Kategorien: Würde los?

Unangefochten von jedweder Selbstkritik

ist dieser Herr Wulff.

In einem Jahr ist das alles vergessen.

Wenn Sie sich da mal nicht täuschen. Wir Bürger vergessen das nicht.

Dann spricht er noch von Stahlgewittern. Will er sich jetzt als kriegserfahren gerieren, als Ernst-Jünger-Adepten? Nein, er scheint wohl einfach nur strunzdumm zu sein, nicht nur von Selbstkritik unangefochten, auch von jeglicher Bildung.

Verdammt nahe am “Wörterbuch des Unmenschen” ist dieser Präsident inzwischen.

Die kriegerische Wortwahl fällt gottseidank nicht nur mir auf. In den Revierpassagen wird die aggressive Wortwahl ebenfalls beleuchtet.

selbstgerecht und verlogen,

ist der Herr Bundespräsident Wulff,

das ist das Resumée, das sich unweigerlich aufdrängt, wenn man wie gerade im DeutschlandradioKultur die Analyse einer Körpersprache-Spezialistin und die Aussagen von Journalisten aus Hannover über Herrn W. hört.

Nachzuhören auf www.dradio.de: http://ondemand-mp3.dradio.de/file/dradio/2012/01/05/drk_20120105_1718_1d04d2e5.mp3

Herr Schäuble meint,

die Diskussion um Herrn Wulff und Consorten sei schädlich für das Amt des Bundespräsidenten.
Das meine ich auch, aber sicherlich anders als Herr Schäuble. Nicht die Kritik solle gefälligst verstummen, sondern der Kritisierte solle die Konsequenzen ziehen.

Das höchste Amt der Bundesrepublk Deutschland ist leider in der letzten Zeit falsch besetzt gewesen. Herr Köhler, der gegen Gesine Schwan mit einer dünnen Mehrheit von 15 Stimmen gewann, schmiß einfach hin. Herr Wulff, der gegen Joachim Gauck und Luc Jochimsen gewann, klebt am Amt.

Kleben ist das richtige Wort. Pecunia non olet.

Und nun kommen wir von der Privatheit und Heimlichkeit, die den ökonomischen Verhältnissen, in Übereinstimmung mit den allgemeinen Kulturtendenzen, durch die Geldwirtschaft zu eigen wird, zu dem Verkauf des Menschen, der Bestechung zurück, welche in der Geldwirtschaft, eben durch jene Eigenschaften derselben, ihre höchste Ausbildung erlangt. Eine Bestechung durch ein Stück Land oder eine Viehherde ist nicht nur vor den Augen der Umgebung nicht zu verheimlichen, sondern auch der Bestochene selbst kann sich nicht so scheinbar ignorierend, als ob gar nichts geschehen wäre, dagegen verhalten, wie die oben charakterisierte repräsentative Würde der Bestechlichkeit es mit sich bringt. Mit Geld dagegen kann man jemanden sozusagen hinter seinem eigenen Rücken bestechen, er braucht sich nichts davon wissen zu machen, weil es ihm eben nicht spezifisch und persönlich anhaftet. Die Heimlichkeit, die ungestörte Repräsentation, die Intaktheit aller sonstigen Lebensbeziehungen kann bei der Bestechung durch Geld noch vollständiger bestehen, als selbst bei der Bestechung durch Frauengunst. Denn so völlig und restlos diese sich in ihrem Momente erschöpfen mag, so daß, äußerlich betrachtet, von ihr noch weniger, als von einem Geldgeschenk, an der Persönlichkeit haften bleibt – so ist diese Spurlosigkeit doch insbesondere nach der Seite der inneren Konsequenzen nicht dieselbe wie bei der Bestechung durch Geld; denn das Bezeichnende für diese ist, daß mit dem gegebenen und genommenen Geld insoweit jegliche Beziehung zwischen den handelnden Personen zu Ende ist, während in jenem Fall an die Stelle der momentanen Gefühlserregung viel eher Aversion, Reue oder Haß als bloße Gleichgültigkeit zu treten pflegt. Solcher Vorteil der Geldbestechung wird freilich naturgemäß dadurch aufgewogen, daß, wenn die Verheimlichung nicht gelingt, sie die stärkste Deklassierung des Betreffenden mit sich bringt.

aus: Georg Simmel, Philosophie des Geldes, Fünftes Kapitel. Das Geldäquivalent personaler Werte

So hoffe ich doch.

ich nicht

Krasses Mißverhältnis oder Zweierlei Maß?

Unsere Hamburger Müllmänner dürfen Trinkgelder nur bis Sylvester annehmen, nicht mehr als 10 EURO / Kunde und müssen das Geld auch noch in Listen eintragen.

Unser Staatsoberhaupt darf Bücherkäufe und  getarnte Wahlkampf-Buchwerbe-Anzeigen von seinen guten Freunden hinter seinem Rücken schalten lassen, AirBerlin-Upgrades annehmen, private Mauschelkredite annehmen, und noch so mancherlei mehr.

Die Wahrheit, die hier scheibchenweise / guttenbergartig herauskommt, ist unwürdig.

Einem Müllmann nur 10 EURO Trinkgeld zu gönnen, ist auch unwürdig.

 

“Man muss selber wissen,

was man macht und das muss man verantworten”,

vor was will dieser Bundespräsident sein Wissen verantworten? Vor seiner Selbstgerechtigkeit?

Ein Minister-Präsident, der die Hypotheken für sein Haus nicht selbst zahlen kann und deshalb wohlwollende Vorzugskredite befreundeter Industrieller annimmt, gerät zweifelsohne in den Geruch der Bestechlichlichkeit, auch wenn er sich bei der Anfrage im Landtag mit haarspalterischen juristischen Argumenten meinte herausreden zu können.

Und so jemand wird Bundespräsident. Ein ehrenvolles Amt. Ein Amt, das von so würdigen Männern (leider keine Frau bisher)  wie Heuß, Heinemann, Scheel, von Weizsäcker ausgeübt wurde. Und das nun von diesem erbärmlichen Möchtegern-Berlusconi beschädigt wird.

Sie kriegen einfach den Hals nicht voll. Ersticken sollen sie an ihrer Selbstgerechtigkeit und Habgier.

In Jerusalem hat Jesus die Zöllner aus dem Tempel gejagt, bei uns sitzen sie noch in hohen Ämtern.

Verlust der Privatheit oder Schamlosigkeit?

da sitze ich morgens um 7:00 im Zug und eine Frau steigt ein, setzt sich auf die Nebenbank und fängt an, ihre Fußnägel zu lackieren.

ich frage sie, ob sie denn kein Badezimmer habe und sie zieht schimpfend in den nächsten Wagen weiter.

hätte fragen sollen, ob sie keine Kinderstube habe..

Das Sterben nicht hinnehmen wollen,

aber den Tod predigen…

ist es nicht bitter, zum Fest der Auferstehung von den Toten einen alten Mann nicht sterben zu lassen?

Wie will die Kirche das Leben lehren, das gottgegeben oder naturgegeben mit dem Tod endet, wenn sie selbst ihrem Oberhaupt kein Sterben in Würde und Akzeptanz erlaubt?

Wie läßt sich das Kirchenvolk das gefallen? Haben die nicht zugehört beim Katechismusunterricht, in der Osterpredigt, beim Karfreitag?

Der alte Mann, der nicht sterben darf: Tito, Pompidou, Breshnjew, Franco…. eine gespenstische Reihe …