Nichts geht über eine gediegene Halbbildung
abends in der Pizzeria mitgehört:
Sie: wie hieß noch mal dieser südamerikanische Freiheitskämpfer?
Er: Bolliwar
Sie: Und was war sein Land? Venizuela?
abends in der Pizzeria mitgehört:
Sie: wie hieß noch mal dieser südamerikanische Freiheitskämpfer?
Er: Bolliwar
Sie: Und was war sein Land? Venizuela?
Bild, schreibt Diekmann, sei “nicht türkenfeindlich gesonnen”. Vielmehr sei die Zeitung “immer für eine Vertiefung der türkisch-deutschen Freundschaft gewesen”. Dass der Ältere der beiden Täter von München Türke ist und der Jüngere Grieche, sei “bloßer Zufall”, beschwichtigt Diekmann. “Genauso hätten es Polen, Russen, Jugoslawen oder Kurden sein können.”
Ich denke, Herr Diekmann, es hätten genauso auch Deutsche sein können.
Vor ein paar Wochen saßen Sie im Flugzeug neben mir.
Damals war ich sehr müde. Ich wollte eigentlich den Platz wechseln. Heute täte ich es, egal wie müde.
wie blöd muß man sein, um ausgerechnet das Zitat Duke Ellington's, Oscar Peterson sei ein Maharadscha des Klaviers, zur Überschrift eines “Nachrufs” auf eben diesen zu wählen?
Auf welches intellektuelle/Kitsch- Niveau der Leserschaft spekuliert diese übrigens mit einem “Puk”-Preis des Deutschen Kultur-Rates Abendblatt-Kultur-Redaktion?
“Puk” = Presse und Kommerz … und eben Blödheit
Sat.1 steht auch insgesamt für einen fatalen Trend im Fernsehen: Die Ansprüche des Publikums werden seit Jahren auf ein derart beängstigendes Niveau gedrückt, dass jeder Anflug von Qualität nur als Pilotprojekt späterer DVD-Verkäufe nützt. schreibt die FR-Online.
Man halte fest: man stellt sich nicht auf das Niveau der Zuschauer ein, man drückt das Publikum auf dieses Niveau herunter…
ich frage mich nur, wem nützt diese unglaubliche stetige Verdummung eigentlich?
Der gleichzeitig in Düsseldorf vor Gericht stehende ….. erhielt in Abwesenheit eine lebenslange Strafe.
Da hat der Lektor bei der FAZ ja was Tolles durchgehen lassen:
wie kann man in Abwesenheit vor Gericht stehen?
Dann doch besser liegen…
daß der Betrogene betrogen wird.
Insofern geht mir die ganze Häme und Besserwisserei, die auf das Hamburger Völkerkundemuseum und seinen integren Direktor Köpke abgelassen wird, gehörig auf die Nerven.
Was sind wir doch ein schlaues Volk. Wir wissen immer alles besser.
Aber eben nur im Nachhinein.
Eine gute Seite hat dieses Geschrei um diese Ton-Steine-Scherben:
Wieviel Hamburger haben vorher gewußt, daß es ein Völkerkundemuseum in ihrer Stadt gibt? Na?
Eben.
Nun wissen sie es.
Ein besonders bitterer Nebeneffekt:
Die Freie Demokratische Partei Deutschlands, die mit dem Punkt und den vielen Nullen, die solche Betrüger wie Möllemann in ihren Reihen führte, fordert nun den Betrogenen zum Rücktritt auf, weil er sich hat betrügen lassen.
Schamlos mal wieder. Wie immer.
Was ist Respekt?
