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Beleidigung / Pressefreiheit / Beschlagnahmung / …

da geht so Vieles durcheinander in diesen aufgeregten Tagen. Letzte Woche regten sich die Medien auf, weil der Ordnungsreferent der Stadt Augsburg von einer Augsburger Zeitung die Herausgabe der Personendaten eines Forumbenutzers verlangt hatte, von dem er sich beleidigt fühlte.

Was waren da wieder die höchsten Güter der Republik in Gefahr! Pressefreiheit in Gefahr, Beschlagnahmung, Durchsuchung schrie es da wild durcheinander.

Ich stelle mal zusammen:

  1. Artikel 1 GG: Die Würde des Menschen ist unantastbar.
  2. Eine Beleidigung ist eine Straftat, ein Antragsdelikt und muß auf Antrag des Beleidigten von den Rechtsorganen verfolgt werden.
  3. Das Posten in Foren fällt nicht unter die Pressefreiheit.
  4. Forenbetreiber stehen nicht außerhalb der Rechtsordnung und dürfen keine Straftaten decken.

Warum ich das aufliste? Schauen Sie sich das mal kurz an:

MP4

 

ZAPP ist ein Medienmagazin des NDR, das sich zur Aufgabe gestellt hat, schlechte Berichterstattung anzuprangern und den Medien auf die Finger zuschauen. Ich muß aber konstatieren, daß dies anscheinend nicht immer gelingt. In der Sendung vom 30. Januar 2013 jedenfalls

  • wird von Beschlagnahme geredet, obwohl die Herausgabe einer Adresse sicherlich keine Beschlagnahme ist
  • wird in vorlautem Ton der Beleidigte lächerlich gemacht
  • werden strafrechtliche Schritte eines Beleidigten gegen einen anonymen Beleidiger, der auch noch von der Zeitungsredaktion gedeckt wird, als Eingriff in die Pressefreiheit “weil da jemand Kaffee trinken möchte” gewertet.

Der interviewte Ordnungsreferent hat sich zugegebenermaßen hilflos ausgedrückt, aber rechtfertigt das diese Begriffsverwirrung? Dieses Aburteilen, dieses Besserwissen? Der Zeituhngs-Redakteur meint, der Beleidigte habe mit Kanonen nach Spatzen geschossen, ich meine in diesem Fall haben die Redakteure von ZAPP mit Kanonen, nun ja, mit Girlie-Vorlautem-Getue groß getöst.

Warum ich dies so ausführlich anführe? Ich bin selbst betroffen. Auf www.buchbestattung.de habe ich den Fall geschildert:

Amazon-Kommentar

  • ein Amazon-Kunde hat unter Pseudonym unter allen meinen Buchkommentatoren dort absolut beleidigende Kommentare gesetzt, nachdem ich auf eine Titel-Rechts-Verletzung bei einem selbstverlegten eBook hingewiesen hatte.
  • Mehrere Meldungen an Amazon mittels “Mißbrauch melden”-Button von mir und anderen Amazon-Usern zeitigten keine Reaktion.
  • Mails und Kontakt per Kontaktformular an Amazon blieben erstmal unbeantwortet.
  • Auf einen Anruf erfolgte ersteinmal nichts. Dann wurde der beleidigendste Kommentar gelöscht, die anderen seien von den AGB gedeckt… zuguterletzt hat dann aber ein Support-Mitarbeiter von Amazon alle Beleidigungen gelöscht, mir jedoch weiterhin die Herausgabe der Userdaten verweigert, da sie hohen Wert auf den Datenschutz legten.

Diese Antworten werde ich noch genauer dokumentieren. Jetzt bleibt mir aber wohl auch nur, eine Beleidigungsklage einzureichen und folgenden Schluß zu ziehen:

Amazon hält nicht, was sie den Nutzern zusagen, sie kümmern sich nicht um Beschwerden.
Amazon hält den Schutz der Personendaten (Name, Adresse) von offensichtlich beleidigend kommentierenden Nutzern für wichtiger als das berechtigte Interesse der Beleidigten.
Amazon deckt auf diese Weise die Beleidiger und schützt nicht die Beleidigten.

