Kategorien: Kulturauftrag?

TV – Morphologie

merke:

je flacher ein Programm wird, desto mehr nennt man es “Format-Fernsehen”

Arte, einer der wenigen “Leuchttürme” im Meer der verseichten TV-Landschaft, erkennt die Zeichen der Zeit. Demokratischer solle das Programm werden, damit alle Zuschauerschichten teilhaben können,” meinte die Programmdirektorin bei der Vorstellung des neuen Sende-Schemas.

Was soll das?

  • Die Bauersuchtfrauschauer haben ausreichendst Angebot. Die können sich rund um die Uhr verdummen lassen, damit ihnen beim generationenübergreifenden Geburtstagskaffeeklatsch der Gesprächsstoff nicht ausgeht.
  • Diejenigen, die wenn sie schon den Fernseher einschalten, Gehaltvolles verlangen (und ebenso dafür zahlen), haben die gleichen Rechte. Und zahlen ebenso Gebühren.
  • Diejenigen, die aus Qualitätsgründen gar kein Empfangsgerät besitzen, müssen demnächst auch GEZ bezahlen.

Ist das Demokratie? Ist das der Kulturauftrag? Hat Arte den Auftrag, Deppen zu beglücken?

Ist es demokratisch, die Latte künstlich niedrigzuhalten? Das Publikum, das mit solchen dummen Sprüchen und solch schlechtem Programm beglückt, integriert, werden soll, will das gar nicht. Das weiß ja nicht mal, daß es ARD und ZDF gibt oder weiß es zwar, schaltet aber diese Sender nicht an.

Da wird der Masse ein Phantom angedichtet und die Anspruchsvolleren werden marginalisiert.

Das ewige Gequatsche

hört einfach nicht auf, sondern wird immer dichter… weil eine Sendung mit drei Flachschwätzern und einem “Moderator” billig billig billig ist, werden eben immer mehr immer mehr immer mehr solche Schwätzsendungen aufs Programmtableau gehoben.

Ja jeden Tag, jeden Abend, jede Nacht dieses unselige Gelabere. Das Volk ist ja blöd genug und ab nächstem Jahr muß eh jeder GEZ zahlen, da ist der öffentlich-rechtliche Auftrag eine vernachlässigbare Größe. Da können die Gottschalks, Jauchs, und wie die abgehalfterten Peinlichkeiten alle noch heißen, ununterbrochen quasseln quasseln quasseln bis Alle noch dümmer sind.

Und je banaler der Scheiß ist, desto mehr Gedöhns wird gemacht. Wen interessiert die Gästeliste der ersten Sendung des Herrn GrinseJauchs?

Ist diese Liste ein Mantra? Muß sie permanent heruntergeleiert werden? Im Feuilleton?????

Anschleimen

Die Tagesschau berichtet in ihrem Schlußlicht über eine Erfindung, die beim Auftauchen lästiger Wichtigtuer im Programm den Fernseher ausschaltet:

Die Castingstars von gestern. Die ehemaligen Fernseh-WG- und Dschungelbewohner. Die angejahrten Models. Die omnipräsenten “Experten” für alle möglichen Nicht-Themen. All die medialen Untoten, sie sind weiter unter uns – und verstopfen die Fernsehkanäle. Was immer sie uns an Irrelevantem mitzuteilen haben, wir sind ihnen gnadenlos ausgesetzt. Bis jetzt.

Komisch finde ich nur, daß die Tagesschau ein Programm der öffentlich-rechtlichen Sender ist, welche diesen Müll ja auf der Aufholjagd den Privaten hinterher immer permanenter verzapfen.

Also, an welche Nase fasst sich da wer? Sie schleimen sich bei den Genervten an, um mit ein wenig Selbstironie ungerührt das Niveau weiter herunterzufahren.

Eine Republik ist keine Monarchie

und der Bildungsauftrag der Öffentlich-Rechtlichen umfaßt nicht stundenlange Hofberichterstattung auf allen Kanälen.

Jeder Bürger wird gezwungen, Gebühren für die Rundfunkanstalten zu zahlen, aber niemand hat Einfluß auf die Programmgestaltung und die Verwendung des Geldes. Das ist ganz allein die Sache  irgendwelcher quotengeilen Entscheidungsträger.

