Kategorien: Irrtum + Ignoranz

Kann man zuviel Geld für Kultur ausgeben?

Muß man ein Theater ruinieren, nur weil es mehr Zuwendungen erhält als Theater in der schleswig-holsteinischen Kulturöde Rendsburg?

Das sind alles Fragen, die sich stellen, wenn man liest, was der Rechnungsprüfer des Landesrechnungshofs Mecklenburg-Vorpommern, Herr Hempel, von sich gab:

Hempel hielt dem entgegen, dass sich Greifswald im Vergleich zu finanzschwachen Ländern im Westen viel zu viel Theater leiste.Nach Berechnungen der Rechnungsprüfer betragen die TheaterZuschüsse pro Einwohner jährlich 55,70 Euro. Im bayrischen Landshut/Passau sind es 35,06 Euro, im schleswig-holsteinischen Flensburg und Rendsburg 28,07 Euro und selbst im sächsischen Zwickau kommt man nur auf 45,55 Euro

Das ist doch nicht so, als ob die alle unterschiedliche Preise für das gleiche Brötchen bezahlten.

Ich freue mich, daß Greifswald es mit der Kultur ernst nimmt und daß sich der Kulturdezernent der Stadt auch entschieden gegen die Aufforderung, die Theatersubvention um 50% zu kürzen, gestellt hat.

Tja, was der Hempel unter seinem Sofa nicht braucht, das kann man ruhig kaputt machen. Woanders werden die Leute ja auch unterversorgt und bleiben blöd.

Quelle: Ostsee-Zeitung:  Rechnungsprüfer: Stadt gibt noch zuviel Geld aus

Wer spricht mit wem wie?

Da ist doch eine merkwürdige Sprachzerrerei im Gange, verdruckst und peinlich:

Der Vergleich des Ministerpräsidenten Wulff sei „untragbar“ gewesen. Dessen Gedankenlosigkeit sei umso deutlicher zutage getreten, „als er seine Äußerung ausgerechnet in Gegenwart und auf Nachfragen einer Person machte, die aufgrund ihrer Geschichte ganz persönlich betroffen war und kraft ihres früheren Amtes als stellvertretendem Vorsitzenden des Zentralrats der Juden in Deutschland einen berechtigten Einwand dagegen vorbringen konnte und muss“. Die Frankfurter Allgemeine Zeitung erklärte zudem: „Vor diesem Hintergrund war es aus journalistischen Erwägungen geradezu geboten, dem Leser in Erinnerung zu rufen, dass Herr Wulff seinen Vergleich gegenüber einem jüdischen Mitbürger machte.“  (aus der FAZ )

Ach du lieber Himmel, solche Diskussionen führen doch gerade zu Diskriminierungen.
Demnächst muß jeder Mensch, mit dem spricht, eine Tafel auf der Stirn tragen, auf der Religionszugehörigkeit, Geschlechtszugehörigkeit, berufliche Vergangenheit und Strafregister aufgelistet ist. Ist doch echt bescheuert.

(Und aus Gründen der PC muss ich nun natürlich erklären, daß ich keinerlei Vorbehalte gegen den Drogenkonsumenten, "ukrainische-Dirnen"-Freier und Wichtigtuer Friedman sowie den christdemokratischen Ministerpräsidenten Wulff, der die Wirtschaft vor Progromen in Schutz nimmt, und das demokratisch-konservative Presseorgan FAZ hege)

 

Ich hab mir nichts dabei gedacht …

Auch der Herr Papst benutzt nun die Lieblings-Ausrede, die schon bei so manchen fürchterlichen Entgleisungen herhalten musste.

Und ob der Reaktionen ist Seine Un-Heiligkeit dann echt erschrocken.

Daß ein Holocaust-Leugner re-kommuniziert wird, ist in Ordnung. Maledict hat sich ja nichts dabei gedacht.

Daß aber nun aus Deutschland Kritik kommt, das sei nun eindeutig "antikatholisches Ressentiment".

Erstaunlich, daß dem Papst die Worte nicht fehlen, wo ihm die Gedanken doch komplett abhanden gekommen sind.

