nun sind sie wirklich Politiker geworden, was sie doch immer entrüstet von sich wiesen.
Aber in Bezug auf die sinkende (oder nicht wahrnehmbare) Zahlungsmoral ihrer Mitglieder und die daraus ableitbare Verminderung ihrer Mitgliederzahl wird nun schon argumentiert, wie man das von den etablierten Politikern gewohnt ist: da wird solange hingebogen, bis es paßt.
Die Bundespartei bestritt am Sonntag, dass sich aus den ins Internet gestellten Mitgliederzahlen ein Trend zum Rückgang ablesen lasse. Nach dieser Statistik wäre die Zahl der zahlenden Mitglieder von 60 Prozent Ende 2011 auf etwa ein Drittel Anfang 2013 gefallen. Es handele sich jedoch nur um Arbeitsstände der Landesverbände, aus denen sich nicht schließen lasse, wie viele Mitglieder aktuell ihre Beiträge bezahlt hätten und damit stimmberechtigt seien, sagte Bundesschatzmeisterin Swanhild Goetze der dpa. 1
Nun haben Piratens zwar inzwischen gelernt, wie man Tabellen in HTML formatiert (das können sie ja auch noch nicht so lange), und sie folgen auch brav ihrer Selbstverpflichtung zur Transparenz, aber das Statistik-Lesen ist nicht ihre Stärke, eher das Zurechtbiegen. Da sind sie doch voll auf Churchills Linie.
Auch wenn man dabei indirekt zugibt, daß man eben überall schlampt und nichts auf die Reihe bekommt.
Schick ist auch diese Argumentation, so ein wenig auf der kindlichen Argumentationsschiene “Ich habs doch nicht so gemeint…”:
„Unser Wiki ist intern“, sagte Goetze über das frei einsehbare Dokument. Die im Internet verfügbaren Zahlen seien nicht zur Veröffentlichung bestimmt. „Das sind keinesfalls die aktuell stimmberechtigten Mitglieder und aktuelle Daten, wer bezahlt hat.“ Die aktuellen Zahlen würden erst im Mai vorgelegt.
Ja was denn nun?
Und es geht weiter:
„Das ist keine Debatte, die bei uns auf Landesebene keine Rolle spielt, sondern die bundesweit diskutiert wird“, sagte Landeschef Kevin Price.
Die Logik kommt da irgendwie unter die Vonsichwegschönred-Hufe…
Aber einer hat was geschnallt:
Der Landeschef im SAARLAND Jan Niklas Fingerle fordert eine „Themenorientierung“.
Die bisherige Themenorientierung “kleine dumme Jungs kloppen sich digital” ist eben doch nicht mainstream-zielgruppengerecht, die Buben sind einfach zu häßlich für die Yellow Press und andere Klatschblätter…
1 Quelle: Ostsee-Zeitung vom 25.02.13