Unpolitisch? Politisch!!

Verkehrsminister Posch spricht sich gegen eine Anhörung zu Studien des Epidemiologen Greiser über gesundheitliche Folgen von Fluglärm aus. Der Grund: Das Thema Gesundheit werde für politische Zwecke missbraucht.

Ich halte diese Haltung durchaus für eine politische Haltung. Hat Herr Hessischer Verkehrsminister Posch seinen Beruf nicht verstanden, kennt er den Sinn des Wortes “Politik” nicht?

Der Ausdruck Politik wurde nach griechisch ???????? (politiká, die politischen Dinge) gebildet und bezeichnet die Angelegenheiten, die die Polis, modern gesprochen: den Staat, das Gemeinwesen, betreffen. Politik „bezeichnet jegliche Art der Einflussnahme und Gestaltung sowie die Durchsetzung von Forderungen und Zielen, sei es in privaten oder öffentlichen Bereichen.

So stehts laut Wikipedia im Kleinen Politiklexikon. Hätte Herr Posch mal nachlesen sollen.

Quelle: Posch lehnt Anhörung ab: Keine Debatte über Fluglärm

Tags:Auftrag?, Ignoranz

Leben nur zur Ladenöffnungszeit? Wellness für IKEA?

Kein IKEA in AltonaDie  IKEA-in-Altona-Befürworter behaupten, IKEA brächte Leben in die Neue Große Bergstrasse.
Die IKEA-in-Altona-Befürworter wollen, daß sich alle in Altona wohlfühlen sollen (also auch IKEA).

Die  IKEA-in-Altona-Gegner behaupten, ein Leben findet auch außerhalb der Ladenöffnungszeit statt und fordern ein gemischtes Zentrum aus Wohnbebauung und Handel.

Welche Position steht für Stadtentwicklung?

Wer hat begriffen, daß ein gescheitertes Handelszentrum, das den Stadtteil verödet, nicht durch noch ein größeres Handelszentrum wiedergutgemacht werden kann?
Welche Position hat begriffen, daß Altona in großer Gefahr ist, den urbanen Charakter zu verlieren und zur Gewerbe-Ansiedlung zu werden?

Mein Votum haben die IKEA-in-Altona-Gegner.

Quellen: Kein Ikea in Altona.de und das IKEA-Streitgespräch im Abendblatt.

Tags:IKEA

Die Deutschen? Oder doch die Medien?

Was als Chaos vorausgesagt wurde, endete wenig spektakulär: „Daisy“ brachte zwar viel Schnee und erhebliche Verkehrsbehinderungen, aber keine Katastrophe. Die Deutschen scheinen vergessen zu haben, dass Schnee im Winter vor allem eines ist: normal.

Das schreibt die FAZ heute unter der Überschrift: "Deutschland und 'Daisy': Das Kataströphchen" (immerhin mit "ph"!)

Aber da darf man doch mal fragen, wer da was vergessen hat oder wer das medienmässig so hochgeputscht hat. Die Bevölkerung schwätzt doch nur nach, was ihr vorgesetzt wird.

IKEA als Erlösung aus der Misere der Stadtplanung?

Die Neue Große Bergstrasse wäre das Sorgenkind der Stadtplaner in Hamburg-Altona so es denn Stadtplaner in Hamburg-Altona gäbe.

Die Straße verslumt, die Bevölkerung schrumpft, das Prekariat wächst (schreibe ich mal so) und der Kleinhandel schrumpft oder geht ein.
Künstler wurden als Zwischenmieter / – Zwischennutzer in einem leerstehenden Kaufhausgebäude geladen und sind inzwischen wieder ausgeladen.

Das Kaufhausgebäude ist eine Wirtschafts-Ruine. Karstadt war mal drin.

Und was plant man in Hamburg-Altona?

Da man ja hiererorts unter Stadtplanung Wirtschaftsunterwerfung versteht, nimmt man diese Brache nicht als Chance, durch neue Wohnbebauung wieder Menschen in das Viertel zu holen, die Bevölkerungsstruktur zu vitalisieren, nein man handelt schlicht nach der dummen Devise: "wo ein Kaufhaus drin war kommt auch wieder ein Kaufhaus rein" und kommt auf diese erstaunliche Idee, IKEA in die Innenstadt von Hamburg-Altona zu holen.