Update: 

In einem sehr lesenwerten Artikel auf Telepolis wird die ganze Vorgeschichte des immer unbegreiflicheren Starrsinns dieses Alten Mannes erläutert. Das Vorgehen Maledicts hat sehr wohl Methode.

Die obligat judenfeindliche Theologie der Lefebvre-Bewegung und ihrer historischen Vorläufer ist jedem kirchlichen Insider bekannt. Sie ist überdies so gut und breit belegt, dass bei einem "Nichtwissen" des Papstes diesem wirklich jegliche Amtsbefähigung abzusprechen wäre. Doch auch von einem solchen Nichtwissen kann keine Rede sein. 2007 und 2008 hat sich der Papst höchstpersönlich mit dem Themenfeld "katholischer Antijudaismus" auseinandergesetzt. Mit eigener Hand hat er dann die Neufassung der alten Karfreitagsbitte um "Erleuchtung" der Juden verfasst. Und hierbei ging es genau um jene Kreise, die jetzt ob ihrer Rehabilitation im Mittelpunkt des Skandals stehen.

 

 

Dummheit ist die größte Verschwörung

Bekanntermaßen gibt es die Suchmaschine Google.
Bekantermaßen gibt man Suchbegriffe ein und entscheidet, ob das gesamte Web, nur Seiten in der eigenen Sprache oder nur Seiten aus dem eigenen Land durchsucht werden soll.  

 

Man kann sich vorstellen, daß man bei kurzen Suchbegriffen, die nochdazu Allerwelts-Worte sind, viele Treffer findet.
Gibt man einen Suchbegriff aus 3 Buchstaben ein, z.B. Ort, und wählt dann noch "gesamtes Web" als Option, dann ist die Wahrscheinlichkeit, daß es viele viele Treffer zu diesen 3 Buchstaben gibt, sicherlich sehr hoch.

 

So ist es geschehen. Wäre dies einem normalen User aufgefallen, er hätte sich vielleicht gewundert und weitergesucht. Es ist aber einem selbsternannten Suchmaschinen-Experten geschehen und dieser wittert nun, da ein russischer Fernsehsender bei der Suche nach Ort an 1. Stelle gelistet wird, eine gewaltige russische Internet-Suchmaschinen-Manipulations-Verschwörung.

Und da die Netzbevölkerung Verschwörungen mehr denn Wissen liebt, stürzen sich alle QuerBlogger aus Klein-Bloggistan nun auf diese vermeintliche Aufdeckung, die ihrer Meinung umso mehr Hand und Fuß hat. als der Enthüllungs-Blogger vorgibt, russisch zu können, und es kommt zu einer unendlichen Zahl an Postings ob der bösen Russen, der Sinnhaftigkeit einer solchen Manipulation etc.

 

Da geht natürlich der Hinweis, daß ORT einfach das Akronym des russischen Fernseh-Senders ORT sei, unter. Das wäre ja zu einfach. Das bekommt man ja schon durch eine einfache Wikipedia-Suche heraus.
Da kann man sich ja nicht aufregen. 
Da wäre die Welt ja gar nicht böse. 

 

Nein, ich liste hier keine Links zu diesen sich selbst entblößenden Bloggern. 

ich bin unmodern

Wie Handys gehören MP3-Player mittlerweile zum Erscheinungsbild eines modernen Menschen.

heißt es da bei testticker.de , der Seite, wo die modernen Menschen auch kein richtiges Deutsch mehr können:

Trotz Umzugs nach Berlin fand das bekannte Verlagshaus noch Zeit, sich ein neues Internetportal zuzulegen.

GroßMoschee oder GroßKirche – was ist der Unterschied?

Der Perlentaucher zitiert Dieter Wellershoff, wie er sich in der FAZ äußert:
“Auch dem in Köln lebenden Schriftsteller Dieter Wellershoff ist nicht recht wohl beim Gedanken an die geplante Großmoschee im Stadtteil Ehrenfeld, und er bekennt, dass ihn “Filmaufnahmen muslimischer Großveranstaltungen, bei denen Massen gleichgekleideter Männer, dicht aneinandergedrängt, mit der Stirn auf dem Boden lagen, immer befremdet und abgestoßen (haben). Ich empfand diese hingestreckten Menschenleiber als eine kritische Masse unberechenbarer Energien, die von der lautsprecherverstärkten Stimme des Imans beherrscht und zu Teilen eines mächtigen Gesamtwillens verschmolzen werden.

