Kategorien: Kulturauftrag?

ach tatsächlich?

Eine bezaubernde Frau, mit einer verzaubernden Stimme und eine Bereicherung für die deutsche Musikszene. Durch einen Mix aus Chanson, Jazz und Ironie erzählt sie in ihren Liedern Geschichten. Am 16. August 2008. Live.

So stellt das Hamburger Abendblatt ein Konzert dieser geschrumpften MöchteGern-Diva A. Louisan vor.

Da sind einem Redakteur wohl die Hormone durchgegangen.

Und wenn es irgendein Thema gibt, das banal genug ist für die Literatur

dann ist Rainer Moritz dafür zuständig.
Wen wundert es also, daß der Chef des Hamburger LiteraturHauses, das man vielleicht in EventLiteraturHaus umbenennen sollte, seinen Senf zum Fußball abgibt und meint, eine Literaten-Mannschaft aufstellen zu müssen.

Dieser Mann ist dermaßen hinter der Banalität her wie der Teufel hinter der Seele, sei es Schlager, Fußball oder whatever, daß es nur noch peinlich ist.

Er verlangt nichts…

und das macht ihn so bequem.

Aber auch so unwichtig. Und so aufgeblasen.

Dieser Wohlfühltibeter sollte sich um seine europäischen Fans kümmern und die immer weiter ausnehmen. Die danken es ihm.

Der Rest der Welt braucht ihn nicht.

Das dürfte vor allem daran liegen, dass er so wenig von uns verlangt. Für das westliche Publikum gibt seine Botschaft nicht viel mehr zu verstehen als ein Benetton-Plakat: Seid nett und lebt glücklich. Es wird kein ernsthaftes Glaubensbekenntnis gefordert, ja nicht einmal ordentliche Geldgaben scheinen zu interessieren schreibt die Frankfurter Rundschau.

Rundungsfehler

oder hat Adam Riese Unrecht?
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Spezielle Musik???

Speziell?

Fragen über Fragen… bei der digitalen ARD

Geschichtspornographie?

Norbert Frei (Jena) trieb den Hochmut der Mandarine gegenüber dem vermeintlichen „Verwahrlosungsfernsehen“ auf die Spitze. Er nahm den Vorwurf der „Geschichtspornografie“, den Wulf Kansteiner (Binghampton) metaphorisch gegen Knopp erhoben hatte, unter Beifall wörtlich: „Das Zeitzeugenfernsehen des ZDF macht Lust auf Erkenntnis, befriedigt sie aber nicht – und so etwas darf man ja wohl als Pornografie bezeichnen.
So berichtet die Welt vom Historikertag.

Und dieser Professor Frei hat sich da wohl sehr weit vorgewagt mit seiner Kritik. Ein Körnchen Wahrheit mag wohl enthalten gewesen sein in seiner Suada…

Bildungsauftrag der Öffentlich-Rechtlichen mal wieder

ein wichtiger Beitrag in der Berliner Zeitung

Um Mitternacht

Eine großartige Schulreportage wird von der ARD ins Spätprogramm abgeschoben. Das hat Methode

Gegen seelische Verwahrlosung

Natürlich gibt es für die Platzierung Argumente. Man kann sie in jeder TV-Illustrierten nachlesen. Zur besten Sendezeit hat die ARD ausschließlich unverzichtbare Produktionen von enormer gesellschaftlicher Relevanz anzubieten: Vorgestern lief um Viertel nach Acht eine fluffige Familienserie, gestern Fußball Champions League. Heute gibt es noch einen juxigen Krimi, morgen eine gedankenfreie Pferde-Oper, übermorgen zur intellektuellen Ertüchtigung mal wieder eine Schmonzette, am Sonnabend den “Musikanten-Dampfer” und am Sonntag einen “Tatort”. Der Bildungsauftrag lässt sich anscheinend unmöglich in der Prime Time und schon gar nicht am noch konsequenter durchtrivialisierten Vorabend erfüllen. Folglich muss diese heiligste Mission des öffentlich-rechtlichen Fernsehens in die Nacht versenkt werden. Im vorliegenden Fall geschieht das vielleicht auch aus Scham darüber, dass exakt diese Programmpolitik auch ein Teil des Problems ist, das “Beruf Lehrer” so eindrucksvoll beschreibt.

“Beruf Lehrer” ist eine jener “gutgemachten altmodischen Reportagen”, wie sie Autor und Grimme-Preisträger Thomas Schadt selbst vor einem halben Jahr in der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung eingefordert hat: von sich, seinen Kollegen und den Programmplanern. Der Filmemacher beklagte den qualitativen Niedergang der TV-Dokumentationen, den Rückzug auf seifigste Formen, oberflächliche Emotionalisierung und die Vernachlässigung journalistischer Tugenden. Schadt sagte: “Die Frage ist doch: Gibt man dem einfach nach? Oder sagt man, nein, wir haben auch den Auftrag, zu einer guten Sendezeit im Hauptprogramm Dinge zu senden, die das Bewusstsein der Deutschen noch erweitern.”

Die ARD hat sich für Ersteres entschieden.

Flacher — geht's nicht?

Die Hamburger Hochschule für Musik und Theater kündigt folgende Veranstaltung an:

Aus Anlass des 85. Geburtstages des Lyrikers Erich Fried wurde 2006 erstmals ein spartenübergreifender Kompositions-Wettbewerb ausgeschrieben. Preisträgerinnen und Preisträger präsentieren ihre Werke im Rahmen einer Festveranstaltung der internationalen Erich-Fried-Gesellschaft Wien und der Hochschule für Musik und Theater Hamburg.

Im Rahmen dieses Konzertes werden Erich Fried-Vertonungen von Hans Werner Henze, Peter Michael Hamel und Dieter Glawischnig aufgeführt. Neben den Preisträgern sind Volker Banfield, Joachim Kuntzsch und Dietmar Mues sowie Studierende der Hochschule für Musik und Theater Hamburg Interpreten des Abends. Als besonderer Gast und Mitglied der Jury stellt Udo Lindenberg eine eigene Vertonung eines Gedichtes von Erich Fried vor.

Machen Sie sich einen eigenen Reim auf das Niveau..

Wundert das?

Konsum-Rückgang

Die Menschen in Deutschland hören durchschnittlich 199 Minuten Radio pro Tag. Das sind zwei Minuten weniger als im März dieses Jahres und sieben Minuten weniger als im Juli 2005.

dpa meldet und ich wundere mich nicht.

Aber als Symptom für das schlechte Programm und erwachsene Hörer möchte ich das auch nicht werten.

Die Muse küsst hier nicht

Die ästhetische Erziehung an Deutschlands Staatsschulen zwischen Wunsch und Wirklichkeit

Das «Kulturbarometer», das vom Bonner Zentrum für Kulturforschung in Kooperation mit der Deutschen Orchestervereinigung erhoben wird, verzeichnet einen alarmierenden Rückgang des Klassik-Publikums bei den Besuchergruppen mittleren Alters und jüngeren Senioren. Somit fehlen künftig auch die Elternhäuser, in denen Kinder an das musikalische Erbe herangeführt werden könnten.

Die NZZ schaut von außen auf die desaströse kulturelle Bildung in Deutschland. Ist es in der Schweiz besser? Wäre zu hoffen.