Hamburgs leere grüne Köpfe II

Ich habe am 5. 10. meinem Ärger in einer Mail an die Altonaer Grünen und an die Hamburger Grünen gesandt:

Sehr geehrte grüne Politiker,
ich bin zutiefst entsetzt über das Schweigen der Grünen zur aktuellen Kulturvernichtung in Hamburg.
Habt Ihr einen Maulkorb verpaßt bekommen?
Was denkt Ihr Euch eigentlich?

Stuttgart 21 oder Museumsstraße 23??????? Wo es nichts kostet, da ruft Ihr zu Mahnwachen auf, wo es darum geht, Haltung zu bewahren und den Bürgerauftrag auszuführen, da kneift Ihr und verkriecht Euch.

Meinen Unmut über Eure Politik habe ich auf http://www.kultur-banal.de formuliert.
Ich schäme für Euch, macht nur weiter mit Euren Straßenfesten …. C. Müller-Gödecke

am 14. Oktober bekam ich diese Antwort. Politiker-Gewäsch, meiner Meinung nach. Die sind schon sehr angekommen, diese Hamburger Grünen:

Liebe Connie Müller-Gödecke,

vielen Dank für Ihre Mail. Entschuldigen Sie bitte, dass die Antwort so lange auf sich warten ließ. Die Diskussion um die Sparpläne im Allgemeinen und insbesondere im Kulturbereich ist noch nicht abgeschlossen, weshalb wir noch keine endgültigen Aussagen treffen können.

Fest steht, dass kein Bereich grundsätzlich vom Sparen ausgenommen werden kann. Wir haben aber Kita und Schule, die Wissenschaft und die Kultur zum Schongebiet erklärt.

Vor Beginn der Haushaltsberatungen gab es zwei realistische Spar-Szenarien, die nun nicht umgesetzt werden. Das erste war die komplette Schließung des Schauspielhauses. Das zweite Szenario hätte ebenfalls ein Kettensägen-Massaker in der Kulturlandschaft bedeutet: die Schließung von gleich drei Museen (Altonaer Museum, Helms-Museum, Museum der Arbeit); und obendrein die Streichung aller Mittel für die Filmförderung (8 Millionen Euro pro Jahr). Wir sind froh, dass beide Sparszenarien abgewehrt werden konnten — auch durch unsere Intervention. Ohne die Einführung der Kulturtaxe hätte uns das nicht gelingen können.

Es gab noch weitere Vorschläge, die wir für falsch hielten und die so nicht kommen: Es wird keine Doppel-Intendanz für Schauspielhaus und Thalia-Theater geben. Auch die diskutierte Zusammenlegung von Wissenschafts- und Kulturbehörde wurde wieder verworfen.

Dennoch ist im Bereich Kultur nach unserer Meinung eine Menge schief gelaufen.

Zum Altonaer Museum:
Wir sind in Hamburg mit insgesamt 10 stadthistorischen Museen inklusive Außenstellen gut aufgestellt. Die Museen sind in der Stiftung historische Museen Hamburg zusammengefasst. In den vergangenen Jahren musste die Stiftung zweimal von der Stadt mit hohen Millionenbeträgen entschuldet werden. Die Sammlung des Altonaer Museums wird von anderen Museen abgedeckt, gleichzeitig hat das Museum nur durchschnittlich 30 voll zahlende Besucher am Tag – das ist sehr wenig und es ist auch schon ein jahrelanger Zustand. Daher rührte die Überlegung des Senats, den Standort zu schließen. Wir Grüne halten aber die Art und Weise, wie vor allem der Kultursenator mit einer beispiellosen Basta-Politik den Laden zum Jahresende dicht machen will, für falsch. Aus unserer Sicht muss sich der Senat mit den Betroffenen vom Museum an einen Tisch setzen und nach einer gemeinsamen Lösung suchen. Das haben wir in den vergangenen Wochen immer wieder auch öffentlich gefordert, und das wird auch passieren. Dass es nicht vor der Verkündung der Sparbeschlüsse geschehen ist, bedauern wir sehr.

