Kategorien: wissen dies nicht besser?

Wahlrecht für 16jährige…

Die Politiker müssen schon sehr verzweifelt sein, wenn sie das Kommunalwahlrecht  (wie jetzt in Hamburg in 1. Lesung  das Bezirks- und das Bürgerschaftswahlrecht) auf 16 herabsetzen.

Das aktive  Wahlrecht ist ein Bürgerrecht, welches volljährigen, mündigen Menschen zusteht. Mündig bedeutet: geschäftsfähig und strafmündig. Bisher begann dieser Lebensabschnitt mit dem 18. Geburtstag.

Aber nein: nun sollen Jugendliche ab 16 Jahren wählen dürfen. Sie sind zwar nicht strafmündig, können aber jetzt wählen (wenn das Gesetz auch die 2. Lesung in Hamburg passiert.)

Na was denn nun?

Das Jugendstrafrecht wird aufgeweicht nach oben (wird ein über 21jähriger wegen mehrerer Strafen belangt und einige der Straftaten lagen vor dem 21. Geburtstag, kann trotzdem noch Jugendstrafrecht angewandt werden). Beim Strafrecht geht man davon aus, daß ein junger Mensch eventuell auch wenn er älter als 21 ist, noch als Jugendlicher, also milder, bestraft, verurteilt werden kann.
Bei gewissen Genußgütern beschützt man den Jugendlichen vor sich selbst, Zigaretten darf der Jugendliche noch nicht kaufen, Alkohol tunlichst auch nicht, für das Solarium braucht er die Zustimmung der Eltern, aber wählen darf er?

Was für ein Begriff von Mündigkeit ist das?

Die Grünen behaupten tatsächlich:

So wird Politik frischer!

Das meinte Frau Blömeke von den Hamburger Grünen. Welch naiver, anbiedernder, aber sicherlich nicht politischer  Gedanke!

Was ist frische Politik? Das passive Wahlalter wurde ja nicht gesenkt. Also kann “frsich” nur bedeuten, daß man den Jugendlichen hinterlaufen will, endlich eine weitere Zielgruppe für Twitterwahlkämpfe und Facebook-Kampagnen erschließen kann.

“Wir sind davon überzeugt, dass Jugendliche in unserer Stadt in der Lage sind, aktiv an der politischen Willensbildung mitzuwirken. Nun können sie entscheiden, ob sie ihr neu gewonnenes Recht nutzen und wir hoffen auf zahlreiche Beteiligung der Erstwähler bei den nächsten Wahlen”, sagte Barbara Duden (SPD).

Wenn Sie da mal nicht gehörig daneben liegt. Hat Frau Duden mal die politische Kompetenz der Jugendlichen geprüft? Kennt Sie die Lehrpläne der gymnasialen Mittelstufe, der Real-Schulen, der Haupt-Schulen? Weiß sie, welches politische Wissen und Verständnis, das ja Grundlage einer politischen Beteiligung ist, da vermittelt, erreicht wird?  Wenn sie “in unserer Stadt” so betont, ist Hamburg besser bei der Jugendbildung als andere Länder?

Bisher war “frisch” ein Attribut für Äpfel, Birnen oder Hackfleisch, aber für Politik?

Quelle: Die Zitate stammen aus dem Abendblatt vom 24.01.13

Landeskirchliche Philister

Nun ist den landeskirchlichen Herren hier im Norden vollständig der Geist ausgegangen.

Ein Bildhauer schafft eine Skulptur des Hanstorfer Dorfpfarrers Johann Jakob Mussäus: Ein Mann der Kirche. Ein Kind.
Dieses Kind steht vor dem Pastor und streckt vertrauensvoll die Arme zu ihm aus.
So eine Skulptur darf nicht auf Kirchenland aufgestellt werden. Denn die Kirchenoberen sehen in dieser Skulptur ein pädophiles Motiv, wie die Ostseezeitung berichtet.

Marie Ellenrieder Jesus von Kindern umgeben 2

Und sie brachten Kindlein zu ihm, daß er sie anrührete; die Jünger aber fuhren die an, die sie trugen.
Da es aber Jesus sah, ward er unwillig, und sprach zu ihnen: Laßt die Kindlein zu mir kommen, und wehret ihnen nicht; denn solcher ist das Reich Gottes.
Wahrlich, ich sage euch: Wer das Reich Gottes nicht empfängt als ein Kindlein, der wird nicht hineinkommen.
Und er herzte sie, und legte die Hände auf sie, und segnete sie. – (Mk 10,13-16)

Pädophilie? Das sind sexuelle Handlungen Erwachsener an Kindern. Aber das kindliche Arm-Ausstrecken?

Ich kann den Herrschaften einen Tipp geben, um weitere Erfolge auf ihrer reinen Hatz feiern zu können: Eine Bildsuche bei Google zum Beispiel. Oder einfach mal in der nächsten Kirche oder dem nächsten Museum. Selbstgerechte, verklemmte Bilderstürmer finden da reiches Betätigungsfeld.

ein zweitausendfünfzehn Kilometer langes Terminal?

Nein, es ist nicht die ungeschickte Überschrift im Hamburger Abendblatt,

so ein langes Terminal!

die mich ärgerlich machte beim Lesen. Herr Behns Schönrednerei ärgert mich.

Er wird gefragt, ob er schon einmal in der Altenwerder Kirche war (für Nichthamburger: diese Kirche blieb bei der Zerstörung des Hamburger Ortsteils Altenwerder für den Hafenausbau als einziges Gebäude, und das auch nur für eine befristetet Zeit, stehen):

Waren Sie schon einmal in der St.-Gertrud-Kirche auf Altenwerder?

