Kategorien: Grundsätzliches

“Man muss selber wissen,

was man macht und das muss man verantworten”,

vor was will dieser Bundespräsident sein Wissen verantworten? Vor seiner Selbstgerechtigkeit?

Ein Minister-Präsident, der die Hypotheken für sein Haus nicht selbst zahlen kann und deshalb wohlwollende Vorzugskredite befreundeter Industrieller annimmt, gerät zweifelsohne in den Geruch der Bestechlichlichkeit, auch wenn er sich bei der Anfrage im Landtag mit haarspalterischen juristischen Argumenten meinte herausreden zu können.

Und so jemand wird Bundespräsident. Ein ehrenvolles Amt. Ein Amt, das von so würdigen Männern (leider keine Frau bisher)  wie Heuß, Heinemann, Scheel, von Weizsäcker ausgeübt wurde. Und das nun von diesem erbärmlichen Möchtegern-Berlusconi beschädigt wird.

Sie kriegen einfach den Hals nicht voll. Ersticken sollen sie an ihrer Selbstgerechtigkeit und Habgier.

In Jerusalem hat Jesus die Zöllner aus dem Tempel gejagt, bei uns sitzen sie noch in hohen Ämtern.

Kultur, Kunst, Glanz

Wenn es nur darum ginge, der Kunst Glanz zu verleihen, der ja immer eine Oberflächenangelegenheit ist, hat man das Wesen der Kunst falsch verstanden.

Frau Kisseler, die Hamburger Kultur-Senatorin.

Volkes Wunsch…

Also da wird eine Umfrage gemacht, wo Hamburgs Bürger am ehesten sparen würden.

Privat würden sie am Urlaub sparen. Öffentlich? An der Verwaltung (52%),  an der Kultur (29%),  aber eher nicht am Sport (10%).

Kann man nur sagen: Gut, daß es keine Plebiszite gibt. Und die jetzige SPD-Regierung in Hamburg wird  Kultur nicht kürzen.  Ein Bürgermeister, der auch auf Jazz-Festivals geht, hat sicherlich mehr Kulturverstand als die Befragten.

Quelle: Hamburger Abendblatt

da drängt sich eine Frage auf

Kriminelle Ausländer raus”

steht auf den hochgehängten Werbeplakaten der NPD in MeckPomm.

Aber: wohin mit den kriminellen Inländern?

Ich hörte und las da von einigen aus Demmin, aus Jarmel ..

Der NDR schaut in die Kristallkugel,

sieht die Wahlergebnisse der Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern voraus und lädt deshalb nur die Kandidaten zu Kandidaten-Duellen im TV  ein, die seiner Prognose nach Chancen haben, in das Amt des Ministerpräsidenten gewählt zu werden. Oder anders gesagt: er beugt sich der autokratischen Selbstherrlichkeit der Herren Sellering und Caffier.

Das ist in meinen Augen  eine unglaubliche Haltung, die der öffentlich-rechtliche Norddeutsche Rundfunk da vertritt.

Und es ist einfach unglaublich, daß die 2 Kandidaten der SPD und der CDU meinen, sie könnten entscheiden, welche Kandidaten im TV bei der Sendung teilnehmen können und welche nicht.

Ich bin zwar nicht Freund mit den Linken, aber ich meine doch, daß ein öffentlich-rechtlicher Sender den Verhältnissen im Lande verpflichtet ist.

Wieder einmal ein Zeichen für die parteipolitische Ausrichtung der “der Demokratie verpflichteten” Sendehäuser und für die diktatorische Selbstherrlichkeit der (noch) gewählten Politker.

Quelle: http://www.ostsee-zeitung.de/

mit gleichem Maß gemessen?

Ich betreibe ehrenamtlich eine Webseite für einen wundervollen armenischen Komponisten, Avet Terterian. Im Jahre 2003 fand die Premiere seiner Oper “Das Beben”  in München statt und fand auch Widerhall in der Presse.

Damals band ich einige Zeitungskritiken in die Webseite ein. Jahre später erhielt ich hochamtliche Schreiben von der FAZ und der Süddeutschen, welche relativ gleichlautend mir vorhielten, ohne Genehmigung ihre Artikel weiterzuverwenden. Eine hohe Strafzahlung wurde mir angekündigt. Nur mit viel argumentativem Einsatz und Löschen der betreffenden Passagen bin ich ohne zu zahlen davongekommen.

Zu Gutenberg nun hat bei beiden Zeitungen abgeschrieben. Diese beiden Zeitungen haben den Meinungsprozeß zur Aufdeckung des Plagiats zwar wacker begleitet, aber? Sie haben keine Strafanzeige gegen den Abschreiber gestellt. Da aber die Staatsanwaltschaft nur dann tätig wird, wenn einer der Betroffenen Anzeige erstattet, also z.B. die Süddeutsche oder die FAZ, scheint mir, daß hier mit zweierlei Maß gemessen wird.

