13.08.2008 in:
EigenHype|Kommentare deaktiviert
da wagt es doch eine Billig-Telefongesellschaft, mich in einem Newsletter so etwas zu fragen und bietet mir mir irgendwelchen Promotionschrott als Aufregung an.
Welcher Zynismus muss da herrschen, daß Simyo so seine Kunden anspricht?
oder ist das einfach ein Ausdruck der Verludertheit und Verkommenheit, daß eine Tageszeitung, wenn auch aus dem Springer-Verlag so doch nicht die BILD, Bilder-Quiz-Seiten online stellt, die Ihnen die Aufgabe stellen, entweder den Arsch, den Busen, die Tätowierung, den Mund oder die Ohren irgendwelcher Billigst-Promis zu identifizieren?
Und gleich darunter dann noch ein Prominenten-Lexikon wo noch mehr Müll verzapft wird..
Und das Ganze kommt mir vor Augen, während ich versuche, den Aufsatz Den Opfern eine Stimme geben zu lesen versuche.
Deshalb hier der Link zur Druckversion des Artikels, da bleiben Sie verschont von dem Dreck.
Der Jazzsänger Roger Cicero wird mit dem Hörerlebnis-Preis “Helix 2008″ geehrt. lese ich da ebenso wie Peter Sloterdijk mit CICERO Rednerpreis 2008 ausgezeichnet
also Herr Sloterdiijk bekommt von Herrn Cicero einen Preis, den Herr Cicero von Helios erhalten hat?
Steig ich nicht mehr durch…
Ich gebe Udo Feist und seinem Artikel Etwas Heiliges und Heilsames in der RF recht, wenn er zum Schluß konstatiert:
Der Pop säkularisiert mit Produkten wie “Chant” die religiöse Musik. Dem Markt und den sich dort bedienenden Individuen neue Sinnbedürfnisse zu unterstellen, erscheint weit hergeholt. Sie verhalten sich lediglich marktkonform – und ziehen sich Gregorianik rein. Ein Ausrutscher, aber kein Symptom.
Ich sehe jedoch einen Unterschied bei den Rezipienten:
Gläubige werden diese Musik als Andachts-Äußerung wahrnehmen, Un-Gläubige (und das sind wohl die Meisten) so wie im Artikel beschrieben.
Aber wie immer ist die Masse das Ziel. Da hat er recht.
12.07.2008 in:
EigenHype|Kommentare deaktiviert
Tja, da sind die Herren mit den Legobaukästen ganz ganz schnell beleidigt und fühlen sich auf ihren richtig teuren Schlips getreten, wie man in der NZZ nachlesen kann:
Weil das Modell Dubai vielerorts Nachahmer finde, dürfe man es nicht nur belächeln, sondern müsse bei Ausschreibungen des Scheichs mitmachen, um bessere Bauten einzubringen, erklärte Reinier de Graf. Was er dann allerdings an Vorschlägen bot, fiel beim Auditorium als «pubertäre» Grossmannssucht durch. Schwer beleidigt war der Holländer. Lebendige Urbanität indessen sieht anders aus.
Da hilft nun mal kein Rechtschreibprogramm wenn der Autor (oder der vielleicht doch existierende Lektor?) zu doof ist, den Inhalt zu verstehen…
ich habe seit langem ein Interesse für das Tunguska-Mysterium, abgeneigt aller esoterischen Anwandlung, eher durch meine Sibirien-Faszination und eine akustische Arbeit von Iris Disse angeregt, http://www.sibir.de
und dann muß ich in einem Artikel des Abendblattes Folgendes lesen:
“Der Telegrafenstangenwald, wie Kulik notierte, war von oben versenkt worden”, zitiert Dr. Jochen Schlüter, Direktor des Mineralogischen Instituts der Uni Hamburg, aus alten Berichten. “Noch 600 Meter vom Ort des Unglücks entfernt sahen Reisende der Transsibirischen Eisenbahn einen gleißenden Feuerball über den Himmel huschen.”
also waren die Bäume versengt oder versenkt????
Waren die Reisenden 600 Meter vom Ort des Unglücks entfernt oder 600 km? Wären Sie 600 Meter dran gewesen, hätte keiner mehr auch nur irgendwas erzählen können.
Aber das ist ja auch egal, der Autor dieses Artikels kann ja nicht mal richtig zitieren, was der Dr. Schlüter da zitiert hat.
dann ist Rainer Moritz dafür zuständig.
Wen wundert es also, daß der Chef des Hamburger LiteraturHauses, das man vielleicht in EventLiteraturHaus umbenennen sollte, seinen Senf zum Fußball abgibt und meint, eine Literaten-Mannschaft aufstellen zu müssen.
Dieser Mann ist dermaßen hinter der Banalität her wie der Teufel hinter der Seele, sei es Schlager, Fußball oder whatever, daß es nur noch peinlich ist.
nennt Uwe Justus Wenzel die Fußball-Arenen ohne Fußball-Platz, wie sie nun überall in den Städten aufgebaut sind.
In einem emotionsgeladenen, aber trotzdem nur allzu wahren Artikel in der NZZ nennt er Roß und Reiter, Handlanger und Opfer.
Es gibt viele Opfer: Steuerzahler, Lärmgeschädigte, Retardierte…
aber am besten selber lesen, dann können Sie mich vielleicht verstehen.
