Kategorien: Ohrenfolter

Und jetzt kommt Herr Brandauer

was der Herr Samel bei Brahms war, ist der Herr Brandauer bei Mozart.

Die Stimme “verbrennt”, man mag nach der 3. Lesung das Alles nicht mehr hören und nie wieder wird man es schaffen, diese Stimme einem anderen Kontext zuzuordnen…

Nils machsts dir und TimesMager sagst dir

Nils ist Teil einer weithin um sich greifenden Werbestrategie, die versucht, den Kunden am Ich zu packen, um ihn dann möglichst nicht mehr loszulassen. Mittels direkter Adressierung macht man den Kunden zum Dauergesprächspartner, mit dem man in ein vampiristisches Näheverhältnis eintritt. Selbst die Service-Vermittlung folgt diesem Muster: “Da stehst Du im Stau, und dort musst Du Dich vor einem Flitzerblitzer hüten…”

Klar, man kann abschalten, eine schöne Hör-CD einlegen oder auf ein anachronistisches Wortprogramm hoffen, das sein Gegenüber allein durch die Wahrung einer gewissen Distanz ernst nimmt.

Wenn Du aber einschaltest, wirst Du damit leben müssen, dass immer irgendjemand versucht, es Dir zu machen. Widerstand zwecklos. Sie kriegen Dich. Bis zu dem Tag, an dem ihnen die Quote einen hölzernen Pflock mitten ins Herz rammt.

Besser kann man das Elend nicht benennen. Nur das Radio auslasssen.
FR, 13.10.2005

Einschaltverweigerung

wird Zeit, mal wieder auf meine Qualseite www.EinschaltVerweigerung.de hinzuweisen.

Wo doch jetzt sogar die Jugend sich gegen die Klingeltonwerbung zur Wehr setzt, andererseits in England ein Klingelton in der Hitparade nach oben steigt…

da wächst mir die Gänsehaut

Nach 90 wunderbaren Minuten helfen altgediente Ehemänner ihren Frauen wieder in den Mantel und denken sich diese Frauen ein paar hübsche Tricks für später aus. Annett Louisans Lieder, da sind wir sicher, können Ehen retten. Und stiften. Und sie machen einen Höllenspaß.


Diese Lieder können Ehen retten und gar neue stiften

Ein großes Gelächter

Neuerdings ist es in Mode gekommen, für die täglichen Moderationen im Radio anstelle eines Moderators zweieinhalb Moderatoren zu beschäftigen. Wozu das?

Um die Arbeitslosenstatistik zu senken? Sicher nicht. In Zeiten wie diesen, in denen es, außer dem Lachen des Verzweifelten, offenbar nichts zu lachen gibt, wird seitens der Medien keine Anstrengung gescheut, die Leute zum

Lustigsein zu verführen. Im Kampf um die sogenannte Zuhörerquote nimmt dieser Vorsatz derart Gestalt an, daß sich zwei Moderatoren mehr oder minder redlich mühen, im Witzereißen zu überbieten.

Ziel dieser Übung ist es, daß jeweils einer der Moderatoren über des anderen Witz in heiteres Gelächter verfällt, um die geneigte Zuhörerschaft mit seinem Lachen zu infizieren. Da

aber auch die Moderatoren nur Zeitgenossen sind, das heißt auch sie eigentlich nichts zu lachen haben, schon gar nicht über die Witze des jeweiligen Kollegen auf eigene Kosten, kommt an dieser Stelle die halbe Moderatorenstelle ins Spiel (Vorzugsweise ­ fragen Sie mich bitte nicht

warum – wird diese Stelle mit einer Moderatorin besetzt). Die Aufgabe dieser Moderatorin ist es, an den passenden bzw. unpassenden Stellen in überschwengliches bis hysterisches Gelächter auszubrechen: Was für lustige Menschen in einer lustigen Radiosendung mit einer lustigen Zuhörerschaft in

einer lustigen Welt…

Praktisch muß man sich die Vollstreckung dieser Lachorgien wie folgt vorstellen: die barfüßige Moderatorin liegt angeschnallt auf einer Pritsche unter dem Mikrophongalgen, der als Pflock auch dient für eine Ziege. Während

der Sendung nun wird in regelmäßigen Abständen Salz auf die Fußsohlen der Moderatorin gestreut, das ebenso regelmäßig wieder abgeleckt wird von der Ziege. Eine simple, hocheffiziente Methode. Im Mittelalter stellte sie eine

Form der Folter dar, die zu Folge hatte, daß der Verurteilte sich zu Tode lachte.

Wer diese CD kauft,

Wer die CD kauft
… hat es wohl nicht anders verdient