Das scheint ein Indiz zu sein für den Mentalitätswandel in unserer Gesellschaft. Der Ton ist ruppig, besserwisserisch und vorlaut und die Würde des Einzelnen gilt nichts. Einher gehend mit einem hohen Grad an Unkenntnis von Gesetz, Grundgesetz und weiteren allgemeinen Regeln und einer permanenten Aufgeregheit. Sehr unerfreulich das alles.

 

unsere hiesige Lokalpresse,

die Ostseezeitung, übertrifft sich immer wieder beim Texten. Diesmal:

Toter starb bei Gewaltverbrechen

wird da munter getitelt.  Zuletzt hatte ich die heftigsten Schnitzer in meinem örtlichen Vorpommern-Organ berichtet, aber es kommt immer besser.  Jetzt steht nicht nur die Syntax Kopf, nein, heute wird die Biologie durchgeschüttelt.

FTD ade …

wie kann eine Zeitung, deren Thema “Wirtschaft” und “Economy” ist, pleite gehen?

Ich wundere mich über Mehreres:

Über das Gedöns, das um die Einstellung der Financial Times Deutschland gemacht wird, aber das ist ja seit Hans und Franz stündlich Börsennachrichten ertragen müssen anscheinend normal. Da wird so etwas schnell zum Thema.

Über die Tatsache, daß eine Zeitschrift mit diesem Thema wirtschaftlich so schlecht geleitet wird, daß sie pleite geht. Lesen denn die Herausgeber ihre eigenen Inhalte nicht?

30 zu ehrende Journalisten – und alles Männer

Der Henri-Nannen-Preis, der regelmässig an verdiente Journalisten vergeben werden soll, scheint einer innerenLogik zu folgen: Nannen war ein Mann, also werden auch nur Männer geehrt,

Oder wie anders erklärt es sich, daß alle 30 Preisträger ausschließlich Träger der XY-Chromosonen sind?

Daß dann auch noch BILD-Reporter für journalistische Leistungen ausgezeichnet werden, macht ja auch nichts mehr.

“Dass eine Frau lehrt, erlaube ich nicht, auch nicht, dass sie über ihren Mann herrscht; sie soll sich still verhalten.” – 1. Timotheus 2,12

Intelligenztest für Journalisten gefordert!

Es ist einfach nicht zu glauben.Was Kopernikus feststellte und  Galileo Galilei bekräftigte, ist für Autoren der Süddeutschen, die informiert vom Google-Doodle, berichten, daß mal wieder Tag- und Nacht-Gleiche ist, belanglos. Da haben sie halt in der Schule nicht aufgepaßt:

Am 20. März ist der zeitliche Beginn der astronomischen Jahreszeit Frühling. Was zu diesem Zeitpunkt genau passiert: Die Sonne überquert den Äquator von Süden nach Norden. Dann befindet sie sich auf der nördlichen Himmelshälfte, das heißt die Nordhalbkugel der Erde ist nun der Sonne zugewandt.

Nach dieser Erkenntnis, daß sich die Sonne also um die Erde drehe, habe ich nun nicht auch noch den Lokalteil der SZ studiert, um herauszufinden, ob sie anläßlich der Messe Handwerk + Design, die gerade in München zu Ende ging, nicht auch noch bahnbrechend erkannt haben, daß die Erde ein Teller sei.

Der beste? Wirklich?

Es ist eine Sache, wenn amerikanische Kritiker einen Jazzer zum besten Jazzer Amerikas küren und damit zum besten Jazzer der Welt. Der amerikanische Horizont ist bekanntermaßen beschränkt.( Die Formel “Welt = Amerika = USA” gilt ja bekanntlich dort immer noch)

Wenn aber dann deutsche Tageszeitungen dieses Prädikat nachbeten, tun sie der eigenständigen Kultur ihres Standortes, ihres Landes keinen Gefallen.   So heute das Hamburger Abendblatt.

