Kategorien: Grundsätzliches

Kulturverachtung und Jugend-Anbiederung

Eine Kulturflatrate für Jugendliche? Prima, dachte man sich in Frankreich und strich für  Jugendliche unter 26 Jahren den Eintritt in den Louvre. 

Das Ergebnis dieser Anbiederei an den Jugendwahn? Streikende Museumswächter, die der stehlenden und marodierenden Jugendbanden im Museum nicht Herr werden.

Was du ererbt von deinen Vätern, erwirb es um es zu bewahren, sagte Goethe. Nicht: opfere es dem Pöbel.

Quelle: FAZ vom 12.04.2013

Deren (= Taschendiebe) Präsenz in den Museumssälen ist eine Nebenfolge der sozialen Kulturpolitik. Nicht die Sozialisten, sondern Sarkozys Kulturminister Frédéric Mitterrand hatte für Jugendliche bis 26 Jahren den Nulltarif durchgesetzt. Seither wird der Louvre von Roma-Jugendbanden heimgesucht, die die Besucher bestehlen. Weil die Diebe minderjährig sind, werden sie nach einer Verhaftung gleich wieder freigelassen. Sie beschimpfen und bespucken die Wärter, die deshalb bereits mehr als 150 Klagen eingereicht haben.

Aufklärung geht anders…

Man spricht viel von Aufklärung, und wünscht mehr Licht. Mein Gott was hilfft aber alles Licht, wenn die Leute entweder keine Augen haben, oder die, die sie haben, vorsätzlich verschließen?

Was Georg Christoph Lichtenberg in seinen Sudelbüchern, Band L, 469 so trefflich beschrieb, stimmt immer noch. Auch wenn die Sonne im Osten aufgeht, das Licht im Osten heller scheinen soll, in MeckPomm ist davon noch nichts angekommen. Da gibt es zwar zur Aufklärung einen Verfassungsschutz im Zuständigkeitsbereich des Innenministeriums, aber dieser und der Herr Minister selbst schließen ihre Augen. Wohl vorsätzlich.

Worum geht es? Der Verfassungsschutzbericht MV 2011 enthält nachweislich falsche Inhalte und darf deshalb so nicht veröffentlicht werden. Wenn Sie nun vermuten, daß die falschen Informationen NeoNazis, braune Landtagsvertreter oder anderes Gesocks beträfen, so irren Sie sich. Die Schlapphüte samt Minister sind wieder mal auf dem linken Auge blind. Engagierte Bürger werden zu Unterstützern linksradikaler Terroristen umgelabelt.

Die so Verunglimpften klagten dagegen.

Und bekamen Recht.

Nun klagt der Herr Innenminister gegen dieses Urteil. Und setzt dafür auf eine Anwaltskanzlei, die auch für die Scientology-Wirtschaftsverbrecher-Vereinigung / sprich Sekte arbeitet. Das allerdings habe man nicht gewußt. Ja, das Landesamt für Aufklärung ist ja auch anderweitig beschäftigt.

Ich komme noch einmal auf Lichtenberg zurück (J,400):

Was die wahre Freyheit und den wahren Gebrauch derselben am deutlichsten characterisiert, ist der Mißbrauch derselben.

Beleidigung / Pressefreiheit / Beschlagnahmung / …

da geht so Vieles durcheinander in diesen aufgeregten Tagen. Letzte Woche regten sich die Medien auf, weil der Ordnungsreferent der Stadt Augsburg von einer Augsburger Zeitung die Herausgabe der Personendaten eines Forumbenutzers verlangt hatte, von dem er sich beleidigt fühlte.

Was waren da wieder die höchsten Güter der Republik in Gefahr! Pressefreiheit in Gefahr, Beschlagnahmung, Durchsuchung schrie es da wild durcheinander.

Ich stelle mal zusammen:

  1. Artikel 1 GG: Die Würde des Menschen ist unantastbar.
  2. Eine Beleidigung ist eine Straftat, ein Antragsdelikt und muß auf Antrag des Beleidigten von den Rechtsorganen verfolgt werden.
  3. Das Posten in Foren fällt nicht unter die Pressefreiheit.
  4. Forenbetreiber stehen nicht außerhalb der Rechtsordnung und dürfen keine Straftaten decken.

