Kategorien: Hamburger Verwüstung

trägt er schwer?

„Soweit diese Probleme in meiner Amtszeit liegen, trage ich dafür die Verantwortung im Guten wie im Schlechten“.

Ich frage mich immer, wie das “Verantwortung-Tragen” aussieht, wenn ein Politiker wie nun Herr v. Beust ob seines philharmonischen Desasters davon spricht und sie sogar übernimmt.

Verhebt sich der Politiker? Den angerichteten Schaden trägt ja der Steuerzahler, was also?

 

da gab es mal einen Bürgermeister in Hamburg,

der war nur ganz kurz im Amt, wird aber seither durch fortgesetzten Ausbau seines privaten Wohnhauses zu einem Hochsichertrakt auf Kosten des Hamburger Steuerzahlers “sicherheitsverwahrt” und der regt sich nun auf über die Politik der Bundesregierung zum Thema “Sicherheitsverwahrung”

Sollen alle so komfortabel wie er weggeschlossen werden?

Na dann

wird ja alles gut.

Der Bergedorfer Bahnhof ist eine “Elbphilharmonie” im Kleinen. Pfusch, Fehlplanung, Ignoranz, eine lange Liste der Zumutungen, die die Benutzer aushalten mussten in den 15 Jahren Bauzeit (15 Jahre!!!) kommt da zusammen.

Wenn der Bahnhof fertig ist, versprechen die VHH helle Innenräume und “Annehmlichkeiten”. Ein Beispiel: Wer von der City-Seite den Bahnhof betritt, sieht im ersten Stock die große elektronische Anzeigetafel, auf der alle Buszeiten angegeben sind.
Wer dann noch ein bisschen Zeit hat, kann sich zu McDonald’s setzen und hat die Tafel im Auge”, sagt der VHH-Sprecher.

Wenn a dann alles fertig ist, kann man zu MacDonalds gehen. Ist doch toll.

Quelle: Hamburger Abendblatt

So kann mans auch drehen …

Da hat die Hamburger Werbewirtschaft eine (Werbe-)Idee, will eine große nackte Pin-Up-Tussi aus Styropor in die Binnenalster legen, um auf Hamburgs Werbewirtschaft hinzuweisen, gibt das natürlich als Kunst aus, sonst würde es ja nicht genehmigt.

Der Leiter des Bezirksamts Mitte riecht den Braten und untersagt die Aktion.
Die Behörde für Stadtentwicklung und Umwelt, Senatskanzlei und Kulturbehörde gehen auf den sexistischen Leim und genehmigen die Aktion.
Und kein Argument ist zu armselig und zu blöde, um das irgendwie hinzubiegen. Und um auch noch ein anderes unterentwickeltes Hamburger Thema, die Umwelthauptstadt, zu verargumentieren:

“Wir sind für die Alster und ihre Nebengewässer zuständig”, sagte der Sprecher der Behörde für Stadtentwicklung und Umwelt, Volker Dumann. “Und wir fanden die Idee frech und witzig.” Zumal eine direkte Werbung nicht erkennbar sei. “Das zuständige Fachamt hat zudem befunden, dass die Badende auch als Hinweis auf das saubere Alsterwasser gelten könnte. Und das passt im Jahr der Umwelthauptstadt gut.”

Um die von der Kosmetikindustrie finanzierte Oberpeinlichkeit noch zu toppen, kann das Teil nicht mal ordentlich zu Wasser gelassen werden.

Die vom Abendblatt befragten Passanten allerdings waren diesem Objekt auch nicht gewachsen:

“Ich habe mich gefragt, was das soll”, sagte die 19-Jährige. Begeistert ist sie von dem Projekt nicht: “Kunst hat in der Alster nichts zu suchen.” Ähnlich sehen das Lars Bednorz, 34, und Susanne Möhl, 36. Sie sind auf der Durchreise in der Hansestadt und waren froh darüber, dass die Nixe noch nicht auf der Alster schwamm. “Die würde doch hier nur stören”, sagen sie. Es gibt allerdings auch positive Stimmen. Der Hamburger Halis Gülender findet die Idee gut: “Das sieht doch bestimmt schön aus.”

Was lernen wir daraus? Folgende Thesen stelle ich mal auf:

  1. Hamburgs Verwaltung hat kein Rückgrat, kein Kunstverständnis und ist für jeden Scheiß zu haben
  2. Die umsetzenden Techniker / Ingenieure oder wer auch immer verstehen ihr Handwerk nicht
  3. Die Bevölkerung läßt sich einreden, daß das Kunst sei und sieht sich in den Vorurteilen gegen Kunst bestätigt. Hier haben die Werber eindeutig versagt, hätten sie gleich zugegeben, daß das Werbung ist, hätte jedenfalls die “befragte Bevölkerung” nichts dagegen gehabt. Werbung geht ja immer. Wo sonst wenn nicht in Hamburg?
  4. Sexismus geht auch immer.