Welches Interesse haben diese Zeitungen, gegen kleine “Sünder” vorzugehen, diesen feinen Herren aber davonkommen zu lassen?

In die Ecke, Besen! Besen!

Hat der alte Hexenmeister
Sich doch einmal wegbegeben!
Und nun sollen seine Geister
Auch nach meinem Willen leben.
Seine Wort und Werke
Merkt ich und den Brauch,
Und mit Geistesstärke
Tu ich Wunder auch.

Walle! walle
Manche Strecke,
Daß, zum Zwecke,
Wasser fließe
Und mit reichem, vollem Schwalle
Zu dem Bade sich ergieße.

Und nun komm, du alter Besen,
Nimm die schlechten Lumpenhüllen!
Bist schon lange Knecht gewesen:
Nun erfülle meinen Willen!
Auf zwei Beinen stehe,
Oben sei ein Kopf,
Eile nun und gehe
Mit dem Wassertopf!

Walle! walle
Manche Strecke,
Daß, zum Zwecke,
Wasser fließe
Und mit reichem, vollem Schwalle
Zu dem Bade sich ergieße.

Seht, er läuft zum Ufer nieder!
Wahrlich! ist schon an dem Flusse,
Und mit Blitzesschnelle wieder
Ist er hier mit raschem Gusse.
Schon zum zweiten Male!
Wie das Becken schwillt!
Wie sich jede Schale
Voll mit Wasser füllt!

Stehe! stehe!
Denn wir haben
Deiner Gaben
Vollgemessen! -
Ach, ich merk es! Wehe! wehe!
Hab ich doch das Wort vergessen!

Ach, das Wort, worauf am Ende
Er das wird, was er gewesen!
Ach, er läuft und bringt behende!
Wärst du doch der alte Besen!
Immer neue Güsse
Bringt er schnell herein,
Ach, und hundert Flüsse
Stürzen auf mich ein!

Nein, nicht länger
Kann ichs lassen:
Will ihn fassen!
Das ist Tücke!
Ach, nun wird mir immer bänger!
Welche Miene! welche Blicke!

O, du Ausgeburt der Hölle!
Soll das ganze Haus ersaufen?
Seh ich über jede Schwelle
Doch schon Wasserströme laufen.
Ein verruchter Besen,
Der nicht hören will!
Stock, der du gewesen,
Steh doch wieder still!

Willst am Ende
Gar nicht lassen?
Will dich fassen,
Will dich halten
Und das alte Holz behende
Mit dem scharfen Beile spalten!

Seht, da kommt er schleppend wieder!
Wie ich mich nur auf dich werfe,
Gleich, o Kobold, liegst du nieder;
Krachend trifft die glatte Schärfe.
Wahrlich! brav getroffen!
Seht, er ist entzwei!
Und nun kann ich hoffen,
Und ich atme frei!

Wehe! wehe!
Beide Teile
Stehn in Eile
Schon als Knechte
Völlig fertig in die Höhe!
Helft mir, ach! ihr hohen Mächte!

Und sie laufen! Naß und nässer
Wirds im Saal und auf den Stufen:
Welch entsetzliches Gewässer!
Herr und Meister, hör mich rufen! -
Ach, da kommt der Meister!
Herr, die Not ist groß!
Die ich rief, die Geister,
Werd ich nun nicht los.

“In die Ecke,
Besen! Besen!
Seids gewesen!
Denn als Geister
Ruft euch nur, zu seinem Zwecke,
Erst hervor der alte Meister
.”

Johann Wolfgang Goethe, Der Zauberlehrling

Das

Dr. plag. KT hätte der — geschrieben? so wenig als Newton eine physikalische Bibliotheck.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Ehrlos ist etwas ganz anderes als:

infame, infame ist gar nichts.Ich habe infame Leute in Gold und Silber einher gehen und fahren sehen, o was sage ich Gold und Silber, selbst im schwartzen Kleide habe ich noch neuerlich einen gesehen welches schwarz bekanntlich die Farbe der Unschuld ist, zwar nicht der poetischen aber gewiß der pracktischen.

Georg Christoph Lichtenbergh, Die Aphorismenbücher, E334

plagiarii

Daß die plagiarii so verächtlich sint komt daher, weil sie es im kleinen und heimlich thun. Sie solten es machen wie die Eroberer, die man nunmehr unter die honettesten Leute rechnet, sie solten platterdings ganze Wercke fremder Leute unter ihrem Nahmen drucken lassen und wenn sich jemand dagegen in loco selbst regt, ihm hinter die Ohren schlagen, daß ihm das Blut zu Maul und Nase heraussprüzt, auswärtige in Zeitungen Spizbuben, Cabalenschmiede, und Bengel schelten, sie zum Teufel weisen oder sagen, daß [sie] das Wetter erschlagen solle. Auf diese Art wolte ich meinem Vaterland weißmachen, daß ich den Nothancker geschrieben hätte.

Georg Christoph Lichtenberg, Die Aphorismenbücher, E331