Jugendkult und Altershass

Der Freitag berichtet über den Jargon der Altershasser

Zu den dümmsten Reformbemühungen neben der Ersetzung von Text durch Musikteppiche gehören die Anpassungsversuche an den sehr kurzlebigen Jargon und die Moden des Tages.

Aber wartet nur, irgendwann werdet Ihr alle alt und dann werden wir ja sehen, wer noch besser drauf ist!

Container sind nicht winterfest und die Woche hat 3 Tage

Also, ich dachte ja immer, Container seien wetter- und winterfest, deshalb verpackt man die T-Shirts aus China ja auch nicht in Reistüten und schickt sie auf die Reise, aber die Hamburger sehen das natürlich mal wieder anders:

die verpulvern eine Menge Geld Euro der Bundeskulturstiftung und anderer Geldgeber und bauen davon einen Container. Als ob nicht der ganze Hafen mit diesen Blechkisten vollstände.

Dann aber, weil ja Winter ist, wird der Container in die Winterpause geschickt, da steht er dann rum und ist für nichts gut. Und das Projektjahr, für den er geplant ist, wird dadurch natürlich schön kürzer.

Aber wenn er dann aus der Winterpause zurück kommt, ist die Woche vor Freude auf einen Schlag nur noch 3 Tage lang und alle sind glücklich.

KLANG!-Container -Eröffnungswoche vom 21. – 23. April: Uni-Campus, Moorweidenstrasse
Wir laden Sie herzlich zu einem Besuch ein: der mobile Konzertsaal kehrt aus der Winterpause zurück und tritt mit einem aufregend vielseitigen und kostenfreien Veranstaltungsprogramm seine Reise zu drei phantastischen Hamburger Standorten im Jahr 2009 an.

Dieser Container ist so gastlich, daß man, wenn man auf klang-hamburg,de dem Link zum weiteren Programm folgt, sogar in die Administrationsoberfläche von WordPress eingeladen wird. Donnerwetter, was in Hamburg alles möglich ist.

Und wenn man dann auf dieser Klangseite eine Zeitschrift bestellen möchte, wird eine Captcha-Eingabe erzwungen, aber das Plugin dazu tut auch nicht.

Also ne Schulung hätte von den Fördergeldern doch drin sein können ;=)

wasses nich alles gibt

Wer spricht mit wem wie?

Da ist doch eine merkwürdige Sprachzerrerei im Gange, verdruckst und peinlich:

Der Vergleich des Ministerpräsidenten Wulff sei „untragbar“ gewesen. Dessen Gedankenlosigkeit sei umso deutlicher zutage getreten, „als er seine Äußerung ausgerechnet in Gegenwart und auf Nachfragen einer Person machte, die aufgrund ihrer Geschichte ganz persönlich betroffen war und kraft ihres früheren Amtes als stellvertretendem Vorsitzenden des Zentralrats der Juden in Deutschland einen berechtigten Einwand dagegen vorbringen konnte und muss“. Die Frankfurter Allgemeine Zeitung erklärte zudem: „Vor diesem Hintergrund war es aus journalistischen Erwägungen geradezu geboten, dem Leser in Erinnerung zu rufen, dass Herr Wulff seinen Vergleich gegenüber einem jüdischen Mitbürger machte.“  (aus der FAZ )

Ach du lieber Himmel, solche Diskussionen führen doch gerade zu Diskriminierungen.
Demnächst muß jeder Mensch, mit dem spricht, eine Tafel auf der Stirn tragen, auf der Religionszugehörigkeit, Geschlechtszugehörigkeit, berufliche Vergangenheit und Strafregister aufgelistet ist. Ist doch echt bescheuert.

(Und aus Gründen der PC muss ich nun natürlich erklären, daß ich keinerlei Vorbehalte gegen den Drogenkonsumenten, "ukrainische-Dirnen"-Freier und Wichtigtuer Friedman sowie den christdemokratischen Ministerpräsidenten Wulff, der die Wirtschaft vor Progromen in Schutz nimmt, und das demokratisch-konservative Presseorgan FAZ hege)

 

Peinlich ist gar kein Ausdruck

da wird einer, kaum der Klippschule entsprungen, zum Wirtschaftsminister, weil sonst keiner da ist, und, obwohl er wohl von altem Adel, reden viele von "frischem Blut".

Der Witz ist nur, er lebt genau die gleichen öden Klischees von etlichen Generationen vor ihm.
Er hat Gel im Haar, aber keine Klasse.