Die Öffentlich-Rechtlichen Fernsehanstalten der Republik Deutschland übertragen stundenlang die Hochzeit eines nichtssagenden Bürschchens mit einer magersüchtigen Tussi … anschließend wird das in jeder Nachrichtensendung xmal wiederholt.

Keine Chance bleibt dem zu entgehen. Und die blöde Antwort “Sie müssen das ja nicht ansehen” zieht nicht, denn ich bezahle das mit meinen Gebühren und Einfach nur Abschalten wäre ein Tolerieren. Ich will das aber nicht tolerieren.

Und ganz mal im Ernst: Wer soll das ansehen?  Alle Arbeits- und Beschäftigungslosen vor die Glotzen? So schürt man Klassenhaß.

Aber vielleicht wäre das mal ganz gut. Wenn unsere Leute nur nicht so träge und eingelullt wären …

Eine notwendige Dokumentation

über den Völkermord an den Armeniern läuft am Freitag in der ARD.

Das ist lobenswert.

Aber nicht lobenswert: daß die Sendungum 23:30 gesendet wird.

Vorher muss man wohl noch ein paar Krimis senden, individuelles Töten ist ja Hauptunterhaltung. Da sendet man den Völkermord dann lieber zu spätester Stunde.

Ich glaube nicht,

daß die Nachricht, daß Schumacher wieder im Kreis rumfahren will und dafür unverschämt viel Geld bekommen wird, so wichtig ist, daß jede, auch wirklich JEDE Nachrichtensendung dies als erste Meldung bringen muss. Und das mindestens einen ganzen Tag lang.

Ich glaube nicht, daß Im-Kreis-Herum-Fahren und dabei unnötig Sprit-Verbrennen auch nur irgendwie im Namen irgendeines Fortschritts gerechtfertigt ist und ich glaube nicht, daß zumindest die Öffentlich-Rechtlichen Rundfunksender den Auftrag haben, diese Werbung für so einen rausgewachsenen GoCart-Fahrer und seinen Renn-STALL permanent zu senden,

Gerade in der Weihnachtszeit ist für mich der STALL etwas anders besetzt, aber das nur am Rande.

Diese Nachrichten sind einfach nur unerträglich. Und zudem Schleichwerbung. Nervend, belästigend und überflüssig.

kulturelle Verwahrlosung

Alles ist insofern politisch, dass es der Unterhaltungsindustrie dient. Verdummungsfernsehen ist politisch. Ich glaube, dass die Leute zugedröhnt werden, damit sie sich nicht auseinandersetzen und keine kritischen Fragen stellen.

sagt Fatih Akin und dann sagt er weiter:

Aber wenn man sich die letzten zwanzig, dreißig Jahre Kulturschaffen in Deutschland anguckt, hat man es doch mit einer unwahrscheinlich großen Verwahrlosung zu tun

Quelle: Süddeutsche Zeitung

Container sind nicht winterfest und die Woche hat 3 Tage

Also, ich dachte ja immer, Container seien wetter- und winterfest, deshalb verpackt man die T-Shirts aus China ja auch nicht in Reistüten und schickt sie auf die Reise, aber die Hamburger sehen das natürlich mal wieder anders:

die verpulvern eine Menge Geld Euro der Bundeskulturstiftung und anderer Geldgeber und bauen davon einen Container. Als ob nicht der ganze Hafen mit diesen Blechkisten vollstände.

Dann aber, weil ja Winter ist, wird der Container in die Winterpause geschickt, da steht er dann rum und ist für nichts gut. Und das Projektjahr, für den er geplant ist, wird dadurch natürlich schön kürzer.

Aber wenn er dann aus der Winterpause zurück kommt, ist die Woche vor Freude auf einen Schlag nur noch 3 Tage lang und alle sind glücklich.

KLANG!-Container -Eröffnungswoche vom 21. – 23. April: Uni-Campus, Moorweidenstrasse
Wir laden Sie herzlich zu einem Besuch ein: der mobile Konzertsaal kehrt aus der Winterpause zurück und tritt mit einem aufregend vielseitigen und kostenfreien Veranstaltungsprogramm seine Reise zu drei phantastischen Hamburger Standorten im Jahr 2009 an.