Zum Schauspielhaus:
Wir waren erstaunt, dass das Schauspielhaus sagt, dass Kürzung von 1,2 Mio Euro die Hälfte des künstlerischen Etats ausmacht und milde gesagt verärgert darüber, dass die Kulturbehörde so etwas nur unzureichend mitteilt. Wir halten deswegen eine sofortige Kürzung auch nicht mehr für vertretbar, aber dennoch ist diese Zahl auch anderweitig erdrückend, denn bei 18 Mio Zuwendungen durch die Stadt plus Eintrittsgelder werden gerade mal 10 Prozent des Etats für die eigentliche Arbeit des Theaters verwendet. Auch hier muss der Senat mit den Zuständigen in Gespräch kommen und nach gemeinsamen und für alle verträglichen Lösungen suchen. Wir werden uns dafür einsetzen, dass ein Teil der Kulturtaxe dafür verwandt wird, unzumutbare Härten abzufedern.

Mit besten Grüßen

Julia Gause

GAL Hamburg
Assistenz der Geschäftsführung


Diese Argumentation ist doch äußerst dürftig.

ad 1)

Die Mär von den 30 Besuchern am Tag… ja, wenn alle Museen Kinder umsonst einlassen müssen, gibt es natürlich keine verkauften Eintrittskarten, die man zählen kann. Und wenn nur 1 Besucher am Tag Barnett Newmanns “Who is afraid of Red, Yellow and Blue” betrachteten, bliebe es doch ein großes Kunstwerk und gehörte nicht ins Magazin!
Das ist mit Verlaub eine dumme, populistische Argumentation

ad 2)

werden gerade mal 10 Prozent des Etats für die eigentliche Arbeit des Theaters verwendet.
Was soll denn dass nun wieder? Auch wenn man vielleicht hier und da einige Ausgaben straffen könnte, wer soll denn die eigentliche Arbeit des Theaters machen? Ehrenamtliche Philanthropen?

Nein, liebe Grüne, wer keinen Kulturbegriff hat (wie Ihr), der versteht auch rein gar nichts.
Ihr seid und bleibt eine kulturlose Partei.

wie Flimm meinte,

nur meinen, “die da oben” seien doof, reicht nicht.

Stuth21

Michael Jürgs liest der Hamburger Regierung die Leviten

und zwar sehr sprachmächtig.

Da ist die Rede von Kulturbeutlern und kultureller Verwahrlosung.

Eine große Wut. Die wir teilen.

Die Kulturbeutler

Reich, aber unsexy: Kleingeistige Volksvertreter sparen unsere Stadtkultur kaputt und ignorieren, dass Bühnen und Museen nicht nur viel kosten, sondern sich noch viel mehr auszahlen. Eine Polemik von Michael Jürgs


Eine große Wut. Die wir teilen.

Hamburgs leere grüne Köpfe

Je mehr ich über die Grünen in Hamburg und ihre erschreckende Kulturlosigkeit nachdenke, umso wütender werde ich.

Nirgends zeigen Sie Haltung, nirgends beziehen sie Stellung, bei der jetzigen Kulturdebatte sind sie gänzlich abgetaucht.

Seit 1978 die Grünen in Hessen zum ersten Mal zur Wahl antraten, habe ich diese Partei gewählt. Bis 2006.  Und seit die schwarzgrüne Koalition 2008 in Hamburg besiegelt wurde, konnte ich mich nur noch mit Entsetzen abwenden.

Ich richte jetzt mal ein offenes Wort an die Hamburger Grünen:

  1. Glaubt nicht, daß Ihr jemals wieder gewählt wird. Ihr tragt kräftig zur aktuellen Politiker-Verachtung (nicht Politik-Verdrossenheit) bei!
  2. Ihr reißt das Maul auf, wo es nichts kostet. Auf Eurer aktuellen Hamburger Seite ruft Ihr zur Mahnwache wg. Stuttgart 21 auf. Wo wart Ihr bei den Aktionen gegen die Schließung des Hamburger Museums? Da haltet Ihr das Maul und verkriecht Euch feige
  3. Durch Eure Korrumpiertheit laßt Ihr die Wähler im Stich und öffnet das Vakuum für Protestparteien und Populismus
  4. Schämt Euch!

Kuscheln mit Ahlhaus …

Hamburgs Grüne ohne jede Kultur…

da hat es mich doch mal interessiert, warum von der GAL, der Grünen Alternativen Liste Hamburgs, so gar nichts zu dem gegenwärtigen Kulturproblem zu hören ist.

Meine zynische Vermutung war ja, daß sie jetzt zusammen mit Bürgermeister Ahlhaus Auftritte des Polizei-Orchesters bei Straßenfesten im Schanzenviertel koordinieren.

Aber es ist noch viel schlimmer. Kultur interessiert die degenerierten Grünen überhaupt nicht. Die wissen gar nicht, was das ist. Die sind genauso beutelschneiderisch drauf wie dieser Senat, eine Kulturtaxe unterstützen sie, also eine Abgabe in nicht berechenbarer Höhe von irgendwelchen zufällig nach Hamburg Reisenden, die sich hier Kultur antun möchten.