Warum ich das aufliste? Schauen Sie sich das mal kurz an:

MP4

 

ZAPP ist ein Medienmagazin des NDR, das sich zur Aufgabe gestellt hat, schlechte Berichterstattung anzuprangern und den Medien auf die Finger zuschauen. Ich muß aber konstatieren, daß dies anscheinend nicht immer gelingt. In der Sendung vom 30. Januar 2013 jedenfalls

  • wird von Beschlagnahme geredet, obwohl die Herausgabe einer Adresse sicherlich keine Beschlagnahme ist
  • wird in vorlautem Ton der Beleidigte lächerlich gemacht
  • werden strafrechtliche Schritte eines Beleidigten gegen einen anonymen Beleidiger, der auch noch von der Zeitungsredaktion gedeckt wird, als Eingriff in die Pressefreiheit “weil da jemand Kaffee trinken möchte” gewertet.

Der interviewte Ordnungsreferent hat sich zugegebenermaßen hilflos ausgedrückt, aber rechtfertigt das diese Begriffsverwirrung? Dieses Aburteilen, dieses Besserwissen? Der Zeituhngs-Redakteur meint, der Beleidigte habe mit Kanonen nach Spatzen geschossen, ich meine in diesem Fall haben die Redakteure von ZAPP mit Kanonen, nun ja, mit Girlie-Vorlautem-Getue groß getöst.

Warum ich dies so ausführlich anführe? Ich bin selbst betroffen. Auf www.buchbestattung.de habe ich den Fall geschildert:

Amazon-Kommentar

  • ein Amazon-Kunde hat unter Pseudonym unter allen meinen Buchkommentatoren dort absolut beleidigende Kommentare gesetzt, nachdem ich auf eine Titel-Rechts-Verletzung bei einem selbstverlegten eBook hingewiesen hatte.
  • Mehrere Meldungen an Amazon mittels “Mißbrauch melden”-Button von mir und anderen Amazon-Usern zeitigten keine Reaktion.
  • Mails und Kontakt per Kontaktformular an Amazon blieben erstmal unbeantwortet.
  • Auf einen Anruf erfolgte ersteinmal nichts. Dann wurde der beleidigendste Kommentar gelöscht, die anderen seien von den AGB gedeckt… zuguterletzt hat dann aber ein Support-Mitarbeiter von Amazon alle Beleidigungen gelöscht, mir jedoch weiterhin die Herausgabe der Userdaten verweigert, da sie hohen Wert auf den Datenschutz legten.

Diese Antworten werde ich noch genauer dokumentieren. Jetzt bleibt mir aber wohl auch nur, eine Beleidigungsklage einzureichen und folgenden Schluß zu ziehen:

Amazon hält nicht, was sie den Nutzern zusagen, sie kümmern sich nicht um Beschwerden.
Amazon hält den Schutz der Personendaten (Name, Adresse) von offensichtlich beleidigend kommentierenden Nutzern für wichtiger als das berechtigte Interesse der Beleidigten.
Amazon deckt auf diese Weise die Beleidiger und schützt nicht die Beleidigten.

Das scheint ein Indiz zu sein für den Mentalitätswandel in unserer Gesellschaft. Der Ton ist ruppig, besserwisserisch und vorlaut und die Würde des Einzelnen gilt nichts. Einher gehend mit einem hohen Grad an Unkenntnis von Gesetz, Grundgesetz und weiteren allgemeinen Regeln und einer permanenten Aufgeregheit. Sehr unerfreulich das alles.

 

Politisch-korrekte Denklähmung

wenn man eine Frage stellt, ob ein Pferd ein Pferd sei, ist man dann schon ein Rassist?

wenn man die Frage stellt, ob die Gesellschaft mit einem Pferd umgehen könne, da man Rassismus befürchte, ist man dann schon ein Rassist?

Was ist das Denken doch quer geworden! Ich muß mal wieder bei Lichtenberg nachschlagen, was der dazu gesagt hätte!

Ich habe keine Lust jetzt den ganzen Tag diese unnötige Schein-Empörung über das asiatische Aussehen des Vize-Kanzlers in den Nachrichten vorgelesen zu bekommen,  mir fehlt die Diskussion über die Politik dieses Vizekanzlers, der, obwohl Mediziner, als williger Vollstrecker der Tabak-Industrie EU-Gesetze zum Raucherschutz blockiert… da gibts ja noch mehrere Beispiele für die unheilige Politik dieses scheinheiligen Liberalen.

Darüber sollte man sprechen. Auch wenn Karneval ist.

