Abenteuer im EBook-Land

Nun gut, ich habe es gewagt.

  1. Ich habe mir eine Libreka-ID zugelegt,
  2. habe versucht, die Schritt-für-Schritt-Anleitung aufzurufen, stieß dabei auf einen503-Server-Fehler
  3. habe es nochmal versucht und die Infos erhalten. Ich soll mir also eine digitale ID von Adobe zulegen
  4. Ich gehe zu Adobe, melde mich an, bin jetzt Mitglied im Adobe-Club (weil ich ein Angebot des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels wahrnehmen wollte – nennt man soetwas nicht Koppelgeschäfte?)
  5. Ich soll nun eine Software "Adobe Digital Editions" installieren, aber das Installieren funktioniert nicht, der Vorgang bricht ab
  6. In der Hilfe wird mir ein Link angeboten, die Software herunterzuladen und manuell zu installieren
  7. das tue ich, aber beim Installieren kommt es zu einem Fehler "E_ADEPT_IO ActivationServiceInfo Error%20#2032"
  8. In der Adobe-Hilfe finde ich Informationen dazu, in englischer Sprache und da lese ich: DRM errors can occur if the clock has been changed on your computer. The DRM system keeps track of the clock to restrict users from overwriting expiration dates of library books and other expirable items.

  9. So nicht! 

Weil ich vom Börsenverein des Deutschen Buchhandels ein Angebot zum kostenlosen Download eines Buches wahrnehmen wollte, soll ich meinen Rechner von Adobe überwachen lassen?

Jetzt habe ich eine Frage: wie werde ich die Mitgliedschaften wieder los?Auf der Adobe-Seite gibt es nirgends eine Möglichkeit die Mitgliedschaft zu kündigen.

 

Kaufen Sie die Atemschaukel und versuchen Sie gar nicht erst,

es als EBook bei www.libreka.de herunterzuladen!

Daß beim ersten Downloadangebot des Buches "Die Atemschaukel" von Herta Müller der Libreka-Server zusammenbrach, mag ich gerne glauben.
Zuviele arme Irrende, die nicht verstanden, wie es geht, deren Browser den Download verweigerte weil er das Format nicht kennt, die von der Information in einen Wust von Registrierungen gejagt werden, weil sie sonst das Buch nicht lesen / nur auf einem Gerät lesen / oder nicht weitergeben / oder nur vom BND lesen lassen könnten.

Leute, was soll das?

Ein elende Datensammlerei, wozu braucht es das Geburtsdatum, Namen und Adresse wenn man mir etwas schenken will?

Und wenn Ihr meint ,

So einfach gehts…

dann ist es schon mal falsch. Wenn jemand meint, es sei einfach, ist es das in der Regel nicht.

Und die Schritt-für-Schritt.-Anleitung klappt auch nicht, bringt 503 Server Error .. so einfach gehts…

Ich  möchte nicht Mitglied der Adobe-Community sein müssen, nur weil ich ein Buch lesen möchte.

Merkt Euch: Datensammeln ist von Übel und Technik, die man nicht beherrscht, sollte man nicht benutzen!

Verzockt!

 

Freude ist nicht banal

 

und ich freue  mich, daß Herta Müller den Nobelpreis für Literatur 2009  erhalten hat!

Wenn Ihr Buch Atemschaukel ein Grund für diese Auszeichnung war, dann betrachte ich Oskar Pastior, der an diesem Buch mitgearbeitet hat, aber leider viel zu früh starb, als Mit-Preisträger.

Die FAZ jedoch ist wohl so von der Eilmeldung überrascht, daß sie einen alten Text herauskramt, um Herta Müller zu porträtieren:

Gegenwärtig arbeitet sie an der Fertigstellung eines autobiografischen Textes des 2006 gestorbenen Büchner-Preisträgers und Landsmannes Oskar Pastior mit dem Arbeitstitel „Atemschaukel“ mit Erinnerungen an dem Alltag in sowjetischen Arbeitslagern, an dem die beiden Autoren gemeinsam gearbeitet hatten.