Dafür läßt Herr von und zu Möchtegern sich am Times Square fotographieren, hält Hof wie Paris Hilton.

Und ein Washington-Korrespondent der ARD gibt dann ellenlange Elogen von sich zu diesem Möchtegern-Staatsbesuch, wie gut er englisch könne (ja, Performance comes from Power oder so ähnlich wohl), wie er die GM-Bosse nach Washington zitiert habe etc.
Nachdem der Korrespondent genug Schmus abgesondert hat, antwortet er wortkarg auf die Frage, ob dieser Power-Super-OberGeil-Besuch denn irgendetwas bewirkt habe oder wenigstens ein bißchen wahrgenommen worden sei in USA,

nein, eigentlich nicht.

Tja, so sind wir. Wenn uns niemand liebt, dann finden wenigstens wir uns toll und die ÖffentlichRechtlichen sind halt nur Hofberichtserstatter.

In der Presse? Siehe hier,Der kleine Baron in der grossen Stadt... gut gebrüllt, Löwe!

 

Das Leben ist gefährlich

und weil man als Philologe ja verbeamtet ist, hat man selbstverständlich Anspruch auf eine Gefahrenzulage.

Ist dich berechtigt Man gönnt sich ja sonst nichts.

Wenn Sie erfahren möchten, wie ein waschechter Funktionär spricht und argumentiert, dann lesen Sie das Interview des Philologen-Verbands-Vorsitzenden Heinz-Peter Meidinger im Spiegel.

Er kriegt doch immer wieder die Kurve zum Lehrergehalt.

Was bin ich froh, daß ich nach dem 2. Staatsexamen für das Lehramt an Gymnasien in Deutscher Philologie nicht in den Staatsdienst kam, nicht Lehrerin wurde. Es könnte ja sojemand in meinem Namen sprechen wollen…

PS: Eine kleine Pointe am Rande ist dann noch dieser Banner auf der Seite des Deutschen Philologen-Verbandes

Besuchen Sie den aktuellen Lehrerpreis.

Sorry, kann gerade nicht. Bin eingeladen beim Nobel-Preis ;=)

Ich krieg so die Wut,

wenn ich die Verluste sehe, die durch den Kölner Klüngel und diese unsägliche Schlamperei für immer verloren sind.

Dichternachlässe, Fotosammlungen, Kunstschätze… alles auf ewig verloren.

Durch Schlamperei.

Ich mag nichts mehr von den "Verlusten durch Kriegseinwirkug 39-45" hören,  wieiviel ist danach zerstört worden. Ohne Not.

 

Das Unwort des Jahres 2009

ich greife schon mal voraus, nein, es wird nicht Bankier sein sondern Berater!

Da reiten diese unerfahrenenen Jüngelchen, haben gerade ein BWL-Studium absolviert, können ein wenig Simplenglish, Unternehmen an die Wand (20 Mill. Schulden bei Märklin, aber 12 Mill. Beraterkosten pro Jahr) und dann ist die Krise da, und wer erklärt uns, was nun zu tun ist? Ein Berater

 

"Ein guter Chef zeigt Rückgrat"

Wenn die Firma ins Schlingern gerät, sind Krisenmanager gefragt. Ein Berater erklärt, was Chefs in der Rezession können müssen.

Und die Süddeutsche ist sich nicht zu schade und druckt diese Binsen ab.


Ach Sie wissen nicht, was ein Berater ist? Lassen Sie es sich von einem dieser adoleszenten Schlipsträger erklären: ein Berater ist ein Consultant. !

Ich mit meiner naiven Lebenserfahrung habe zwar immer gedacht, daß um raten zu können, Erfahrung, Praxis und Leistung notwendig sei, aber dem ist nicht so.

Es reicht, in überfüllten Hörsälen gesessen zu haben, den Konfirmandenanzug wieder aus dem Schrank zu holen, sich vom Taschengeld ein Iphone zu kaufen und das Notebook im ICE auszuklappen.

Und über allem grübelt der permanent mißbrauchte Einstein.Einstein ist schlecht beraten
 

Lesen Sie bitte woanders

meistens zwicke ich mir ja ein Zitat oder einen Absatz aus einer Epistel anderswo heraus und gebe dann meine "Ja so ist es" oder "das darf doch nicht wahr sein" dazu, aber diesmal möchte ich Sie gleich auf einen andere Seite schicken, denn Hal Fabers "Was war. Was wird" ist zu gut um zerrupft zu werden.

