes Nationales Theaterfestival Afghanistans

Drittes Nationales Theaterfestival Afghanistans – erstmals mit zwei weiblichen Ensembles

so wirbt das Goethe-Institut. Das ist ja auch eine erfreuliche Tatsache. Aber mich kotzt es langsam an, wie man es herausstreicht, daß Frauen etwas tun.

Frauen sind auch Menschen.

Es gibt wieder Frauen.

Frauen machen auch Theater

Solche Aussagen jagen die Hunde los. Welch verschmockte Arroganz von uns Wessis blinkt da auf und wiesehr jagen wir damit die Frauen in die Messer?

Aktzeptiert die Frauen. Nennt die Ensembles. Freut euch und arbeitet mit ihnen zusammen. Etikettieren ist jedoch kontraproduktiv und gefährlich für die Frauen.

Trennung von Redaktion und Anzeigenabteilung?

Da kommt mir doch grade sowas unter:

Im Tagesspiegel online plappert da jemand über die Bewältigung der digitalen Bilderflut und dann steht da ganz selbstverständlich als Zeile unter dem Namen der Autorin:

Abzüge kann man bequem online beispielsweise über www.aldifotos.de in Auftrag geben.

nicht als Werbung gekennzeichnet.. einfach so

und während ich dies hier schreibe, klingelt mein Telefon und so ein Arsch von Werbefuzzi meint, ein Band mit einer wichtigen Nachricht für mich ablaufen lassen zu müssen.

ich möchte einfach von der Werbung in Ruhe gelassen werden. Ich habe es satt.

Nachtrag: mein Leserbrief zu dieser Thematik, den ich per Formular am Fuss des Artikels unter dem Aldi-Hinweis eingegeben hatte, ist bis heute nicht freigeschaltet worden

Erst wird aus dem Bahnhof kein Bahnhof mehr,

sondern nur noch ein Shopping-Centrum mit störenden Bahngleisen dazwischen, jetzt machen Sie das am Flughafen auch so.

Der Fluggast ist nicht mehr wichtig, daß er schnell und reibungslos befördert werden kann, nein, er muss jetzt ersteinmal durch ShoppingMalls, wie ich das Wort hasse …

Die deutschen Flughäfen befinden sich nicht mehr nur im Wettbewerb untereinander, sondern treten auch gegen Innenstädte und Bahnhöfe an. Die Hamburger Shopping Plaza wird die Einzelhandelsflächen am Airport mehr als verdoppeln. Fluggäste sind spendabel, auch Besucher und Abholer sind für Einkäufe zu haben. Ein Umfrage am Flughafen ergab, dass schon jetzt über 35% aller Abholer etwas erwerben. Durchschnittlich kommen 50.000 Besucher täglich an den Flughafen, die langen Ladenöffnungszeiten lassen den Standort in Zukunft auch für Shopper aus der Umgebung interessant werden. Flieger, Gäste, Bringer, Abholer, Anwohner, Beschäftigte: Alle sollen amüsiert sein. meldet Telepolis

Shopping = Amusement??? Aber was hat das mit Reisen und Beförderung zu tun?

Nichts außer der Schlußfolgerung, daß nur noch wer konsumiert eine Lebensberechtigung hat, alle anderen Bedürfnisse und Verhaltensweisen sind dem unterzuordnen.

Ich finde diese Vergewaltigung der Menschen wieder mal zum Kotzen.

Architekt des Hamburger Flughafens ist seit über 18 Jahren das Büro von Meinhard von Gerkan. Er steht für bauliche Kontinuität und schien nicht ganz zufrieden mit dem neuen Projekt. “Eine Shopping Plaza entspricht nicht ganz meinen funktionalen Vorstellungen von einem Flughafen. Aber ich habe lernen müssen, dass es den Wünschen der Passagieren entspricht.” Der “konzeptionellen Bruch” und die “längeren Wege” werden durch das “Raumerlebnis der Architektur” ausgeglichen, hoffte Gerkan während seiner Rede zur Grundsteinlegung.

Die langen Wege sind Teil eines Konzepts, das den Fluggast als konsumierenden Flaneur sieht. Die Läden werden zukünftig möglichst offen gestaltet, so dass man wie zufällig durch sie läuft. In den Terminal 4 von Madrid-Barajas ist ein Beauty-Spa integriert, die Wege zu den Gates sind bewußt lang gehalten, an strategischen Stellen hängen Displays mit den Minutenangaben vom jeweiligen Standort bis zu den Gates. Selbst der Flughafen auf Mallorca verlegte vor dem Sommeransturm 2006 seine Sicherheitskontrollen vor die Shopping-Area. Die Zukunft am Flughafen heißt auch hier: “Shop till you drop.”

Wie gesagt, nicht die Beförderung des Menschen ist das ZIel. Und wiedereinmal werden die Opfer zu Tätern gemacht: Aber ich habe lernen müssen, dass es den Wünschen der Passagieren entspricht.