Aber wenn dann die Museeen geschlossen sind, die Theater nicht mehr spielen, wer soll dann noch kommen?

Diese Hamburger Grünen verstehen unter Kultur “Kuscheln mit Ahlhaus” nur um an der Macht zu bleiben.

Schauen Sie sich das Elend mal an auf deren Webseite!

Da ein Bild immer mehr sagt als alle Worte, hier ein Screenshot der Seite der Landesarbeitsgemeinschaft Kultur

Kulturlose Bande

 

Folgende Themen-Auflistung findet man auf der Grünen-Seite zum Thema Kultur:

SCHWERPUNKTTHEMEN:

  • Kulturelle Bildung
  • Hamburg 2020, kreativ, lebendig, neue Jobs
  • Kultur-Standort Hafencity
  • Auswanderung und Einwanderung – Teile der Hamburgischen Geschichte

da möchte ich auch auswandern.

Wir bringen Sie ins Gefängnis…

wäre wohl der bessere Spruch bei dieser Werbung ….

HVV

Ahlhaus-Straße? Stuth-Straße?

oder darf wenigstens die Altonaer Museumsstraße ihren Namen behalten, wenn das dazugehörende Museum vernichtet wird?

Nachtrag

da steht doch tatsächlich auf der Hamburger-Stadt-Webseite:

Das Altonaer Museum in Hamburg ist eines der wichtigsten hamburger Museen für Kunst und Kulturgeschichte.

Deswegen will man es ja auch loswerden.

Altonaer Museum bleibt!

Und was ist eigentlich mit den Dependancen des Museums? Dem Jenisch-Haus? Dem Rieck-Haus? Aber wahrscheinlich weiß der Senat gar nicht, daß es das gibt und die ehrenwerten Senatoren kennen das Jenisch-Haus gerade mal als Hintergrundkulisse für hanseatische TV-Schundfilme und Reederreien-Serials…

PS: Jenisch-Haus und Rieck-Haus bleiben natürlich erhalten. Man braucht sie  ja als Kulisse für die eigene Selbstherrlichkeit.

Hemmungslose Stümper

sitzen da im Hamburger Senat. Sie können nicht rechnen, nur kaputtmachen.

Erst eine Generalintendanz, dann doch wieder nicht  – sie reden und handeln bevor sie denken.

Und so ist es auch mit dem Altonaer Museum.
Erst wird es renoviert für viel Geld.
Dann wird ausgerechnet, was ein temporärer Umzug wegen Brandschutzmaßnahmen (ach Frau Parteilos von Welck, Ihr Lieblingsthema!) kosten täte
Dann kommt man bei der Sparsitzung im Senat drauf, daß man es einfach schließen könne.  Und glaaubt wohl, man kann ein Museum einfach so in eine Schachtel stecken und gut ist.  Soll das Haus einfach nur geschlossen werden und alles was drin ist bleibt drin? Oder steckt man alles in eine Lagerhalle?
Was kostet das Umlagern? Was kostet der Mietvertrag, der ja nicht einfach von heute auf gestern gekündigt werden kann? Was kostet die Miete für die Lagerung?
Wann wird das, was in der Lagerhalle liegt, wieder ausgestellt? Und wo? Das Museum Altona gibt es ja dann nicht mehr?
Verkauft man dann einfach das Inventar oder was macht man damit?

Ist da wirklich nichts dran an der Vermutung, daß das Haus einem Immobiliendeal geopfert wird? Wäre ja nichts neues in dieser Stadt.

Ich kann nur meine Meinung wiederholen:

Dieser Lumpensenat und seine zurückgetretenen ehrenhaften Mitglieder gehören geteert und gefedert aus der Stadt gejagt!

Wehrt Euch!

Niels-Peter Rudolph (Intendant des Hamburger Schauspielhauses von 1980-1985):

“Die Beliebigkeit und kulturpolitische Inkompetenz, mit der jeden zweiten Tag ein neuer Zerstörungsplan gegen gewachsene Kultur in die Welt gesetzt wird, ist gedankenlos gelebte Fahrlässigkeit. Sperrt den Senat ins Millionengrab Elbphilharmonie – bis sich die Gedanken wieder zur Kultur der Verhältnismäßigkeit geordnet haben!”

Quelle:  Hamburger Abendblatt vom 27.09.2010

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