Solange man noch glaubte, den Menschen etwas vorflunkern zu können, wollte man weismachen, es käme nur die Kleinteil- und Geschenkartikel-Abteilung von IKEA nach Altona und die Kunden würden selbstverständlich alle mit der S-Bahn anreisen…

Zu IKEA mit der S-Bahn???
Zugegeben, als IKEA in Moskau eröffnete, kamen Tausende Konsumwütige und Schaulustige mit der Metro und wanderten Kilometer über Schnee-Brache, standen Schlange, aber das war Moskau vor etlichen Jahren. Und dort ist es auch  längst nicht mehr so.

Noch nirgendwo auf der Welt hat IKEA in einer Innenstadt, in einem Wohngebiet ohne große Fläche eröffnet. Aber in Altona?

Ich bin ein bekennender Billy-Fan aber laßt die Kirche im Dorf und die Einkaufszentren für Groß-Artikel am Stadtrand!!

Hört auf, Sand in die Augen zu streuen.

Tags:Hamburg, Stadtplanung

Der Täter ist das Opfer?

Der Ex-Sänger der ''Böhsen Onkelz'' soll einen Unfall versacht haben, bei dem zwei Männer beinahe starben. Es wäre nicht der erste schwere Rückschlag im Leben des Musikers.

schreibt die Süddeutsche im Anreißer.

Ich denke mal, für die Opfer ist das ein "schwerer Rückschlag." Aber für einen Täter (wenn es der böse Onkel war) kann ein solch verantwortungsloses Handeln nie ein "Rückschlag" sein, denn Handeln ist aktive Betätigung. Und ein Mensch weiß was er tut. Und muß für seine Taten (nicht für seine Rückschläge) einstehen,

Strafgewitter?

Die Netzeitung hat ein neues Wort erfunden, das sie nun eifrig zur Kategorisierung einsetzt: Strafgewitter.

Es bemäntelt US-amerikanische Kriegshandlungen gegen angebliche Terror-Stützpunkte und vermengt so meteorologische mit moralischer Bedeutung.

Dadurch erhalten diese unkontrollierten Aktionen, die größtenteils ZivilOpfer fordern, eine quasi "unvermeidbare" Anmutung, eine rhetorische Folgerichtigkeit,

Eine äußerst gefährliche Kategorisierung, wie ich meine.

Strafgewitter

 

PS: was immer die Netzeitung, nachdem sie ihrer Rumpf-Redaktion verlustig ging, auch sein mag, sprachschöpferisch ist sie tätig.

Ich werde sie erst einmal aus meinem Newsreader entfernen.

Deklination unbekannt? Ein Neujahrs-Wunsch

Beim morgendlichen Stöbern in all den Beiträgen, die da aus der Blogosphäre herangeschwemmt werden, bleibe ich immer wieder hängen. Nicht an interessantem Inhalt, nein an sprachlichen Lücken und Grammatikfehlern, die so eigentlich nicht vorkommen sollten.

Wie kann das angehen, daß so gravierende Fehler wie

Weihnachtsgrüße an Euch allen und (http://www.texto.de/weihnachtsgruesse-an-euch-allen-und-929/)

oder

Für die wohl umstrittenste sozialpolitische Entscheidung in der Geschichte der Bundesrepublik liegen somit fünf Jahre an praktische Erfahrungen vor (http://www.heise.de/tp/r4/artikel/31/31781/1.html)

unbemerkt durch"rutschen"? Ist das nur Schlamperei oder Unfähigkeit?

Bei Telepolis scheint es woh eher Unfähigkeit zu sein, denn der zitierte Artikel liefert weitere Fehler, die einem Lektor, oder zumindest einem Gegenleser hätten auffallen müssen.

nicht müde zu betonen, die Reformen würden "wirken". (das hieße doch eher: die Reformen wirkten….)

In dieses Horn bläst auch .. (wäre da nicht stoßen angebracht?)

Die Wirkung der Arbeitsmarktreformen…  ist so weder …erhärtet.(wird erhärtet)

Ich weiß, meine Kritik wird wieder zurückgewiesen mit dem Hinweis, das Internet sei ein schnelles Medium und deshalb….

Das Argument lasse ich aber nicht gelten, denn korrekter Sprachgebrauch funktioniert genauso schnell wie falscher Sprachgebrauch. Und deshalb mein Wunsch:

Leute, sprecht richtig! Schreibt korrekt! Nervt nicht mit Eurer infantilen Grammatik!

Wer ernstgenommen werden möchte, muß korrekt schreiben können.

Sonst disqualifiziert er sich schon im Voraus.

