Kategorien: Journaille

Schwanzfixierte Redakteure wieder mal…

Da gibt es Studien über das Ausbleiben der Jugend in den Klassik-Konzerten, da werden diese Studien im Kultur-Teil des Hamburger Abendblatts diskutiert und dann fällt dem zuständigen Redakteur keine blödere Überschrift als Nachwuchssorgen: Viagra für die Klassik ein.

Ja sollen denn lauter Greise mit erigiertem Penis im Publikum sitzen?

Solche Journalisten, die solche Assoziationen bei diesen Themen haben und diese dann ungehemmt solcherart betiteln und sich dann auch noch ganz toll vorkommen, das sind genau die primitiven Leute, die mit Klassik nichts zu tun haben und deshalb auch nicht für die Kulturvermittlung taugen. Und garantiert keine jungen Leute in die Konzertsäle locken.

Solche Jorunalisten sind das Problem.

Und ich hab dieses peinliche pubertäre Getue langsam satt.

Perfide Logik

entsteht da gerade in der Yellow Press: weil das Privatleben von Politkern vorbildhaft zu sein habe, dürfe die Presse würdelos und respektlos diese Privatsphäre ausspähen und die Grundrechte der Ausgespähten mit Füßen treten?

So nicht, liebe Bunte mit deiner selbstgerechten Chef-Redakteurin …

Überall nur Seichtgebiete…

Das Hamburger Abendblatt merkt es auch nun, wenigstens läßt sich das aus den Überschriften des Kulturteils im Feedreader ableiten:

  • Neuer Shop
  • Neue Eiszeit
  • Neuer Trend
  • Überall nur Seichtgebiete

Die Deutschen? Oder doch die Medien?

Was als Chaos vorausgesagt wurde, endete wenig spektakulär: „Daisy“ brachte zwar viel Schnee und erhebliche Verkehrsbehinderungen, aber keine Katastrophe. Die Deutschen scheinen vergessen zu haben, dass Schnee im Winter vor allem eines ist: normal.

Das schreibt die FAZ heute unter der Überschrift: "Deutschland und 'Daisy': Das Kataströphchen" (immerhin mit "ph"!)

Aber da darf man doch mal fragen, wer da was vergessen hat oder wer das medienmässig so hochgeputscht hat. Die Bevölkerung schwätzt doch nur nach, was ihr vorgesetzt wird.

General-Abrechnung oder Rundumschlag?

Es fehlt nicht nur an einem Sinn für die Verbreitung wichtiger, aktueller politischer Inhalte. Erst recht habe ich den Eindruck, es fehlt auch an der Einordnung. Aber genug der Klage. Ob es noch schlimmer werden wird, ist unklar, bleibt abzuwarten oder wird sich zeigen.

Zu dieser Conclusio kommt Herr Wickert, ehemals "Anchorman" der Tagesschau, man kann auch sagen: Nachrichtensprecher, in einem Beitrag der FAZ: Wickert bemängelt Nachrichten.

Er kanzelt die Öffentlich-Rechtlichen ab, zuerst ob ihres Sprachgebrauchs, dann ob ihrer Berichterstattung, hierbei ob der Priorisierung der zu sendenden Themen und der Auswahl der Kommentatoren, man merkt, ihm reicht es.

Ihm ist der Langmut abhanden gekommen. Mir schon lange.

Nun gibt es natürlich eine lange Debatte im Netuz, ob er Recht hat, ob er eitel ist, wie die Redaktionen darauf reagieren. Da wird hin- und her-argumentiert, das muss ich hier nicht weiter ausbreiten.

Ich füge nur meine Meinung hinzu:

Ich ärgere mich, wenn Ereignisse des Zeitgeschehens von Unterhaltungs-Clowns wie Gottschalk und Konsorten präsentiert werden.

Ich ärgere mich, wenn Information durch Infotainment plattgemacht wird.

Ich ärgere mich, wenn weiterhin dumme Konsumenten anstatt mündiger Bürger als Zielgruppe definiert werden.

Und da bin ich mir schon mit Herrn Wickert einig.

Zotendichte auf Seite 1

Qualitätsjournalismus mag ich das nicht nennen, was sich das Hamburger Flagschiff der Springer-Presse, das Abendblatt, auf Seite 1 geleistet hat.

Die Meldung über die hohe Häufung von Ehen alter Männer mit jungen Frauen in Brasilien, welche diese angeblich in den jahrzehntelangen Genuß der Altersrenten ihrer dann wohl doch recht bald Verblichenen bringen, hat bei dem Autor

“Bestürzung auf der ganzen Welt”

titelt das Abendblatt  und ich bin bestürzt daß erwachsene Menschen solch einen Scheiß über einen dahingegangenen Zombie verbraten.

 

absolutissimo überflüssig…

wie lange wohl hat der Herr Brug, Verfasser des Artikels "Anne Sofie Mutter und die moderne Tatarin" wohl an dieser Passage herumgedruckst:

Die Absolutissima und Anführerin des immer reicher Früchte tragenden geigerischen Fräuleinwunders hat hier wieder einmal ihre Spitzenstellung bewiesen. Hier hat sie eines der wegweisend markanten Musikwerke unserer Zeit aufgenommen. Es wird ein Fels in ihrer Diskographie bleiben.