Falls Sie aber zu faul sind, eine ganze Seite zu lesen, können Sie sich das auch vorlesen lassen, es gibt dort eine (wohl mechanisch erstellte)  Podcast-Fassung, das empfehle ich aber nicht. Denn wie schreibt Hal Faber selbst?

Sein (Darwins) 200. Geburtstag ist in eine Zeit gefallen, in der der Mensch seinen Verstand verliert und selbst die Trolle schon mal bessere Tage hatten. Was den Menschen ausmacht, haben viele nach Darwin zu bestimmen versucht.

Und diese Blechstimme klingt verdächtig nach Troll. Also. Lesen Sie!

Der Mann (ist Hal ein männlicher Vorname, ich dachte immer das sei ein Computer) hat Meinung und Recht.

Das Frauenbild im Fernsehen

dieses Thema war früher ein Reizthema. Heute aber nicht mehr. Sollte es aber.

In der FAZ ist ein interessantes Interview mit Verantwortlichen für die Fernsehfilmproduktion, der Filmchefin des Bayerischen Rundfunks, Bettina Reitz, und dem Chef der Produktionsfirma Degeto, Jörn Klamroth, zu lesen.

Ganz vorsichtig fragt die FAZ an, warum immer wieder Christine Neubauer in diesen Produktionen zu sehen sei und Herr Klamroth antwortet:

So wie bei anderen Gottschalk oder Jauch bis zu viermal die Woche läuft, können die Leute bei uns im Ersten Christine Neubauer sehen. Ich finde das in Ordnung. Die Vertrautheit ist eine wichtige Komponente im Programm. Ich finde das naheliegend.

Ich finde das absolut nicht naheliegend. Frau Hörbigers permanente rosakostümierte Bildschirmpräsenz wird auf den "Besuch der alten Dame" heruntergeredet.

Und damit drücken sich beide Interviewten um das Thema und die beiden Interviewer haben eindeutig versagt.

Daß diese beiden Schnepfen immer wieder in den Fernsehproduktionen zu sehen sind, hat einen ganz offensichtlichen Grund:

Beide spielen die gleiche Rolle: die verhuschte, überstrapazierte, chaotische aber liebenswerte Tusse, die dann von einem souveränen, liebenswerten und charmanten Herrn aus dem Schlamassel gezogen wird und die unter der Ägide dieser Herren dann ihre erfolglosen Selbsterhaltungsversuche als Hobby weiterführen können, wenn sie denn noch möchten.

Und warum ist das so?

Weil wir in reaktionären Zeiten leben, in denen die Frauen an den (reichen) Herd zurücksollen, weil wir in wirtschaftlich sich verschlechternden Zeiten leben und selbstbewußte Frauen eine Konkurrenz für die Männer sind.

Aber das hatten wir alles schon. Da regt sich niemand mehr drüber auf.

Und ich kann diese Trutschen einfach nicht leiden. Peinlich sind sie, peinliche Schnepfen.

 

 

Böse alte Männer oder: Dialog der Religionen?

Wie kann es angehen, daß jetzt alle diesen bösen alten  Männer aus ihren Löchern gekrochen kommen und jede noch so abgeschmackte alte Irr-Lehre wieder herausholen, jeden Funken Menschlichkeit vermissen lassen, von Verstand gar nicht zu reden?

Was ist in die Katholiken gefahren,
 

  • daß Maledict einen Holocaust-Leugner re-kommuniziert,
  • jener wissenschaftliche Beweise des Holocaust prüfen will ob er geruhen möchte diese anzuerkennen,
  • ein Weihbischof aus Linz Homosexualität für heilbar erklärt, der deutsche OberPiusBruder Mohammed einen Kinderschänder nennt?

Narrenfreiheit auf Katholisch? 

Nein, wir haben diese kleidertragenden alten Männer immer nur unterschätzt.

Die sind immer so. Immer so gewesen. Nur eben manchmal nicht so frech. Und nicht so gefährlich.

Denn sie machen sich gerade daran, die Bedeutung des Begriffes katholisch ("einzig, einig") daranzusetzen, andere Religionen zu diskrimieren.

Sie diskriminieren die Juden.

Sie diskriminieren die Muslime.

Sie säen Haß und Abscheu.

Und das sind genau die Tugenden, die die Menschen in schweren wirtschaftlichen Zeiten brauchen.

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