Tags:Syntax und Grammatik

Nach Nacktputzen nun Nacktscannen…

immer wieder für neue Moden gut…

Spaß beiseite, es ist nicht witzig, daß sofort wieder nach Maßnahmen-Verschärfung und Rechte-Einschränung geschrien wird anstelle die bestehenden Regelungen ordentlich anzuwenden.

So treffen sich Hardliner eben von allen Seiten.

Ich glaube nicht,

daß die Nachricht, daß Schumacher wieder im Kreis rumfahren will und dafür unverschämt viel Geld bekommen wird, so wichtig ist, daß jede, auch wirklich JEDE Nachrichtensendung dies als erste Meldung bringen muss. Und das mindestens einen ganzen Tag lang.

Ich glaube nicht, daß Im-Kreis-Herum-Fahren und dabei unnötig Sprit-Verbrennen auch nur irgendwie im Namen irgendeines Fortschritts gerechtfertigt ist und ich glaube nicht, daß zumindest die Öffentlich-Rechtlichen Rundfunksender den Auftrag haben, diese Werbung für so einen rausgewachsenen GoCart-Fahrer und seinen Renn-STALL permanent zu senden,

Gerade in der Weihnachtszeit ist für mich der STALL etwas anders besetzt, aber das nur am Rande.

Diese Nachrichten sind einfach nur unerträglich. Und zudem Schleichwerbung. Nervend, belästigend und überflüssig.

Laßt die Toten ruhen!

Wer sich seiner Gegenwart unsicher ist oder die Zukunft fürchtet zu gestalten, der gräbt die Vergangenheit aus und läßt die Toten nicht ruhen.

So erging es Garcia Lorca, dessen Grab gefunden werden sollte, nun soll Leonarda da Vinci exhumiert werden.

Es ist schamlos und respektlos.

kulturelle Verwahrlosung

Alles ist insofern politisch, dass es der Unterhaltungsindustrie dient. Verdummungsfernsehen ist politisch. Ich glaube, dass die Leute zugedröhnt werden, damit sie sich nicht auseinandersetzen und keine kritischen Fragen stellen.

sagt Fatih Akin und dann sagt er weiter:

Aber wenn man sich die letzten zwanzig, dreißig Jahre Kulturschaffen in Deutschland anguckt, hat man es doch mit einer unwahrscheinlich großen Verwahrlosung zu tun

Quelle: Süddeutsche Zeitung

Entschuldigungs-Umkehr

die Bahn entschuldigt ihre Verspätungen jetzt schon selbst, wie eben im ICE 78 von Freiburg nach Hamburg hinter Göttingen:

wir entschuldigen die Verspätung

kommt da als Durchsage des Zug-Chefs durch den Lautsprecher.

Wörter oder Worte?

Sie haben uns Wörter gegeben, die uns unmittelbar und tief ergreifen.

Anders Olsson hielt die Laudatio auf Herta Müller.

Und der Übersetzer patzt.

wie bekommt man 95 (potentielle) Millionen Zuhörer…

wenn man ein Musikfestival veranstaltet?

Nun, das Usedomer Musikfestival schafft das, indem es alle Hörer von Radiostationen vereinnahmt, alle Menschen, die im Sendegebiet der Radiosender wohnen und dann noch die Bewohner der kleinen sonnigen Insel Usedom dazu… da kommt man schon auf eine solche hohe Zahl.

Verschämt nennt man ein "potentiell" vor der Zahl, aber das macht nichts, die Zahl bleibt hängen.

Und ich weiß jetzt, warum der Stau von Wolgast bis Zinnowitz zum Dauerstau wird… die wollen immer noch potentiell zu dem Musikfestival…

Leute, ein wenig tiefergestapelt hätte Eurem sympathischen Festival auch nicht geschadet!

Quelle: Die Ostseezeitung vom 8. Dezember 2009

Wie liederlich

eine Stadt verwaltet wird, zeigt sich auch an der Leichtfertigkeit, mit der die Stadtoberen die Museumssammlungen oder Teile davon auf den Markt werfen würden wenn sie könnten…

Die Hamburger Kunsthalle soll Gemälde verkaufen, um die Schulden zu decken.

Ja und irgendwann werden dann die leeren Museumswände zu Spar-Konzept-Exponaten.

Quelle: Hamburger Abendblatt, 8.12.2009

Tags:Hamburg, Kürzungswahn
Seite 2 von 3012345102030...Ende »