Kategorien: Kulturauftrag?

Ich glaube nicht,

daß die Nachricht, daß Schumacher wieder im Kreis rumfahren will und dafür unverschämt viel Geld bekommen wird, so wichtig ist, daß jede, auch wirklich JEDE Nachrichtensendung dies als erste Meldung bringen muss. Und das mindestens einen ganzen Tag lang.

Ich glaube nicht, daß Im-Kreis-Herum-Fahren und dabei unnötig Sprit-Verbrennen auch nur irgendwie im Namen irgendeines Fortschritts gerechtfertigt ist und ich glaube nicht, daß zumindest die Öffentlich-Rechtlichen Rundfunksender den Auftrag haben, diese Werbung für so einen rausgewachsenen GoCart-Fahrer und seinen Renn-STALL permanent zu senden,

Gerade in der Weihnachtszeit ist für mich der STALL etwas anders besetzt, aber das nur am Rande.

Diese Nachrichten sind einfach nur unerträglich. Und zudem Schleichwerbung. Nervend, belästigend und überflüssig.

kulturelle Verwahrlosung

Alles ist insofern politisch, dass es der Unterhaltungsindustrie dient. Verdummungsfernsehen ist politisch. Ich glaube, dass die Leute zugedröhnt werden, damit sie sich nicht auseinandersetzen und keine kritischen Fragen stellen.

sagt Fatih Akin und dann sagt er weiter:

Aber wenn man sich die letzten zwanzig, dreißig Jahre Kulturschaffen in Deutschland anguckt, hat man es doch mit einer unwahrscheinlich großen Verwahrlosung zu tun

Quelle: Süddeutsche Zeitung

Container sind nicht winterfest und die Woche hat 3 Tage

Also, ich dachte ja immer, Container seien wetter- und winterfest, deshalb verpackt man die T-Shirts aus China ja auch nicht in Reistüten und schickt sie auf die Reise, aber die Hamburger sehen das natürlich mal wieder anders:

die verpulvern eine Menge Geld Euro der Bundeskulturstiftung und anderer Geldgeber und bauen davon einen Container. Als ob nicht der ganze Hafen mit diesen Blechkisten vollstände.

Dann aber, weil ja Winter ist, wird der Container in die Winterpause geschickt, da steht er dann rum und ist für nichts gut. Und das Projektjahr, für den er geplant ist, wird dadurch natürlich schön kürzer.

Aber wenn er dann aus der Winterpause zurück kommt, ist die Woche vor Freude auf einen Schlag nur noch 3 Tage lang und alle sind glücklich.

KLANG!-Container -Eröffnungswoche vom 21. – 23. April: Uni-Campus, Moorweidenstrasse
Wir laden Sie herzlich zu einem Besuch ein: der mobile Konzertsaal kehrt aus der Winterpause zurück und tritt mit einem aufregend vielseitigen und kostenfreien Veranstaltungsprogramm seine Reise zu drei phantastischen Hamburger Standorten im Jahr 2009 an.

Dieser Container ist so gastlich, daß man, wenn man auf klang-hamburg,de dem Link zum weiteren Programm folgt, sogar in die Administrationsoberfläche von WordPress eingeladen wird. Donnerwetter, was in Hamburg alles möglich ist.

Und wenn man dann auf dieser Klangseite eine Zeitschrift bestellen möchte, wird eine Captcha-Eingabe erzwungen, aber das Plugin dazu tut auch nicht.

Also ne Schulung hätte von den Fördergeldern doch drin sein können ;=)

wasses nich alles gibt

Das Frauenbild im Fernsehen

dieses Thema war früher ein Reizthema. Heute aber nicht mehr. Sollte es aber.

In der FAZ ist ein interessantes Interview mit Verantwortlichen für die Fernsehfilmproduktion, der Filmchefin des Bayerischen Rundfunks, Bettina Reitz, und dem Chef der Produktionsfirma Degeto, Jörn Klamroth, zu lesen.

Ganz vorsichtig fragt die FAZ an, warum immer wieder Christine Neubauer in diesen Produktionen zu sehen sei und Herr Klamroth antwortet:

So wie bei anderen Gottschalk oder Jauch bis zu viermal die Woche läuft, können die Leute bei uns im Ersten Christine Neubauer sehen. Ich finde das in Ordnung. Die Vertrautheit ist eine wichtige Komponente im Programm. Ich finde das naheliegend.

Ich finde das absolut nicht naheliegend. Frau Hörbigers permanente rosakostümierte Bildschirmpräsenz wird auf den "Besuch der alten Dame" heruntergeredet.

Und damit drücken sich beide Interviewten um das Thema und die beiden Interviewer haben eindeutig versagt.