Wenn ich richtig sehe, ist Köln doch eine recht katholische Stadt.
Was also ist also der Unterschied zwischen einer Großmosche und z.B. Fatima in Portugal?

Richtig! In Fatima liegen oder rutschen die Frauen gleich, aber schwarzgekleidet, auf dem Boden.

Das fand ich auch immer befremdend.
Die lautstärkerverstärkte Stimme stammt vom Priester, und den Gesamtwillen gibt es auch.

Was also ist der Unterschied Herr Wellershoff?

Online Presse im Werbe-Mantel

ich warte auf den Tag, da eine Zeitung ihrem Online-Auftritt gar keinen Platz mehr für redaktionelle Inhalte spendiert, sondern nur noch Werbung präsentiert.
Was denkt sich eine Redaktion, wenn über dem redaktionellen Teil und rechts davon 4cm breite Werbestreifen laufen?????

Das ist die neueste Sau, die durchs Dorf rennt.
Und wie immer wenn so etwas realisiert wird, wird es mit dem ominösen Leser-Kunden-Interesse legitimiert.
Das ist wie bei der Post, die jede Verschlechterung ihres Service mit Kunden-Forderungen begründet… (wir wollen kein Postamt in der Nähe mehr, wir wollen keine Zustellungen von lesefähigen und ortskundigen Zustellern mehr…)

und die TAZ macht den ganzen Scheiß nun auch mit. Und begründet ihre Selbst-Kastration mit den gesteigerten Erwartungen der Leser;=)
Meine Güte bin ich sauer. Demnächst verkaufen Sie mir Playstations und Klingeltöne

wo bleibt der Journalismus????

Ist das nicht eigenartig?

erst schwätzen diese Politiker unbedarft drauflos und hinterher bedauern sie unendlich die “Mißverständnisse”.

Erstaunlicherweise immer nur wenn es um die Vergangenheit der Alt-Nazis geht, die reingewaschen werden.

Ist ja nicht so ganz falsch

wenn ich statt “One Man Show” bei der Vorstellung der Lagerfeld-Ausstellung One Show Man lese

Wer sagts den Scheinheiligen?

Auf Nachfrage erklärte Ehrhart Körting schließlich, die Sicherheitslage habe sich durch die enorme Publizität des Falls nicht erhöht. Es gebe zwar weiterhin die abstrakte Sicherheitsgefährdung, aber keine konkreten Hinweise. Als auch er sich nebenbei für eine Wiederaufführung des Stückes ausspricht, bricht sich im Publikum eine Empörung Bahn, die schon lange in der Luft gelegen hat. Die lärmende Mehrheit braver Opernbesucher will offenbar eine mannhafte Entschuldigung des Senators. Es empört sie, wie Politik und Verwaltung die Intendantin erst zu einer falschen Entscheidung gedrängt, dann allein gelassen haben und am Ende über sie hergefallen sind. Was immer Harms jetzt sagt, es wird mit prasselndem Beifall quittiert.

Körting und Flierl sagen zu ihrer Verantwortung nur das Allernotwendigste und das schmallippig. Aber man sieht doch, die Sache bedrückt sie. Diese Gesellschaft, die dort auf dem Podium sitzt und stellvertretend für die ganze Gesellschaft bestückt ist, ist sich bei allen Unterschieden der Bedeutung der Freiheitswerte lebhaft bewusst. Jenseits der Schuldfrage weiß hier nun jeder, dass die Absetzung des Stücks falsch war. Es sind eben auch Dummheiten, die den Geist schärfen. Kirsten Harms ist bereit, Idomeneo wieder auf den Spielplan zu nehmen. Für diesen Fall, sagt sie, und nun strahlt sie, die Siegerin dieser Veranstaltung, in den Saal, “erbitte ich sehr herzlich ein schlüssiges Sicherheitskonzept.”