Der Schriftsteller Richard Wagner schreibt in der FAZ zur Lage der Literaturkritik:
Wer keine Freude mehr an der Erkenntnis hat, dem schrumpft das Interesse zur bloßen Neugier. Wo diese aber zur Geschäftsgrundlage wird, kommt die Verwertung der Entwertung gleich. Der Spaß mag garantiert sein und das politisch Korrekte ebenso wie das politisch nicht Korrekte gesichert, es sind aber auch die stilistischen Grenzen gesetzt, und stilistische Grenzen sind stets auch Grenzen des Horizonts.
“Man hat vielleicht oft das Gefühl, dass das Hören von Klassik das Abarbeiten einer Schuld ist. Leider auch hat das symphonische Klangbild in der heutigen Unterhaltungsmusik keine nennenswerte Rolle mehr. Man wurde früher ja viel mehr über das Fernsehen etwa mit Operetten konfrontiert. Heute sind Opern und Operetten im Fernsehen abgeschoben auf Spartensender. Die Zuschauerquote einer Casting-Show ist deutlich höher als die einer Opernausstrahlung.”
in der FR vom 15. Mai 2008
Der Perlentaucher meldet: “Goethe-Institut beruft Wirtschaftsbeirat ein. Der Präsident des Goethe-Instituts, Klaus-Dieter Lehmann, will das Verhältnis zwischen Kultur und Wirtschaft verbessern. Darum wurde ein Wirtschaftsbeirat mit Top-Managern wie Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann eingerichtet. “Wir hatten bisher eine Verbindung zur Wirtschaft, die sich aufteilte in Geldgeber und Bittsteller. Das wollen wir verändern”, erklärte Lehmann.”"
tja, was hat das Goethe-Institut jetzt?
In welches Boot holt sich da das Institust solche Zyniker und Wirtschafts.erbrecher wie Ackermann ?
Dieser Dalai Lama benimmt sich doch wie der letzte Depp…
wenn ich mir gerade seine Pressekonferenz ansehe, kein Wort zur Dramatik, keine Aussage, aber Faxen machen…
daß er noch gut schlafen kann, kann ich mir vorstellen, der kann doch tun was er will und die Leute schlucken es…
mir kocht gerade die Galle über. Die Süddeutsche hat recht.
Geister Führer? Unfähiger debiler Trottel
07.04.2008 in:
EigenHype|Kommentare deaktiviert
Wenn Blogger zusammenkommen, dann meinen sie, die “Journalisten der Zukunft” zu sein.
Und bestätigen sich das gegenseitig.
Dabei haben sie aber meistens das Wichtigste vergessen:
- daß sie nicht der Nabel der Welt sind
- daß Informationsvermittlung nicht reicht, wenn man keine Kriterien für Relevanz und Bewertung hat außer dem eigenen Ego
- daß Twitter keine Nachrichtenagentur ist
Die FAZ fasst es folgendermaßen zusammen:
Sollte die Berichterstattung binnen fünf bis zehn Jahren tatsächlich von alternativen Medien, etwa dem Bloggen und dem Onlinejournalismus, getragen werden müssen, wäre viel Arbeit zu leisten. Die Podiumsdiskussion reduzierte den Begriff des Journalismus auf den der Informations- und Nachrichtenübermittlung. Analyse, Reportage oder Essay sind Fremdgattungen in einem Diskurskosmos, der seinen Kurs ständig mit den neuesten technischen Fortentwicklungen abzugleichen hat und daher keine Zeit zu inhaltlicher Beschäftigung findet. Die Frage, welcher der Tagenden eine eigenständige Vorstellung einer wünschenswerten Zukunft entwickelt hatte, die sich nicht in der Anpassung an das erschöpft, was die Kommunikationsindustrie auf den Markt spült, wollte man da lieber nicht stellen.
und erhält einen treffenden Leserkommentar, der meine obige Aussage nur bestätigt:
bloggen hat sicher mehr zukunft als politisch korrekter alter Journalismus
Das schlimme ist ja, dass wir in den “alten” Medien nicht nur pc serviert bekommen sondern, dass anscheinend Zensur stattfindet und niemand sich in den Medien wehrt.
was ja eine unglaublich kritische und reflektierte Meinung ist…
und das macht ihn so bequem.
Aber auch so unwichtig. Und so aufgeblasen.
Dieser Wohlfühltibeter sollte sich um seine europäischen Fans kümmern und die immer weiter ausnehmen. Die danken es ihm.
Der Rest der Welt braucht ihn nicht.
Das dürfte vor allem daran liegen, dass er so wenig von uns verlangt. Für das westliche Publikum gibt seine Botschaft nicht viel mehr zu verstehen als ein Benetton-Plakat: Seid nett und lebt glücklich. Es wird kein ernsthaftes Glaubensbekenntnis gefordert, ja nicht einmal ordentliche Geldgaben scheinen zu interessieren schreibt die Frankfurter Rundschau.
25.03.2008 in:
Perfide|Kommentare deaktiviert
Während im Nationalen Radverkehrsplan, ebenfalls von der Bundesregierung vorgelegt, das Fehlverhalten mit ungenügenden Radverkehrsanlagen und auch recht verständnisvoll mit der “Umwegeempfindlichkeit” der Pedalisten erklärt wird, propagiert die Polizei neuerdings lieber “Null Toleranz für Risiko”. aus der Süddeutschen
Toll. Umwege-Empfindlichkeit. Das neue Wort für Rowdytum.
Gibts auch einen solch euphemistischen Begriff für KloTürNichtZuMacher?