Dieses Buch ist fertiggestellt. Es ist eines der ganz großen Bücher. Nur wieder ist da ein ganz kleines Licht bei der (Literatur-?)Redaktion der FAZ am Werk.

Nachtrag: Anscheinend editieren die Mitarbeiter der FAZ-Online-Redaktion online, jetzt ist diese Passage von der Seite entfernt.

Lesen Sie diesen Satz ganz langsam durch

Gegen einen Teilnahmer der Proteste nach der umstrittenen Wahl wurde nun die Todesstrafe verhängt. Er kann aber Einspruch einlegen.

Wie viele Systeme auf der Welt könnten gemeint sein? 

  • Kenia?
  • Iran?
  • Afghanistan?
  • Sachsen-Anhalt?
  • Weißrussland?

Es ist eine Meldung aus dem Iran.

Das darf einfach nicht sein

AbstimmungEs darf nicht sein, daß Roland Koch Finanzminister der Bundesrepublik Deutschland wird.

Moralisch ist dieser Mann dermaßen disqualifiziert, daß man ihm keinen Cent in die Hand geben dürfte. Deckte er nicht auch die Parteispenden an die CDU, die dann plötzlich als der CDU zugedachte Vermächtnisse emigrierter Juden deklariert wurden?

Wie kann man diesen Mann als Minister  verhindern?

Der Ausschnitt rechts stammt aus der Online-Abstimmung der Netzeitung vom 4. 10., 14:30

 


Was sind drei Jahre gegen 7000 Jahre?

Anscheinend ausreichend Zeit um eine Nachlässigkeit, die zur Zerstörung uralter Boote durch unfachgerechte Lagerung führte, auszusetzen und die Ermittlungen gegen die Zuständigen, Verantwortlichen wegen Verjährung einzustellen.

So geschehen in Stralsund, wie die Ostseezeitung berichtet.

Und nun ein Gedankenexperiment, ein Vergleich, der so abseitig gar nicht ist:

Wir selbst bürden heute nachfolgenden Generationen die Verantwortung für die Aufsicht über unseren Atom-Abfall auf.
Auch rund 7000 Jahre, wenn nicht noch länger. 
Und sind selbst nicht einmal in der Lage, ebensoaltes Holz richtig zu lagern.
Sprechen jedoch nach 3 Jahren die Verantwortlichen frei.

Die von uns in die Pflicht genommenen unfreiwilligen Atom-Aufpasser werden sich sicherlich genauso unfachgemäß, schlampig und verantwortlich verhalten. Und werden auch sicherlich freigesprochen, wenn es dann noch möglich ist.
 

 Infos zu den Booten: Landesamt für Denkmalpflege Schwerin

Einbaum

Zerstörung der öffentlichen Sphäre

durch die "Selbstverwirklichung"

In TimesMager der Frankfurter Rundschau wird eine Situation beschrieben, in der idealtypisch eine ältere Frau und ein junger Computernutzer "kollidieren".

Hier geht es um Raum, um einen Sitz- / Arbeitsplatz. Der junge Mann glaubt, nicht nur Anspruch auf einen SITZPLATZ sondern auch auf einen ARBEITSPLATZ zu haben.
Innenraum (Büro) annektiert Außenraum / Öffentlicher Raum (Höflichkeit ignoriert zudem).

Diese Verwechslung ist kein Einzelfall. Das gleiche Phänomen tritt auf bei der Verwechslung von Innen-Ohr und Öffentlichem Raum durch den Gebrauch von Telefonen, MP3-Spielern etc. Nur der eingenomme "Raum" ist etwas weniger greifbar, akustische Wellen kann man nicht mit Quadratzentimetern messen ;=)
Unhöflichkeit ist auch hier im Spiel.
 

Was hat eine Telefongesellschaft mit politischen Umfragen zu tun?