Daß diese beiden Schnepfen immer wieder in den Fernsehproduktionen zu sehen sind, hat einen ganz offensichtlichen Grund:

Beide spielen die gleiche Rolle: die verhuschte, überstrapazierte, chaotische aber liebenswerte Tusse, die dann von einem souveränen, liebenswerten und charmanten Herrn aus dem Schlamassel gezogen wird und die unter der Ägide dieser Herren dann ihre erfolglosen Selbsterhaltungsversuche als Hobby weiterführen können, wenn sie denn noch möchten.

Und warum ist das so?

Weil wir in reaktionären Zeiten leben, in denen die Frauen an den (reichen) Herd zurücksollen, weil wir in wirtschaftlich sich verschlechternden Zeiten leben und selbstbewußte Frauen eine Konkurrenz für die Männer sind.

Aber das hatten wir alles schon. Da regt sich niemand mehr drüber auf.

Und ich kann diese Trutschen einfach nicht leiden. Peinlich sind sie, peinliche Schnepfen.

 

 

mehr auf die Mitte und den Mainstream

als ich noch im Hessenländsche lebte, hörte ich regelmässig "Der Ball ist rund", von Klaus Walter moderiert.

Klaus Walter gab uns das auf die Ohren, was sonst nicht gesendet wurde, aber umso interessanter war.

Nun, im Norden, hörte ich die Sendung ab und an, wenn es mir gelang, zur Sendezeit (sonntag spät, nachts um 23:00) zuhause oder sonstwo am Radio zu sein.

Das soll jetzt alles aufhören. Die Sendung wird gekippt. Zum Mainstream will der HR und übersieht dabei, daß er wie jeder Radiosender

erstens. einen Auftrag hat

zweitens. nicht nach der Masse schielen muss

drittens. wenn er den gleichen Schrott wie alle sendet, sich auch nicht sonderlich profiliert.

Beißt es denn die Pop-Hörer oder sonstige HR3-Hörer, wenn mal eine Stunde lang etwas kommt, was nicht für sie ist?

Wenn doch Vielfalt gepredigt wird, aber eine Diktatur des Massengeschmacks realisiert wird, dann stimmt etwas nicht.

Und wie immer dann geht das Interessante, Bunte unter.

Leider.

ach tatsächlich?

Eine bezaubernde Frau, mit einer verzaubernden Stimme und eine Bereicherung für die deutsche Musikszene. Durch einen Mix aus Chanson, Jazz und Ironie erzählt sie in ihren Liedern Geschichten. Am 16. August 2008. Live.

So stellt das Hamburger Abendblatt ein Konzert dieser geschrumpften MöchteGern-Diva A. Louisan vor.

Da sind einem Redakteur wohl die Hormone durchgegangen.

Und wenn es irgendein Thema gibt, das banal genug ist für die Literatur

dann ist Rainer Moritz dafür zuständig.
Wen wundert es also, daß der Chef des Hamburger LiteraturHauses, das man vielleicht in EventLiteraturHaus umbenennen sollte, seinen Senf zum Fußball abgibt und meint, eine Literaten-Mannschaft aufstellen zu müssen.

Dieser Mann ist dermaßen hinter der Banalität her wie der Teufel hinter der Seele, sei es Schlager, Fußball oder whatever, daß es nur noch peinlich ist.

Er verlangt nichts…

und das macht ihn so bequem.

Aber auch so unwichtig. Und so aufgeblasen.

Dieser Wohlfühltibeter sollte sich um seine europäischen Fans kümmern und die immer weiter ausnehmen. Die danken es ihm.

Der Rest der Welt braucht ihn nicht.

Das dürfte vor allem daran liegen, dass er so wenig von uns verlangt. Für das westliche Publikum gibt seine Botschaft nicht viel mehr zu verstehen als ein Benetton-Plakat: Seid nett und lebt glücklich. Es wird kein ernsthaftes Glaubensbekenntnis gefordert, ja nicht einmal ordentliche Geldgaben scheinen zu interessieren schreibt die Frankfurter Rundschau.

Rundungsfehler

oder hat Adam Riese Unrecht?
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Spezielle Musik???

Speziell?

Fragen über Fragen… bei der digitalen ARD

Geschichtspornographie?

Norbert Frei (Jena) trieb den Hochmut der Mandarine gegenüber dem vermeintlichen „Verwahrlosungsfernsehen“ auf die Spitze. Er nahm den Vorwurf der „Geschichtspornografie“, den Wulf Kansteiner (Binghampton) metaphorisch gegen Knopp erhoben hatte, unter Beifall wörtlich: „Das Zeitzeugenfernsehen des ZDF macht Lust auf Erkenntnis, befriedigt sie aber nicht – und so etwas darf man ja wohl als Pornografie bezeichnen.
So berichtet die Welt vom Historikertag.