Hamburg, du Schöne, du warst mal schön. Jetzt bist du nur noch blöde.

PS: das Abendblatt fasst die Intention dieser Aktion so zusammen:

Das Kunstprojekt Bade-Nixe sollte von Montag an für zehn Tage in der Binnenalster schwimmen und daran erinnern, dass die Hansestadt und das Wasser zusammengehören.

Für mich gehen da ganz andere Dinge zusammen: Dummheit, Sexismus, Rückgratlosigkeit.

Quelle:  Abendblatt

Und nu? Weiterklauen?

so fragt Jimmy das Gummipferd auf einem großen Wahlplakat an vielen Stellen der Freien und Hansestadt Hamburg.

Und nu? Weiterklauen?

Tja, was nu?

Weiterklauen, liebe CDU! Hamburg hat noch ein bißchen was, was man unter Preis den Freunden zuschanzen könnte!

PS: Die Grafik ist von der Wahlkampfseite der CDU, www.cduhamburg.de, erlaubterweise heruntergeladen worden,  und diese Seite sollte man nicht mit www.cdu-hamburg.de verwechseln, da gibt esnämlich gar keinen Ahlhaus und Wahlkampf auch nicht  …

mit solchen Webseiten

versucht die Freie und Hansestadt Hamburg das Geld hereinzubekommen, das sie für die Anschaffung der 112 Millionen Euro teuren Software für die Sozialbehörde braucht.

Webportal der Freien und Hansestadt Hamburg

Wieder einmal ein Beispiel für den verantwortungslosen Umgang der Hamburger Regierung mit dem Geld der Bürger.

Ich arbeite seit mehr als 20 Jahren in einer Software-Firma für Große Verwaltungen und weiß, daß dieser Preis absolut überzogen ist. Hat sich da der Entscheiderkreis ein Beispiel an den für die Elbphilharmonie verantwortlichen Kollegen genommen?

Ich fasse beides nicht.

Das WebPortal ist einer Landeshauptstadt sicherlich nicht würdig, wirkt wirklich wie der verzweifelte Versuch dochnoch irgendwoher Geld zu bekommen, das an allen Ecken und Enden fehlt.

Wer behauptete, Sozialdemokraten könnten nicht mit Geld umgehen? Diese Hamburger CDU kann prima mit Geld umgehen, nämlich mit dem der Bürger. Wir wissen nur nicht, in welchen Taschen es landet.

Wenn man glaubt, sich “Umwelthauptstadt” nennen zu müssen

ohne es tatsächlich zu sein, dann ist es klar, daß man 500.000 EUR für

“situationsbedingte Beratung in der Konfliktkommunikation” sowie “gegebenenfalls erforderliche Anpassungen des Kommunikationskonzepts”

einplant und einer Werbeagentur zuschanzt.

Das Geld kann man dann ja in Altona im Museum abholen.

Wir haben es ja.

Quelle:  SPD kritisiert Senat für Millionenauftrag an Werbeagentur

Jeder, der Projekt-Verhandlungen kennt und Projektarbeit macht, weiß doch sofort Bescheid, wenn 50% eines Etats für solche Reptilienfonds eingeplant werden.

Wie gut hat es die Hamburger CDU,

daß die Koalition beendet ist.

Da kann man den Herrn Nonnenmacher weitermachen lassen und der parlamentarische Untersuchungsausschuß zur Elbphilharmonie kann gerade noch mal Herrn Stuth vorladen, der ja zu dem Deseaster am wenigsten zu sagen hat, und dann beendet er seine Tätigkeit.

Politik für den Bürger, sagt die CDU. Tja, fragt sich nur für welche Bürger?

Nun sind sie weg, die Grünen

da braucht man ja auch Herrn Nonnenmacher nicht mehr vor den Untersuchungsausschuß zerren, da kann man ruhig weitermachen.

Die Herren von der CDU vergessen dabei, dass sie sich wieder einmal an der Wahrheit vorbeilügen.

Aber nicht mehr lange.

Welche Fahne? Welcher Wind?

Herr von Beust führte einen personenbezogenen Wahlkampf, den er gewann, weil er zum “Bürgermeister der Herzen” der bescheuerten Hamburger wurde, die ihn dafür wählten, daß er den von ihm in den Senat geholten unheilvollen Schill entlassen hatte.

Dann schmiß er hin und trat zurück, mit Bibelzitat. So etwas nennt man Fahnenflucht.
Nun, da die GAL die Koalition aufgekündigt hat und Neuwahlen anstehen, meldet er sich zurück.

Ich stehe zur Fahne. Die CDU kann sich auf mich verlassen

Welch verluderter Sprachgebrauch. Welche Hybris.

Die CDU kann sich auf ihn verlassen? Aber der Bürger? Lieber nicht.