Ist das so? Wollen wir jeden Tag Beschallung im Bus, lange Wege zum Gateway, störende Shopper auf dem Weg zum Bahngleis? Perfide

Etwas zu Weimar und dem fürchterlichen Bürokraten

Und noch etwas zeigt sich in der Entgleisung bei der diesjährigen Eröffnung des Weimarer Kunstfestes. Es ist jene Wurschtigkeit im Umgang mit der Kultur und der geistigen Welt insgesamt, an die wir uns schon so gewöhnt haben, dass sie uns nur noch aus Anlass solcher extremen Faux Pas auffällt. Eine Zeit, die stolz darauf ist, Berührungs- oder gar Schwellenängste vor der Kultur abgebaut zu haben, darf sich aber nicht wundern, wenn nun Krethi und Plethi im kleinen, feinen kulturellen Paradiesgärtlein herumstampfen und dabei von einem Fettnäpfchen zum anderen wanken.

Das Feedback für Leute, die bei jeder passenden und unpassenden Gelegenheit drauflos quatschen oder schreiben, was ihnen an Gedanken zur Kultur so durch die Birne rauscht, diese Feedback bleibt leider allzu oft aus. Kein Wunder, dass die Unberufenen und Unberatenen da glauben, dass sie sich alles erlauben können.

Schließlich ist es ja auch “nur” die Kultur. Die allgemeine Zugänglichkeit, aber auch die sogenannte Erweiterung des Kulturbegriffs, schließlich die Eingemeindung von Kunst und Kultur in die oberflächlichen Rituale der “Ereignisgesellschaft”, all das hat den Menschen jenes Stocken und Zögern, jenes Innewerden und Heilighalten genommen, das lange Zeit in unseren Breiten zum Umgang mit der geistigen Welt gehörte.

Auszüge aus Krauses Klartext: Haltet heilig!

Kommerzielles Fernsehen

ist für die mentale Umwelt wie eine Industrieanlage für die physikalische Umwelt. Eine Fabrik verklappt Umweltgifte in Wasser oder Luft, weil das der wirtschaftlichste Weg ist, Kunststoffe, Papier oder Stahl herzustellen. Fernseh- und Radiostationen "verschmutzen" die kulturelle Umwelt, weil das der wirtschaftlichste Weg ist, Publikum zu produzieren. Verschmutzung zahlt sich aus. Der psychische Fallout ist einfach der Preis für die Show.

Culture Jamming copyright: Kalle Lassn + orange press

aus: Kalle Lasn, Culture Jamming, Das Manifest der Antiwerbung
 

orange-press.com

 

Culture Jamming:

 

Heute bezeichnet es eine subversive kulturelle Praxis, eine Rebellion gegen die Inbesitznahme öffentlicher Räume und Zeichen durch Industrie und Commerz. Culture Jamming versteht sich als Sand im Getriebe der alles verheißenden und nichts erfüllenden Werbeindustrie.

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wenn die Hacker meinen,

sie seien wunderweis wie toll, weil sie fremde Webseiten hacken, dann sage ich nur:

steckt Euch Euren Öcalan wer weiß wohin!

Ich lass mir das nicht gefallen.

Bildungsauftrag der Öffentlich-Rechtlichen mal wieder

ein wichtiger Beitrag in der Berliner Zeitung

Um Mitternacht

Eine großartige Schulreportage wird von der ARD ins Spätprogramm abgeschoben. Das hat Methode

Gegen seelische Verwahrlosung

Natürlich gibt es für die Platzierung Argumente. Man kann sie in jeder TV-Illustrierten nachlesen. Zur besten Sendezeit hat die ARD ausschließlich unverzichtbare Produktionen von enormer gesellschaftlicher Relevanz anzubieten: Vorgestern lief um Viertel nach Acht eine fluffige Familienserie, gestern Fußball Champions League. Heute gibt es noch einen juxigen Krimi, morgen eine gedankenfreie Pferde-Oper, übermorgen zur intellektuellen Ertüchtigung mal wieder eine Schmonzette, am Sonnabend den “Musikanten-Dampfer” und am Sonntag einen “Tatort”. Der Bildungsauftrag lässt sich anscheinend unmöglich in der Prime Time und schon gar nicht am noch konsequenter durchtrivialisierten Vorabend erfüllen. Folglich muss diese heiligste Mission des öffentlich-rechtlichen Fernsehens in die Nacht versenkt werden. Im vorliegenden Fall geschieht das vielleicht auch aus Scham darüber, dass exakt diese Programmpolitik auch ein Teil des Problems ist, das “Beruf Lehrer” so eindrucksvoll beschreibt.

“Beruf Lehrer” ist eine jener “gutgemachten altmodischen Reportagen”, wie sie Autor und Grimme-Preisträger Thomas Schadt selbst vor einem halben Jahr in der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung eingefordert hat: von sich, seinen Kollegen und den Programmplanern. Der Filmemacher beklagte den qualitativen Niedergang der TV-Dokumentationen, den Rückzug auf seifigste Formen, oberflächliche Emotionalisierung und die Vernachlässigung journalistischer Tugenden. Schadt sagte: “Die Frage ist doch: Gibt man dem einfach nach? Oder sagt man, nein, wir haben auch den Auftrag, zu einer guten Sendezeit im Hauptprogramm Dinge zu senden, die das Bewusstsein der Deutschen noch erweitern.”