Es ist kein Zweifel möglich: Der ausschlaggebende Grund ist die profitable Steigerung der Besucherzahlen im Tal der Könige. Goethe, der über dem Totenschädel seines Freundes Schiller sinniert; moderne Dichter, die der Anblick der toten Pompejaner zu Betrachtungen über den möglichen selbstverschuldeten Untergang der Menschheit anregt – das sind die Ausnahmen. Die aktuelle Regel aber ist die Sucht, die Leben als Recht, alles zu erleben und zu enthüllen – als Event – definiert.
schreibt Dieter Bartetzko in seinem Kommentar zur Auslieferung des Königs Tutanchamuns an die Neugierde des Pöbels (und Pöbel sind inzwischen fast alle… )
Das Produkt wurde von Marketing-Chef Roy Timo Rousso und seinem Team so kurzweilig in Szene gesetzt, daß Fring letztendendlich am Ende des Tages von den Besuchern zum “Demo God” gewählt wurde. <= dumm und lästerlich
Das Demo Advisory Board habe bewußt Unternehmen gewählt <= früher hieß so etwas Festausschuß
Eine Aussage, die die Anwesenden der Demo Germany angesichts des regen Networkings während des Events sicher unterschreiben <= Gequassel
Es war eine ausgezeichnet organisierte Konferenz, die ihresgleichen sucht und Intellectual Property Owner, Venture Capital und Unternehmen in einer inspirierenden Umgebung zur Zusammenarbeit gebracht hat. <= simplengisches Gestammel
Das alles sind Splitter aus einem Artikel in der ComputerWoche.
Habe gar nicht gewußt, daß die stylistisch schon so auf den Hund gekommen sind ..

Diese Verallgemeinerungen gehen mir auf den Keks, ich war nicht Deutschland bei der Männer-Fußball-WM, ich bin nicht Deutschland bei H.P.
sind selber welche.
Kai Diekmann, hauptverantwortlich für die “Blöd”-Zeitung, schreibt in einer christlichen ZEIT-Beilage über das orthografische Gestammel und beklagt die voranschreitende Analphabetisierung der deutschen Gesellschaft.
No comment. weiterlesen »
ich habe meinen Ärger zurückgehalten, nicht gleich polemisiert gegen die Documenta XII, die ich mir kurz vor Ausstellungsschluß noch angesehen habe.
Nun habe ich mich überprüft und siehe da, der Ärger ist immer noch da.
Worüber habe ich mich geärgert?
Daß ich als gutwilliger Kunstliebhaber und – Betrachter so verachtet werde.
Wieso verachtet? Weil ich mir Mühe gebe in der Auseinandersetzung mit der Kunst und dies auch von den vermeintlichen “Künstlern” und den “Kuratoren” erwarte.
Und was bieten mir diese an? Scheißdreck, auf gut deutsch.
Nur zwei,drei Beispiele, die mich aber doch sehr geärgert haben (ich nenne keine Namen, weil ich die mir nicht merken möchte und ich zitiere auch nicht aus dem Katalog, wie ich eigentlich vorhatte, weil ich mich dann noch mehr ärgern müsste)
da stellt doch eine Künstlerin die erstaunliche “Plastizität” von Kaugummi fest, daß der immer wieder neu aussieht, wenn man ihn aus der Gosche nimmt, und deshalb bappt sie diese Klumpen auf ein Mäuerchen und fotografiert sie.
Ja, mein Gott, wäre das Zeig nicht plastisch, hätten sich Millionen von Amis die Zähne ausgebissen…..
da stellt und legt eine Künstlerin Belüftungsanlagenteile in den Raum oder hängt sie an die Decke und postuliert
=> “weg vom autoritären Künstler – hin zur Partizipation” danke, ich spiele normalerweise nicht mit Bauklötzchen und hasse Baumärkte
=> “weg von der Kunst – hin zum Alltag”
Ja warum hat sie dann die Teile nicht gleich im Baumarkt gelassen????
da hängt eine Photographie vom Künstler auf der Schulter des großen Majakovski-Denkmals in Moskau an der Wand, damit ein geschwätziger Kurator damit angeben kann, daß er mal in einer WG in Moskau gewohnt hat und das Denkmal (ohne diesen Künstler) aus seinem Fenster sehen konnte… O mein Gott!
Da sind wir aber froh für ihn…
Nein, diese Dokumenta war eine Meisterleistung des “Kaisers Neue Kleider – Prinzips”: statt “Er hat ja gar nichts an” nun eben “das ist nicht Kunst”
Warum soll ich mir Geo-Reportagen aus dem Kongo ansehen auf einer Kunst-Ausstellung?
Warum soll ich auf einem Videoschirm einem muslimischen Prediger zuhören?
Warum soll ich mir Video-Spielereien mit Fussball-WM-Schnipseln ansehen?