Weiß Herr Oehmsen es denn nicht besser? Muß er wirklich einen weichgespülten Klimperer mit solch trivialer Einführung aufwerten? Mein Gott, der Herr Moran hat erkannt, daß manche Musik besser in einen Club und andere in eine Halle paßt und richtet sich mit seinem Programm danach, banane binse banane …

herbeigeredet oder herbeigewünscht?

So ein NewsFeed hat schon seine Vorteile: man sieht, sind denn die meinungsstärksten Tagesblätter abonniert, die Richtung, wos langgeht …

Und in fröhlicher Reihenfolge finde ich da immer wieder teils mokante, teils scheinempörte Aufmacher über diesen aalglatten fränkischen Blender und Lügner. Nun hat da ja dieser Lügenbaron seine Rückkehr ins Land der Plagiatoren recht ordentlich geplant und getimet, die ZEIT konnte es gar nicht erwarten und ordnete schon rechtzeitig ihren Chefredakteur für die Besorgung des Memoirengeschäfts ab, und alle entrüsten sich. FAZ, Spiegel online und Consorten regen sich mit mindestens einer Schlagzeile pro Tag auf.

Da drängt sich unwillkürlich der Verdacht auf, daß das ja wohl alles so ehrlich  nicht gemeint ist. Da muß es einen anderen Antrieb geben, wohl den klammheimlichen Wunsch, diesen Emporkömmling und Möchtegern wieder herbeizureden, wieder dabeizuhaben im politischen Geschäft.

Ist ja sonst so glanzlos jetzt wo beim Euro der Glanz ab ist. Einfach ignorieren wäre wohl zuviel der Größe für diese Journaille.

Schade, daß ich diese Blätter nicht mehr abbestellen kann. Habe meine Abos alle schon gekündigt. Aus Überdruß

PS: Wenn dieser Möchtegern schon einen Job sucht, dann setzt ihn meinetwegen als Nachfolger von Thomas Gottschalk bei Wetten daß ein, da wird ein Nachfolger gesucht und da kann er wenig Schaden anrichten

Können die einfach kein Deutsch mehr?

Ich stolpere über falsche Satzkonstruktionen oder über irreführenden Inhalt.

Was erhält man als Wissenschaftler, so man den Glück hat und Herausragendes geleistet hat, zuerkannt? Einen Preis oder einen Preisträger?

Einen Hosenträger mag man ja zuerkannt bekommen, aber einen Nobelpreisträger?

So traurig die Nachricht auch ist:

Der Wissenschaftler Ralph Steinman, dem der Medizin-Nobelpreisträger zuerkannt werden sollte, ist tot.

sie rechtfertigt nicht die Sprachschlamperei der Tagesschau. Auch nicht im Newsfeed von tagesschau.de.

Wem hilft eine Entschuldigung?

Herr Murdoch entschuldigt sich bei den Opfern und die zuständige Redakteurin tritt zurück,

Und das wars dann? Solche Lippenbekenntnisse helfen doch nur dem, der meint sich ent-schuldigen zu können. Er ist dann erleichtert und macht weiter. Und die Opfer leiden weiter unter ihrem Trauma.

Muss sich nicht die Gesellschaft, die jahrelang zugesehen und sich an den Skandalen und Kriminalgeschichten delektiert hat, endlich nachschauen, ob sie solches Treiben weiter zulassen will?

Wer sagt denn, daß in Deutschland (oder meinetwegen in Belgien, auch eine Hochburg der Yellowpress) so nicht gearbeitet wird?

Haben sich Springer, Burda schon mal entschuldigt?

Lobby-Arbeit oder netzwerken?

Da lädt der größte Energielieferant Hamburgs, an den der vorige Senat die HEW ausgeliefert hatte, zu einem Sommerfest und alle üblichen Verdächtigen kommen. Auch der ehemalige Hamburger OB, der einfach so hinschmiß, der sich aber inzwischen wieder eine Rückkehr in die Politk vorstellen kann (wir nicht!), kommt und hält hof.

Der  Hofberichterstatter im Hamburger Abendblatt beschreibt dies so:

Zu spanischen Klängen und asiatischen Häppchen wurde genetzwerkt.

Ich nenne das Lobbyismus. Aber ist ja egal. Heute ist ja alles beliebig.