Hatte man erst noch den Lese-Eindruck, er schriebe kenntnisreich, kommt dann solch ein Quark daher.

Das ist kein Gefallen für die verehrte Sofia Gubaidulina und auch nicht für Frau Mutter.

oder vielleicht auch Deutsche???

Bild, schreibt Diekmann, sei “nicht türkenfeindlich gesonnen”. Vielmehr sei die Zeitung “immer für eine Vertiefung der türkisch-deutschen Freundschaft gewesen”. Dass der Ältere der beiden Täter von München Türke ist und der Jüngere Grieche, sei “bloßer Zufall”, beschwichtigt Diekmann. “Genauso hätten es Polen, Russen, Jugoslawen oder Kurden sein können.”

Ich denke, Herr Diekmann, es hätten genauso auch Deutsche sein können.

Vor ein paar Wochen saßen Sie im Flugzeug neben mir.
Damals war ich sehr müde. Ich wollte eigentlich den Platz wechseln. Heute täte ich es, egal wie müde.

Sie können es einfach nicht zugestehen

Weltmeisterinnen
Gerade mal im Fotostrecken-Titel können sie das Wort benutzen (und die Meldung erst als vierte plazieren…), die Herren Journalisten

das muß einen Grund haben, diese Sperre:

ist das tatsächlich so ein Schock für die Männer?
Sind denn die Männer Weltmeister und nur die Männer?
Nehmen die Frauen den Männern jetzt auch diese Rolle weg?

Oder was sind die Gründe für dieses Verschweigen, dieses Ignorieren, Nicht-Würdigen?

Nein, Ihr Sport-Deppen:

Weltmeisterin

Deutschland ist WeltmeisterIN!

Und Ihr blöden Radio- und sonstige Chauvis, die Ihr tatsächlich glaubt, in den Nachrichten erst den Lokführerstreik zu nennen, dann Berichte über das Spiel Cottbus-Hannover bringen zu müssen, bevor Ihr auch nur in einem Satz über den Sieg der deutschen Fußballnationalmannschaft bringt:

wie kleinmütig seid Ihr eigentlich?
Hat schon irgendeinmal eine deutsche Männer-Mannschaft die Weltmeisterschaft gewonnen, ohne auch nur ein einziges Tor zu kassieren?
Aber das ganze Land in den Fußkommerzballwahnsinn zu treiben, 2006, das habt Ihr gekonnt!

Na? Nein! Wir Frauen werden es Euch noch zeigen!

Was eine Wortwahl ausmachen kann

Sven Felix Kellerhoff schreibt in der WELT:

Schon wieder ist ein Album aus einem KZ aufgetaucht. Bei ersten Mal waren es die Fotos der Täter, nun sind es Zeichnungen, die ein Häftling angefertigt hat. Einzigartig sind die Bilder nicht – aber sie geben Auskunft über das schreckliche Leben im KZ Dachau.

und dieses Schon wieder… souffliert sofort Ermüdung, satthaben, es reicht, hört auf damit, was braucht es das noch..

Was zwei kleine Worte bewirken können (oberhalb der Bedeutungsebene…)

Ihr seid alt und wißt es nur nicht

Podcasting spricht mittlerweile immer mehr Menschen aus älteren Generationen an. Wie eine aktuelle ComScore-Studie zeigt, werden mehr als 50 Prozent aller Podcasts bei iTunes von Personen über 35 Jahren heruntergeladen.

das schreiben die Jungs und Mädels von Pressetext und verschieben schon wieder biologische Grenzen…

nicht nur das Niveau, auch das Alter sinkt..

jetzt weiß ich wie es sich anhört…

Dem in Moskau Geborenen war vom ersten Ton an die Tastatur einzige Zielgerade der Töneflut. Jeder Sturzbach war bis in die Gischt ausgeformt, ja regelrecht ausgestochen, was die Tendenz dieses Elefantenkonzerts zu wuchtiger Süßlichkeit und einem Sich-Wälzen im Akkordmatsch schon im Ansatz unterlief.

Da ist aber einem Musikkritiker der Schwulst zur Zielgeraden seines Schreibens geronnen.

Da finden sich die richtigen

HAMBURG -

Der Dalai-Lama wird am 12. Mai in Leipzig zur Verleihung des Medienpreises “Osgar” der “Bild”-Zeitung erwartet. Das Blatt ehrt das religiöse Oberhaupt der Tibeter für seinen ausdauernden, gewaltlosen Freiheitskampf für das tibetische Volk. Der “Bild”-Osgar ist der erste Medienpreis überhaupt, den der Dalai-Lama entgegennimmt. Er hat erklärt: “Ich freue mich, den Friedenspreis der ,Bild'-Zeitung entgegenzunehmen.”

Religion ist Opium für … ? Und der DL hat ein gutes Händchen für Populismus.. so ein “Medien-Preis” macht sich ja auch gut neben dem Friedensnobelpreis