Noch einmal hinter Eure Ohren:
KUNST HAT AUCH RÄTSEL, KUNST IST MEHRDEUTIG UND NICHT PLATT,
KUNST ist auf keinen Fall eine Gesamtschau von Mittelstufen-Projektwochen
und auf Projektwochen-Niveau war diese Veranstaltung zweifellos.
Und mich ärgert das. Dieses ganze Oberstufengetue, sei es die Galerie für Landschaftskunst in Hamburg, sei es die Documenta, immer dieses “schaut her, wir haben mit Klötzchen gespielt… und Ihr müßt das nun für Kunst halten” geht mir echt auf den Keks,
weil es mich unterfordert.
Und weil es die Kunst tötet.
Wie schrieb ein Kritiker schon (und wie recht hatte er):
Die documenta 12 wird als höfische Inszenierung im Gedächtnis bleiben. Sie ist ein Akt der Willkür, der selbstgefällig die eigene Subjektivität dem Rest der Welt als Anreiz zum Nachdenken verkaufen will. (Gerrit Golhlke bei ArtNET)

Gerade mal im Fotostrecken-Titel können sie das Wort benutzen (und die Meldung erst als vierte plazieren…), die Herren Journalisten
das muß einen Grund haben, diese Sperre:
ist das tatsächlich so ein Schock für die Männer?
Sind denn die Männer Weltmeister und nur die Männer?
Nehmen die Frauen den Männern jetzt auch diese Rolle weg?
Oder was sind die Gründe für dieses Verschweigen, dieses Ignorieren, Nicht-Würdigen?
Tags:Geschlechterkampf
Deutschland ist WeltmeisterIN!
Und Ihr blöden Radio- und sonstige Chauvis, die Ihr tatsächlich glaubt, in den Nachrichten erst den Lokführerstreik zu nennen, dann Berichte über das Spiel Cottbus-Hannover bringen zu müssen, bevor Ihr auch nur in einem Satz über den Sieg der deutschen Fußballnationalmannschaft bringt:
wie kleinmütig seid Ihr eigentlich?
Hat schon irgendeinmal eine deutsche Männer-Mannschaft die Weltmeisterschaft gewonnen, ohne auch nur ein einziges Tor zu kassieren?
Aber das ganze Land in den Fußkommerzballwahnsinn zu treiben, 2006, das habt Ihr gekonnt!
Na? Nein! Wir Frauen werden es Euch noch zeigen!
so wirbt ein Prekariats-orientiertes Bankinstitut ganz im Trend der Zeit.
“Wenn eine Kultur wie die unsere alles unternimmt, um die Melancholie zu verbannen oder zumindest 'unschädlich' zu machen, handelt sie der Melancholie gegenüber verantwortungslos und beraubt auch die Menschen des Erlebnisses einer sie überragenden Transzendenz, der Einsicht, dass der Mensch trotz seiner Größse und Begabung keinesfalls allmächtig ist. Der permanente Mangel an transzendenten Erlebnissen führt zum Unglücklichsein; und alle Versuche, diesen Mangel durch immer neue Varianten des 'Sei glücklich!' zu beheben und durch die allgemeine Verfügbarmachung aller Dinge abzusichern, werden vergeblich sein. Ein solches Unglücklichsein ist nicht identisch mit der Melancholie. Die Melancholie kann den Menschen auch zu Einsichten verhelfen; das Unglücklichsein hingegen macht leer und apathisch.”
meint dazu Laszlo F. Földenyi in der NZZ.
Dieses Zitat fand ich im Perlentaucher, und der komplette Text steht in der NZZ.
Sven Felix Kellerhoff schreibt in der WELT:
Schon wieder ist ein Album aus einem KZ aufgetaucht. Bei ersten Mal waren es die Fotos der Täter, nun sind es Zeichnungen, die ein Häftling angefertigt hat. Einzigartig sind die Bilder nicht – aber sie geben Auskunft über das schreckliche Leben im KZ Dachau.
und dieses Schon wieder… souffliert sofort Ermüdung, satthaben, es reicht, hört auf damit, was braucht es das noch..
Was zwei kleine Worte bewirken können (oberhalb der Bedeutungsebene…)