1798, eine Wohltat, in Europa geboren zu seyn

Unterdessen habe ich mir mit Niebuhr’s und Volney’s Reise nach Syrien und Ägypten die Zeit vertrieben, und ich rathe wirklich jedem der bei den jetzigen schlechten politischen Aspecten den Muth verliert, eine solche Lectüre; denn erst so sieht man, welche Wohlthat es bei alle dem ist, in Europa geboren zu seyn. Es ist doch wirklich unbegreiflich daß die belebende Kraft im Menschen nur in einem so kleinen Theil der Welt wirksam ist, und jene ungeheuren Völkermassen für die menschliche Perfectibilität ganz und gar nicht zählen. Besonders merkwürdig ist es mir, daß es jenen Nationen und überhaupt allen Nicht-Europäern auf der Erde nicht sowohl an moralischen als an ästhetischen Anlagen gänzlich fehlt. Der Realism, so wie auch der Idealism, zeigt sich bei ihnen, aber beide Anlagen fließen niemals in eine menschlich schöne Form zusammen.

Brief an Goethe,  Jena, den 26. Januar 1798

Friedrich Schiller

 

Ob er noch in den Spiegel schauen kann?

Herrn von und zu Guttenberg wehte Protest entgegen, Studenten und Professoren wollten nicht. daß er am Dartmouth College in New Hampshire eine Rede hielte. Sie protestierten und Herr v.u.z.G. sagte ab, aus persönlichen Gründen.

Ein Feigling, der mal Verteidigungsminister war!

Nun glaubt er aber an christliche Werte und an Wiedergutmachung. Im November 2012 wollte er den Studenten der Yale University etwas zurückgeben, da er ja mit seiner Plagiiererei den Studenten geschadet habe. Die wollten aber eigenartigerweise gar nichts von ihm bekommen und verliessen die Veranstaltung.

Wieviel er für den Titel Angesehener Staatsmann des Centers für Strategic and International Studies (CSIS) gezahlt hat, ist nicht herauszufinden. Auch nicht, wen  er wie als Internetberater der EU-Kommission so berät.

Quelle: DER SPIEGEL

Ich werde mir ein Beispiel nehmen

an Elearnor Roosevelt, US-amerikanische Präsidentengattin.

Great minds discuss Ideas.

Average minds discuss Events.

Small minds discuss People.

Sterben nervt. Töten nicht.

Die ARD hat eine Themenwoche, passend im November, zum Thema “Sterben” eingeführt.

Zugegeben, wenn ich die Programmvorschau durchlese, halte ich das auch für “ein wenig zuviel des Guten”.
Im Gegensatz zum krimi-gesättigten, nur ab und an von Schmonzes unterbrochenen  Standard-TV-Programm fällt das aber nicht ins Gewicht.

Ich bleibe bei meinem Urteil:

Eine Gesellschaft, die nichts anderes zu erzählen hat als das Töten, die nur von kriminellen  Dingen kündet, keine anderen Inhalte zuläßt, gräbt sich ihr eigenes Grab.

Ab wieviel gesehenen Morden ist die Gewalt-Hemmschwelle überwunden, wieviel gesehene Aggression führt zu gefühlloser Gewalt gegen Andere?

Können wir uns kein besseres Fernsehen vorstellen? Sind wir damit einverstanden, dass uns nur Mord und Totschlag, bescheuerte Kommissare und durchgeknallte Killer präsentiert werden? Wollen wir das?

Pubertär?

Wenn ein russischer Sänger in seiner Jugend sich aus Dummheit hat tätowieren lassen, dann schadet das seiner Karriere und er wird unter großem Presse-Geplärre in Bayreuth geächtet.

Wenn ein deutscher Gegenwarts-Künstler in permanenter pubertärer Tabu-Bruch-Allüre totalitäre Systeme und deren Symbole aufgreift, um ein aufregbares Feuilleton zu schocken und sein Ego zu stärken, dann ist das große Kunst und wird in Bayreuth ohne Bedenken protegiert.

Meese hat in seinen Werken immer wieder gezeigt, dass Symbole für ihn eine zentrale Bedeutung haben. Er arbeitet damit, verändert sie. Und darum geht es doch in ‘Parsifal’. Der Gral, der Speer, die Wunde, das sind ganz starke Symbole, für die man heute ein eine Deutung finden muss. Das erwarten meine Schwester Eva und ich uns von Meese.

sagt Frau Katharina Wagner in einem nur Abonnenten der WELT zugänglichem Interview, deshalb hier zitiert aus dem Perlentaucher.

Wer hat da die Deutungshoheit? Oberpeinlich.

