Neuerdings ist es in Mode gekommen, für die täglichen Moderationen im Radio anstelle eines Moderators zweieinhalb Moderatoren zu beschäftigen. Wozu das?
Um die Arbeitslosenstatistik zu senken? Sicher nicht. In Zeiten wie diesen, in denen es, außer dem Lachen des Verzweifelten, offenbar nichts zu lachen gibt, wird seitens der Medien keine Anstrengung gescheut, die Leute zum
Lustigsein zu verführen. Im Kampf um die sogenannte Zuhörerquote nimmt dieser Vorsatz derart Gestalt an, daß sich zwei Moderatoren mehr oder minder redlich mühen, im Witzereißen zu überbieten.
Ziel dieser Übung ist es, daß jeweils einer der Moderatoren über des anderen Witz in heiteres Gelächter verfällt, um die geneigte Zuhörerschaft mit seinem Lachen zu infizieren. Da
aber auch die Moderatoren nur Zeitgenossen sind, das heißt auch sie eigentlich nichts zu lachen haben, schon gar nicht über die Witze des jeweiligen Kollegen auf eigene Kosten, kommt an dieser Stelle die halbe Moderatorenstelle ins Spiel (Vorzugsweise fragen Sie mich bitte nicht
warum – wird diese Stelle mit einer Moderatorin besetzt). Die Aufgabe dieser Moderatorin ist es, an den passenden bzw. unpassenden Stellen in überschwengliches bis hysterisches Gelächter auszubrechen: Was für lustige Menschen in einer lustigen Radiosendung mit einer lustigen Zuhörerschaft in
einer lustigen Welt…
Praktisch muß man sich die Vollstreckung dieser Lachorgien wie folgt vorstellen: die barfüßige Moderatorin liegt angeschnallt auf einer Pritsche unter dem Mikrophongalgen, der als Pflock auch dient für eine Ziege. Während
der Sendung nun wird in regelmäßigen Abständen Salz auf die Fußsohlen der Moderatorin gestreut, das ebenso regelmäßig wieder abgeleckt wird von der Ziege. Eine simple, hocheffiziente Methode. Im Mittelalter stellte sie eine
Form der Folter dar, die zu Folge hatte, daß der Verurteilte sich zu Tode lachte.