Dieser Container ist so gastlich, daß man, wenn man auf klang-hamburg,de dem Link zum weiteren Programm folgt, sogar in die Administrationsoberfläche von WordPress eingeladen wird. Donnerwetter, was in Hamburg alles möglich ist.

Und wenn man dann auf dieser Klangseite eine Zeitschrift bestellen möchte, wird eine Captcha-Eingabe erzwungen, aber das Plugin dazu tut auch nicht.

Also ne Schulung hätte von den Fördergeldern doch drin sein können ;=)

wasses nich alles gibt

Das Frauenbild im Fernsehen

dieses Thema war früher ein Reizthema. Heute aber nicht mehr. Sollte es aber.

In der FAZ ist ein interessantes Interview mit Verantwortlichen für die Fernsehfilmproduktion, der Filmchefin des Bayerischen Rundfunks, Bettina Reitz, und dem Chef der Produktionsfirma Degeto, Jörn Klamroth, zu lesen.

Ganz vorsichtig fragt die FAZ an, warum immer wieder Christine Neubauer in diesen Produktionen zu sehen sei und Herr Klamroth antwortet:

So wie bei anderen Gottschalk oder Jauch bis zu viermal die Woche läuft, können die Leute bei uns im Ersten Christine Neubauer sehen. Ich finde das in Ordnung. Die Vertrautheit ist eine wichtige Komponente im Programm. Ich finde das naheliegend.

Ich finde das absolut nicht naheliegend. Frau Hörbigers permanente rosakostümierte Bildschirmpräsenz wird auf den "Besuch der alten Dame" heruntergeredet.

Und damit drücken sich beide Interviewten um das Thema und die beiden Interviewer haben eindeutig versagt.

Daß diese beiden Schnepfen immer wieder in den Fernsehproduktionen zu sehen sind, hat einen ganz offensichtlichen Grund:

Beide spielen die gleiche Rolle: die verhuschte, überstrapazierte, chaotische aber liebenswerte Tusse, die dann von einem souveränen, liebenswerten und charmanten Herrn aus dem Schlamassel gezogen wird und die unter der Ägide dieser Herren dann ihre erfolglosen Selbsterhaltungsversuche als Hobby weiterführen können, wenn sie denn noch möchten.

Und warum ist das so?

Weil wir in reaktionären Zeiten leben, in denen die Frauen an den (reichen) Herd zurücksollen, weil wir in wirtschaftlich sich verschlechternden Zeiten leben und selbstbewußte Frauen eine Konkurrenz für die Männer sind.

Aber das hatten wir alles schon. Da regt sich niemand mehr drüber auf.

Und ich kann diese Trutschen einfach nicht leiden. Peinlich sind sie, peinliche Schnepfen.

 

 

mehr auf die Mitte und den Mainstream

als ich noch im Hessenländsche lebte, hörte ich regelmässig "Der Ball ist rund", von Klaus Walter moderiert.

Klaus Walter gab uns das auf die Ohren, was sonst nicht gesendet wurde, aber umso interessanter war.

Nun, im Norden, hörte ich die Sendung ab und an, wenn es mir gelang, zur Sendezeit (sonntag spät, nachts um 23:00) zuhause oder sonstwo am Radio zu sein.

Das soll jetzt alles aufhören. Die Sendung wird gekippt. Zum Mainstream will der HR und übersieht dabei, daß er wie jeder Radiosender

erstens. einen Auftrag hat

zweitens. nicht nach der Masse schielen muss

drittens. wenn er den gleichen Schrott wie alle sendet, sich auch nicht sonderlich profiliert.

Beißt es denn die Pop-Hörer oder sonstige HR3-Hörer, wenn mal eine Stunde lang etwas kommt, was nicht für sie ist?

Wenn doch Vielfalt gepredigt wird, aber eine Diktatur des Massengeschmacks realisiert wird, dann stimmt etwas nicht.

Und wie immer dann geht das Interessante, Bunte unter.

Leider.