Kategorien: Keine Werbung!

Weniger Werbung = Besseres Leben

Die Herren Bedenkenträger der allmächtigen Werbe-Industrie befürchten daß die böse böse Finanzkrise ihnen arg zusetzen wird.
Gruner + Jahr-Chef Bernd Kundrun sieht schwere Zeiten auf die Medienbranche zukommen. Er schließe zweistellige Rückgänge der Werbeerlöse 2009 nicht aus, so Kundrun gegenüber der FAZ. In Rezessionsjahren seien die Firmen bei Werbung besonders sparsam. ‘Daher müssen wir uns darauf einrichten, dass es schlimm wird’ berichtet der Branchendienst kress.

Darauf freue ich mich schon.
Weniger Werbung im Stadtbild ist mehr Stadt.
Weniger Riesentitten auf Riesenplakaten ist mehr Stadt.
Weniger Litfaß-Säulen ist mehr Stadt.

Alles deutet auf ein besseres Leben.

Namensdesigner …

Man kann sich sehr gut vorstellen, wie drei Glatzköpfe mit Hornbrille monatelang bei immer neuen Meetings den Namen “Arcandor” kreiert haben, während um sie herum ein Dutzend Gegelte mit Taschenrechnern kalkulierten, wie viel sie Karstadt Quelle dafür in Rechnung stellen können. Und am Ende ist dann ein Name dabei raus gekommen, der sich für einen Englischsprachigen liest wie eine leicht legasthenische Variante von “Geheimtür”. Wahrscheinlich hatten die Namensdesigner das paradiesische Arkadien der Antike im Sinne, aber dann klang Arcador einfach nicht so groovy wie Arcandor. Das ist eben das Risiko dieser Neuschöpfungen: Irgendwo auf der Welt bedeutet das wohlklingende Phantasiewort möglicherweise “Schwachkopf”, “Hure” oder “Pups”.

was in der WELT glossiert wird, ist mir gestern auch aufgefallen…

ich schiebe es dann immer auf eitle Fatzken (na ja das sind die o.g. Glatzköpfe ja wohl auch) ohne jede Sprachkenntnis, Komparatisten werdein sich für solche Spielchen ja wohl nicht hergeben

Die richtige Plazierung machts

Faust auf Quadrat
wieder einmal, diesmal beim Hamburger Abendblatt im Bericht über die neue Ausstellung in der Kunsthalle.

Werbung für Werbung

warum werben Verkehrsbetriebe mit einem nackten Mann, der ärschlings auf einer Parkbank sitzt und seinen ekligen Rücken zeigt?

Ist das jetzt die Pflichtbekleidung beim Busfahren?
Oder hat der Werbe-Praktikant noch Pubertätspickel?

Müssen wir uns das ansehen?

“Mit der Entbürgerlichung unserer Gesellschaft durch die Moral

des Marktes ist das zwischenzeitlich Unschickliche nun wieder schick. Gut ist, was sich gut verkauft. Und da alle nur das Beste wollen, zieht die Presse mit. “

So schreibt die Berliner Zeitung über die Werbemaschinerie für Anna Netrebko.

Und Netrebko? Egal ob sie Rimskij-Korsakows Schneeflöckchen oder Tschaikowskys Tatjana im Munde führt, sie singt alles mit der gleichen, samtig schönen, milchglasmilden Säuselstimme, wie eine Elfe, die nicht Mensch werden kann. Kaum artikulierend, wirkt Netrebko wie gedopt, um die Gabe eigener Rede gebracht, eine selbst-lose Schönheit.

Netrebkos Gesang ist von Sprache und Körper gelöst, ihre Stimme vom Orchester umnebelt. Vielleicht ist es gerade das, was ihren Erfolg ausmacht: Gesang als neutrale Leinwand, der Projektionen jeder Art ungebrochen zurückwirft. Softpop-Hörer sind zudem an Stimmen gewöhnt, die durch die Nähe zum Mikrofon jeder Anstrengung enthoben werden. Und nach sprachlichen Formen fragt ja kaum jemand.

“Russian Album” bestätigt Westlern ihre Klischees von Russland.

Trennung von Redaktion und Anzeigenabteilung?

Da kommt mir doch grade sowas unter:

Im Tagesspiegel online plappert da jemand über die Bewältigung der digitalen Bilderflut und dann steht da ganz selbstverständlich als Zeile unter dem Namen der Autorin:

Abzüge kann man bequem online beispielsweise über www.aldifotos.de in Auftrag geben.

nicht als Werbung gekennzeichnet.. einfach so

und während ich dies hier schreibe, klingelt mein Telefon und so ein Arsch von Werbefuzzi meint, ein Band mit einer wichtigen Nachricht für mich ablaufen lassen zu müssen.

ich möchte einfach von der Werbung in Ruhe gelassen werden. Ich habe es satt.

Nachtrag: mein Leserbrief zu dieser Thematik, den ich per Formular am Fuss des Artikels unter dem Aldi-Hinweis eingegeben hatte, ist bis heute nicht freigeschaltet worden