Die ARD hat sich für Ersteres entschieden.

Andere Fragen stellen sich ja auch nicht

Teletaucher

Kultur im Fernsehen im August

Harald Schmidt meldet sich heute Abend aus der Sommerpause zurück. Ob er wieder Vollbart trägt?

Die Herren Perlentaucher überbieten sich heute

Füsse hoch und lesen!

Das ist ein Befehl (oder eine Empfehlung?) des hochgeschätzten Perlentauchers:

Zur Prime-Time bringt das ZDF eine Doku zur Waffen-SS – um zu zeigen, welch furchtbarem Verein Deutschlands größter Dichter und Denker Günter Grass einmal angehört hat. Wir empfehlen, debattenmüde: Fernseher aus, Füße hoch, Lesen statt Debattieren

Flacher — geht's nicht?

Die Hamburger Hochschule für Musik und Theater kündigt folgende Veranstaltung an:

Aus Anlass des 85. Geburtstages des Lyrikers Erich Fried wurde 2006 erstmals ein spartenübergreifender Kompositions-Wettbewerb ausgeschrieben. Preisträgerinnen und Preisträger präsentieren ihre Werke im Rahmen einer Festveranstaltung der internationalen Erich-Fried-Gesellschaft Wien und der Hochschule für Musik und Theater Hamburg.

Im Rahmen dieses Konzertes werden Erich Fried-Vertonungen von Hans Werner Henze, Peter Michael Hamel und Dieter Glawischnig aufgeführt. Neben den Preisträgern sind Volker Banfield, Joachim Kuntzsch und Dietmar Mues sowie Studierende der Hochschule für Musik und Theater Hamburg Interpreten des Abends. Als besonderer Gast und Mitglied der Jury stellt Udo Lindenberg eine eigene Vertonung eines Gedichtes von Erich Fried vor.

Machen Sie sich einen eigenen Reim auf das Niveau..

Zweipfennig-Gedudel anstelle

DreiGroschenOper.

Ach ich liebe es, wenn die Rechnung nicht aufgeht. Wenn die Medien jede kritische Haltung von vornherein abgeben und devot jeden Knochen aufnehmen, den man ihnen zuwirft.

Und wenn dann alles so gnadenlos baden geht. Wie eben jetzt in Berlin.

Aber die dabei waren, die haben das wahrscheinlich gar nicht gemerkt.

Die WELT jedoch schimpft. Sehr amüsant. So ist das, wenn Popanze aufgeblasen werden, irgendwie in BB's Sinne?

Und Brandauer? Er wurde ausgebuht. Seine “Dreigroschenoper” war nicht mehr als schlappes Zweipfennig-Gedudel. Ein selbst ernannter Mount Everest kreißte und gebar ein lahmes graues Mäuslein.

Eben: wie die Überschrift sagt: Kukident für den Haifisch weiterlesen »

The Journal as Functional Art

Für uns ist ein Traveller die Art von Reisenden, den man in einemm verfallenem Hotel in Belize kennenlernt, ist die Art von Unbekannter, der einem an der Bar Tipps für das Trampen durch Kolumbien gibt und selbst schon von dunklen Gestalten aus seinem verbeulten VW-Käfer gekidnappt wurde. Ein Traveller ist das, was uns lang vergessene Erinnerungen zurückruft und die Frage stellen lässt, was wohl passiert wäre, hättten wir damals den Bus nach Kathmandu nicht verpasst…

Was das ist? Das ist ein Werbetext für Notizbücher!

Nicht genug, daß man mit einfachen schwarzen Kladden, wenn man nur Hemingway und die anderen üblichen Verdächtigen oft genug nennt, ein Vermögen scheffeln kann, nun muss man, um als Konkurrent angenommen zu werden, die Grammatik dermassen verbiegen und die übelsten Klischees vom Stapel lassen..

Zudem fleddert diese Firma auch noch auf übelste Weise die Kunstgeschichte von Asien bis Südamerika + 19. Jahrhunderts..

Alles für den gemütlichen Neo-Spießer

“Erster Rucksacktourist auf dem Mond gelandet!”

Aber was, wenn bald alle Strände entdeckt sind, ein Urlaub in Nordkorea wie Skifahren in der Schweiz ist und alle hungrigen Kinder Bauchschmerzen haben? Dann wird schließlich eine sensationelle Meldung über die Bildschirme flackern: “Erster Rucksacktourist auf dem Mond gelandet!”

taz von heute

tja, das ist wohl eher kontraproduktiv

Tja, so is dat


nicht immer funktioniert die Werbung wie gewünscht!

Freude statt Spass

Wenn mir jetzt noch jemand “viel Spass” wünscht, dann kriegt er was um die Ohren.

Ich wünsche mir und allen Anderen zum Geburtstag “viel Freude”, mit “Spass” terrorisiert man Andere, das wünscht man nicht!