 Da bekommt man plötzlich solche Newsletter vom eigenen Telefonprovider:

 Sehr geehrter Herr XXX,
bei der F.A.Z. genießt die Meinungsvielfalt höchsten Stellenwert: Es ist für uns wichtig zu wissen, wie die Menschen im Land denken.
Daher führen wir regelmäßig bundesweit die Umfrage „Politikbarometer“ durch.[]
Heute wurden Sie für die Teilnahme ausgewählt, und wir möchten gern Ihre Meinung zu den aktuellen politischen Fragen einfließen lassen. Füllen Sie bequem den Online-Fragebogen aus.
Für Ihre Antwort bedanken wir uns gleich 2-fach:
1.
Sie erhalten 4 Wochen lang die F.A.Z. für nur 19,50 € frei Haus geliefert und sparen 50%. Die Belieferung endet automatisch.
2.
Dazu erhalten Sie das 3-teilige Reisetaschen-Set, das Douglas Gutschein über 10,– € oder das F.A.Z-Mini-Radio gratis.

Das könnte ja eine unerbetene Mail der Zeitung sein, aber nein, Callmobile schreibt vor dieser Nachricht in der Mail:

 Hallo XXXXXXe,

gemeinsam mit der Frankfurter Allgemeinen Zeitung möchten wir heute Ihre Meinung zur aktuellen Bundestagswahl erfahren. Als kleines Dankeschön für Ihre Teilnahme, haben Sie wieder die Möglichkeit, tolle Preise zu gewinnen!

Wir wünschen viel Glück dabei!
Ihr Team von callmobile

Ich finde das absolut daneben. Das hat nichts mit politischer Kultur zu tun. Warum will eine Telefongesellschaft eine politische Meinung Ihrer Kunden erfahren?

EIgentlich ein Grund, den Vertrag zu kündigen.

Und eine Gelegenheit der FAZ einmal Deutschunterricht zu erteilen, denn eigentlich ist ein Gutschein immer noch männlich… 

 

Robbie Williams

entartet wieder...

 

so stach mir der Artikel im FeedReader in die Augen, gemeint war wohl in schlechtem Simplenglish,. daß er wieder entertaint, aber so passt es auch.

Internet-Manifest These #3

Das Internet-Manifest

3. Das Internet ist die Gesellschaft ist das Internet.

Für die Mehrheit der Menschen in der westlichen Welt gehören Angebote wie Social Networks, Wikipedia oder Youtube zum Alltag. Sie sind so selbstverständlich wie Telefon oder Fernsehen. Wenn Medienhäuser weiter existieren wollen, müssen sie die Lebenswelt der Nutzer verstehen und sich ihrer Kommunikationsformen annehmen. Dazu gehören die sozialen Grundfunktionen der Kommunikation: Zuhören und Reagieren, auch bekannt als Dialog.

Das hätten die wohl gerne. So selbstverständlich wie Telefon oder Fernsehen? So selbstverständlich wie SPAM. Wer einmal von einem Facebook-Mitglied eingeladen wurde, sein Freund zu werden und dieser Einladung nicht gefolgt ist, weiß wovon ich schreibe.

Ein Manifest kann jeder aufstellen. Das besagt noch nichts. Vor allem besagt es nichts über die Richtigkeit der aufgestellten Thesen.Und die internet-blog-übliche Kommentiererei zeigt auch etliche Schwächen:

Bei aller berechtigten Kritik am herkömmlichen Journalismus zeigt sich hier doch auch die negative Seite der Blog-Szene, der hemmungslose Subjektivismus: Da wird vieles einfach mal hingerotzt, ohne Respekt für die Arbeit der Verfasser des Manifests – nach dem Motto: Jeder darf mal, egal was er zu bieten hat. Das macht die Auseinandersetzung mit dem wichtigen Thema der Zukunft des Journalismus nicht eben leichter.

schreibt die Frankfurter Rundschau dazu.

Mir gefällt nicht, daß sich da jeder GerneGroß als "Gegen-Journalist" und "Besser-Journalist" ausgibt, ohne auch nur eine ausgerpägte Ahnung von Recherche, Grundwissen, Allgemeinbildung, Politischer Bildung und Geschichtskenntnissen zu haben.

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