Und dieser Professor Frei hat sich da wohl sehr weit vorgewagt mit seiner Kritik. Ein Körnchen Wahrheit mag wohl enthalten gewesen sein in seiner Suada…

Bildungsauftrag der Öffentlich-Rechtlichen mal wieder

ein wichtiger Beitrag in der Berliner Zeitung

Um Mitternacht

Eine großartige Schulreportage wird von der ARD ins Spätprogramm abgeschoben. Das hat Methode

Gegen seelische Verwahrlosung

Natürlich gibt es für die Platzierung Argumente. Man kann sie in jeder TV-Illustrierten nachlesen. Zur besten Sendezeit hat die ARD ausschließlich unverzichtbare Produktionen von enormer gesellschaftlicher Relevanz anzubieten: Vorgestern lief um Viertel nach Acht eine fluffige Familienserie, gestern Fußball Champions League. Heute gibt es noch einen juxigen Krimi, morgen eine gedankenfreie Pferde-Oper, übermorgen zur intellektuellen Ertüchtigung mal wieder eine Schmonzette, am Sonnabend den “Musikanten-Dampfer” und am Sonntag einen “Tatort”. Der Bildungsauftrag lässt sich anscheinend unmöglich in der Prime Time und schon gar nicht am noch konsequenter durchtrivialisierten Vorabend erfüllen. Folglich muss diese heiligste Mission des öffentlich-rechtlichen Fernsehens in die Nacht versenkt werden. Im vorliegenden Fall geschieht das vielleicht auch aus Scham darüber, dass exakt diese Programmpolitik auch ein Teil des Problems ist, das “Beruf Lehrer” so eindrucksvoll beschreibt.

“Beruf Lehrer” ist eine jener “gutgemachten altmodischen Reportagen”, wie sie Autor und Grimme-Preisträger Thomas Schadt selbst vor einem halben Jahr in der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung eingefordert hat: von sich, seinen Kollegen und den Programmplanern. Der Filmemacher beklagte den qualitativen Niedergang der TV-Dokumentationen, den Rückzug auf seifigste Formen, oberflächliche Emotionalisierung und die Vernachlässigung journalistischer Tugenden. Schadt sagte: “Die Frage ist doch: Gibt man dem einfach nach? Oder sagt man, nein, wir haben auch den Auftrag, zu einer guten Sendezeit im Hauptprogramm Dinge zu senden, die das Bewusstsein der Deutschen noch erweitern.”

Die ARD hat sich für Ersteres entschieden.

Flacher — geht's nicht?

Die Hamburger Hochschule für Musik und Theater kündigt folgende Veranstaltung an:

Aus Anlass des 85. Geburtstages des Lyrikers Erich Fried wurde 2006 erstmals ein spartenübergreifender Kompositions-Wettbewerb ausgeschrieben. Preisträgerinnen und Preisträger präsentieren ihre Werke im Rahmen einer Festveranstaltung der internationalen Erich-Fried-Gesellschaft Wien und der Hochschule für Musik und Theater Hamburg.

Im Rahmen dieses Konzertes werden Erich Fried-Vertonungen von Hans Werner Henze, Peter Michael Hamel und Dieter Glawischnig aufgeführt. Neben den Preisträgern sind Volker Banfield, Joachim Kuntzsch und Dietmar Mues sowie Studierende der Hochschule für Musik und Theater Hamburg Interpreten des Abends. Als besonderer Gast und Mitglied der Jury stellt Udo Lindenberg eine eigene Vertonung eines Gedichtes von Erich Fried vor.

Machen Sie sich einen eigenen Reim auf das Niveau..

Wundert das?

Konsum-Rückgang

Die Menschen in Deutschland hören durchschnittlich 199 Minuten Radio pro Tag. Das sind zwei Minuten weniger als im März dieses Jahres und sieben Minuten weniger als im Juli 2005.

dpa meldet und ich wundere mich nicht.

Aber als Symptom für das schlechte Programm und erwachsene Hörer möchte ich das auch nicht werten.

Die Muse küsst hier nicht

Die ästhetische Erziehung an Deutschlands Staatsschulen zwischen Wunsch und Wirklichkeit

Das «Kulturbarometer», das vom Bonner Zentrum für Kulturforschung in Kooperation mit der Deutschen Orchestervereinigung erhoben wird, verzeichnet einen alarmierenden Rückgang des Klassik-Publikums bei den Besuchergruppen mittleren Alters und jüngeren Senioren. Somit fehlen künftig auch die Elternhäuser, in denen Kinder an das musikalische Erbe herangeführt werden könnten.

Die NZZ schaut von außen auf die desaströse kulturelle Bildung in Deutschland. Ist es in der Schweiz besser? Wäre zu hoffen.