Protest der Gesellschaft für Geographie und Völkerkunde, Lübeck

Die Gesellschaft für Geographie und Völkerkunde Lübeck hat ein Protestschreiben veröffentlicht und am 25.06. gegen die geplante Veräußerung der Bestände protestiert. Ich gebe hier diesen Protestbrief wieder.

Wir protestieren
gegen die Veräußerung
von Teilen der Völkerkundesammlung !

Worum geht’s?

Im Zeughaus am Dom lagert die Lübecker Völkerkundesammlung: 26.000  Objekte aus aller Herren Länder. Ein in Fachkreisen weithin geschätztes Archiv von Zeugnissen anderer Kulturen. Ein Kultur- und Bildungsgut ersten Ranges. Leider ist das zugehörige Museum seit 2007 geschlossen, so dass diese völkerkundlichen Schätze nur noch wenige Monate jährlich besichtigt werden können. Nun besteht auch noch die Gefahr, dass Teile der  Völkerkundesammlung verkauft werden. So plant es die Hansestadt Lübeck, um Haushaltslöcher zu füllen. Das darf nicht sein!

Warum darf das nicht sein?
Das Lübecker Kulturerbe und Bildungsgut würde in seiner Substanz geschmälert.
Die Völkerkundesammlung wird bis heute bereichert durch Schenkungen und Vermächtnisse kulturbewusster und weitgereister Mitbürger. Welcher Spender, welche Spenderin würde der Völkerkundesammlung noch seine/ihre Kostbarkeiten vermachen, wenn er/sie befürchten müsste, dass die Hansestadt Lübeck sie irgendwann verkauft?
„Die öffentlichen Sammlungen unserer Museen gehören allen Bürgern. Sie stehen nicht zur Disposition von Politikern und Haushältern, die finanzielle Löcher stopfen wollen.“ (Pressemitteilung des Internationalen Museumsrats vom 09.10.2006)

Warum liegt uns so viel an der Völkerkundesammlung?
Die Objekte der Völkerkundesammlung wurden von Lübecker Bürgern für Lübecker Bürger in der ganzen Welt gesammelt und sind Ausdruck des in dieser Stadt seit langem gepflegten Bürgersinns und ihrer Weltoffenheit.  Diese Geisteshaltung ist seit jeher integrativer Bestandteil lübeckischer Identität.
In diesen Zeiten der Globalisierung und verstärkten Migration finden Begegnungen mit anderen Kulturen nicht mehr nur auf Urlaubsreisen in fernen Ländern statt, sondern in allen Bereichen unseres Alltags und in der eigenen Nachbarschaft. Immer wichtiger wird dadurch die geistige Auseinandersetzung mit den Kulturen der Welt, das Verständnis für andere Lebensformen.
Die völkerkundlichen Objekte können einen eminent wichtigen Beitrag zum Verständnis anderer Kulturen leisten, aber auch zum kritischen Hinterfragen der eigenen Kultur.
Die Lübecker Völkerkundesammlung ist eine wichtige Grundlage für Forschung und Wissenschaft.

Darf die Stadt die Völkerkunde-Objekte überhaupt verkaufen?
Bis 1934 war die Völkerkundesammlung Eigentum der Gesellschaft zur Beförderung gemeinnütziger Tätigkeit. Dann wurde sie der Stadt zu treuen Händen übereignet, dabei aber eine weitere Veräußerung der Sammlung aus rein wirtschaftlichen Gründen ausgeschlossen. Für den Fall eines Verkaufs besagt § 4 des Vertrages der Gemeinnützigen mit der Stadtgemeinde Lübeck vom 26.03.1934: „ … und sollen insbesondere wesentliche Teile der Sammlungen nur im Interesse der Museen und nicht lediglich aus wirtschaftlichen Gründen veräußert … werden“.

Wir fordern daher den Erhalt der Völkerkundesammlung und die Wiedereröffnung des Völkerkundemuseums im Zeughaus!

Wer sind „wir“?
„Wir“, das sind die

Gesellschaft für Geographie und Völkerkunde zu Lübeck
und die folgenden Organisationen, die sie in dem Bemühen um die Völkerkundesammlung mit Rat und Tat unterstützen:

Deutsch-Ibero-Amerikanische Gesellschaft
Frau und Kultur e. V., Gruppe Lübeck
Lübecker Frauen- und Sozialverbände
Deutscher Frauenring, Ortsgruppe Lübeck
Overbeck Gesellschaft
Lübeck, 25.06.2012