Die Berliner Zeitung resümiert die Berliner Diskussion,

der Tagesspiegel berichtet noch: Nachdem die Fernsehkameras der Veranstaltung ausgeschaltet waren, nutzte Intendantin Harms die Chance für ein persönliches Schlusswort. “Nach den ersten Presseveröffentlichungen war ich am Verzweifeln”, bekannte sie und bedankte sich beim Publikum für die vielen Briefe mit weitaus differenzierteren Meinungen, die sie in den letzten Tagen erhalten habe. “Dies machte es mir möglich, weiter zu inszenieren.” Am 15. Oktober hat Kirsten Harms Inszenierung von Alberto Franchettis Oper “Germania” Premiere.

Das freut mich für Frau Harms.

man plane nichts..

dpa meldet:

27 000 Kulturschaffende sind arbeitslos

BERLIN –

Im April waren in Deutschland knapp 27 000 Kulturschaffende arbeitslos gemeldet. Das teilte die Bundesregierung in ihrer Antwort auf eine kleine Anfrage von Bündnis 90/Die Grünen zu den Auswirkungen des Hartz-IV-Gesetzes auf Künstler und Kulturschaffende mit. …… Wie aus der Antwort weiter hervorgeht, plant die Bundesregierung keine Sonderregelungen in der Arbeitslosenversicherung zugunsten von Künstlern und Kulturmachern.

Wie denn auch, spätestens seit der Kanzlerschaft des Herrn G. Schr. ist ja die Kultur komplett aus der Wahrnehmung dieser unserer Repräsentanten geschwunden.

Gedenk-Schizophrenie

konstatiert die Berliner Zeitung

Der Bebelplatz ist zur Schaustätte einer neuen Gedenk-Schizophrenie geworden. Die einen feiern “Deutschland – Land der Ideen”, die anderen erinnern an die Sündenfälle unserer Geschichte. Die einen wissen nicht, was die andern tun, und da die Taten und die Untaten so eng mit einander zusammenhängen, drängen sie sich auf den selben Plätzen.

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Nochmal zu Kafka

es wird wahrgenommen, daß da eine Lücke gerissen wird. Die Fr schreibt darüber einen nachdenklichen, aber auch aufrüttelnden Bericht.

Und ich stelle fest, daß ich zu der kleinen Minderheit gehöre, eine unter 10.000, die in Deutschland diese wunderbare Zeitschrift, und auch so notwendige Zeitschrift, abonniert haben.

Es wird nur nicht deutlich, wie gross die Minderheit der zahlenden Abonnenten ist, zu der ich auch gehöre. Immerhin 15,00 EUR pro Jahr, das ist ein Betrag, hätten alle deutschen Abonnenten das bezahlt, 10.000 x 15 = 150.000 EUR, dann hätten drei Hefte finanziert werden können.

Aber die Abonnenten mucksen sich nicht, raffen sich nicht auf, es ruft sie keiner auf dazu, wer auch? weiterlesen »

keiner will Gott

aber alle wollen einen Papst

Grün: nicht schlauer, sondern genauso dumm, das aber mit Prinzip

Wie soll man das verstehen? Was für ein Interesse hat ein Stadtoberhaupt, die Einrichtungen seiner Stadt schlecht zu reden?

Tatsächlich können einem das Rätsel nur andere Politiker lösen, wenn sie mal eine redselige Minute haben.

Es ist, so sagen sie dann, für einen Politiker, und zwar egal welcher Couleur, grundsätzlich karrierefördernd, gegen Kultur zu sein. Es macht sich einfach gut, gegen die Subventionsverschwender von der Kultur harte Schritte anzukündigen und gegen die aufsässigen Bittsteller Entschiedenheit zu demonstrieren. Jeder Politiker wäre gern entscheidungsfreudig und verantwortungsbewusst – wenn er gegen die Geldverschwendung in der Kultur wettert, meint er, diese Rolle trefflich auszufüllen.



Aus der FR vom 18.03. über den Freiburger Bürgermeister