Behn:

Natürlich war ich schon in der Kirche. Mehrfach. Unter anderem zu den Baumblüten-Konzerten. Wir sehen die Kirche als Kontrapunkt zur Technik im Terminal und freuen uns, wenn dort aktives Leben stattfindet.

Leben nur zur Ladenöffnungszeit? Wellness für IKEA?

Kein IKEA in AltonaDie  IKEA-in-Altona-Befürworter behaupten, IKEA brächte Leben in die Neue Große Bergstrasse.
Die IKEA-in-Altona-Befürworter wollen, daß sich alle in Altona wohlfühlen sollen (also auch IKEA).

Die  IKEA-in-Altona-Gegner behaupten, ein Leben findet auch außerhalb der Ladenöffnungszeit statt und fordern ein gemischtes Zentrum aus Wohnbebauung und Handel.

Welche Position steht für Stadtentwicklung?

Wer hat begriffen, daß ein gescheitertes Handelszentrum, das den Stadtteil verödet, nicht durch noch ein größeres Handelszentrum wiedergutgemacht werden kann?
Welche Position hat begriffen, daß Altona in großer Gefahr ist, den urbanen Charakter zu verlieren und zur Gewerbe-Ansiedlung zu werden?

Mein Votum haben die IKEA-in-Altona-Gegner.

Quellen: Kein Ikea in Altona.de und das IKEA-Streitgespräch im Abendblatt.

Fackelgate..

Karl Kraus war bekanntlich ein leidenschaftlicher Bekämpfer der Sprachverluderung. Und nun ist er schon so lange tot, daß seine Werke copyright-frei sind. Seit dem 1. Januar 2007.

Die gesamte Ausgabe soll jetzt im Netz stehen. Das geht durch die Feuilletons.
Und so ziehe ich hinterher und versuche mich an dieser Webseite corpus1.aac.ac.at/fackel

Das Registrieren geht erstmal nicht in jedem Browser, und dann ist die ganze Chose in Englisch. Vom technischen Prozess des Registrierens bis zum neudeutsch so genannten “Content”. Alles Außer-Kraussliche ist in englisch.
Der Link zur Seite ist kryptisch, das Passwort, das man zugeteilt bekommt, ist kryptisch und kann nirgends geändert werden.

Sie machens einem schwer. So schwer wie Karl Kraus es seinen Lesern gemacht haben soll? Nein, so schwer wie es ist, wenn man nichts versteht von sogenannter “Usability”… wenn man etwas anbieten aber doch verstecken möchte

Und ob der Seitentitel von Humor zeugt? FackelGate?
machts besser oder gar nicht!

Konvergenz der Medien, Spaß für alle

Herr Ministerpräsident Beck ist wirklich kein Freund der Unternehmerschaft, sondern ein wahrer Vertreter der Arbeitnehmer.
Wie sonst ist es zu erklären, dass er so vehement dafür sorgt, daß Arbeitsmittel wie PCs mit Internetzugang Rundfunk-Gebühren bezahlen müssen?
Er hat so recht. Die Arbeitnehmer müssen ununterbrochen bespaßt werden und der Unternehmer muss das bezahlen.

Im O-Ton:
Beck begründete den Schritt damit, dass “die Konvergenz der Medien jetzt Realität wird”. weiterlesen »

Politker oder Sozialarbeiter?

Wer hat da im Osten versagt?

Es ist nicht zu fassen, da richten doch tatsächlich Politiker im schwach besetzten Bundestag über die unterfinazierten und klein gehaltenen Sozialpädagogischen Projekte im Osten, die halbherzig alimentiert, die Nazis im Zaum halten sollten.

Ich glaube diese Verlogenheit einfach nicht.

ohne Grund

werden Bibliotheken zusammengestrichen und das wird dann einfach als Neu-Orientierung verkauft:

die Bibliothek des Goethe-Instituts in Paris:

Je nach Zählweise geht es um eine Reduktion auf ein Viertel oder ein Drittel des alten Bestandes. Intern ist die Rede von 35 000 Bänden, von denen nur 5000 übrig bleiben sollen. Die Pariser Institutsleiterin, Angelika Ridder, will diese Einschätzung indes korrigiert wissen. Sie spricht von 25 000 Bänden, von denen 8000 erhalten bleiben und verkauft die Verkleinerung als thematische Profilierung: Man werde nicht mehr die deutsche Literatur ab 1945 führen, sondern sich auf die Literatur seit dem Mauerfall konzentrieren.

Wer Bibliotheken zusammenstreicht, frißt auch kleine Kinder.

Oder ist einfach nur grottendumm.

FR vom 07.06.07

Kulturpolitik oder ?

Das Auswärtige Amt hingegen begrüßt es, dass die auswärtige Kulturpolitik bald nicht mehr wie bisher von Kulturpolitikern verhandelt wird, denn dazu sei doch “ein besonderer außenpolitischer Sachverstand” nötig. Vermutlich der Sachverstand, der das Auswärtige Amt in den letzten Jahren veranlasste, seinen Etat immer ausgerechnet in der Kultur zu kürzen.

“Kalter Putsch” in der Berliner Zeitung

Physik oder Koranschändung?

Da wird dann peu á peu eine Kette von Zufälligkeiten konstruiert, die in einem Menschenrechtsverletzenden Völkerrechtsverletzenden Konzentrationslager den verstockten muslimischen Insassen nur als Schändung vorkommen; dabei hat doch bloss gerade mal ein demokratischer Aufseher in einen Lüftungskanal gepinkelt, der zufällig in die Zelle und auf einen koranlesenden Häftling führte…

nun, jetzt ist der Aufseher auf einen Wachtturm versetzt worden und kann pinkeln wie er will.


Auf welchem Niveau sind die Fernsehnachrichten angekommen, um solche Verlautbarungen unkommentiert herunterzuleiern?