aber für mich bedeutet ESC “Escape / Abbrechen” und nicht das hirnlose Gebrabbel rund um irgendwelche von der Musikindustrie geschaffenen Zombies. (Ist aber schon erstaunlich, wie schnell dieses Acronym etabliert wurde für den European Song Contest, ging genauso schnell wie das plötzlich in allen Sportschlagzeilen auftauchende Wort Relegationsspiel.)
Wie kann es angehen, daß selbst (noch relativ) angesehene Feuilletons / Magazine / Zeitungen über Moderatoren-Qualitäten richten und Hochrechnungen über angeblich zugeschaltete und eingeschaltete TV-Geräte endlos wiederkäuen?
Haben die Batterie-Zellen der TV-Fernsteuerung nun endgültig die Grauen Zellen ersetzt?
und der Bildungsauftrag der Öffentlich-Rechtlichen umfaßt nicht stundenlange Hofberichterstattung auf allen Kanälen.
Jeder Bürger wird gezwungen, Gebühren für die Rundfunkanstalten zu zahlen, aber niemand hat Einfluß auf die Programmgestaltung und die Verwendung des Geldes. Das ist ganz allein die Sache irgendwelcher quotengeilen Entscheidungsträger.
Die Öffentlich-Rechtlichen Fernsehanstalten der Republik Deutschland übertragen stundenlang die Hochzeit eines nichtssagenden Bürschchens mit einer magersüchtigen Tussi … anschließend wird das in jeder Nachrichtensendung xmal wiederholt.
Keine Chance bleibt dem zu entgehen. Und die blöde Antwort “Sie müssen das ja nicht ansehen” zieht nicht, denn ich bezahle das mit meinen Gebühren und Einfach nur Abschalten wäre ein Tolerieren. Ich will das aber nicht tolerieren.
Und ganz mal im Ernst: Wer soll das ansehen? Alle Arbeits- und Beschäftigungslosen vor die Glotzen? So schürt man Klassenhaß.
Aber vielleicht wäre das mal ganz gut. Wenn unsere Leute nur nicht so träge und eingelullt wären …
betreiben die Kulturhauptstadt-Metropolen-Möchtegerns und ihre Adepten, in bodenloser Pflichtvergessenheit und unanständigem “Ichwarsnicht”-Egoismus, und ich empfinde nur Abscheu.
Heutzutage kann man Ausstellungen zur Zeitgeschichte erarbeiten und einfach nur Bilder aus der BILD dazu heranziehen, ob diese manipuliert sind oder nicht. Das kann man sogar im Hamburger Kunstverein. Es ist ja alles so egal. Da kann dann schon mal der Redaktionsleiter den Kurator loben:
Florian Waldvogel, Sie haben ‘Bild’ begriffen, die Faszination ‘Bild’ begriffen, ‘Bild’ als Kunstwerk begriffen.
Und wie der SPIEGEL dazu anmerkt, hätte man sich für sowas früher geschämt.
dann ist es wirklich kalt, wenn man sich so verliest:
Touristiker setzen auf Erlebnisferien
"Wir entsprechen nicht dem klassischen Layout eines Museums. Aus wirtschaftlichen Gründen eines zuschussfreien Betriebes haben wir uns gemeinsam bewusst dagegen entschieden."
Das sagt der Leiter des Auswanderermuseums Ballinstadt in Hamburg.
Festzustellen ist, daß dieses Museum in Schwierigkeiten ist, nicht die gehypten optimistischen Besucherzahlen einfährt.
Festzustellen ist, daß die Freie und Hansestadt Hamburg für dieses Schaufensterpuppen-Event 6 Millionen dazugegeben hat.
Weiterlesen:BallinStadt bittet Behörde um Hilfe bei der Vermarktung
auch wenn man das "nachtreten" nennen könnte, aber es muss sein:
Auf der Medienseite entschuldigt sich H.L. dafür, dass das Michael-Jackson-Foto, das die FR in ihrer Printausgabe als letztes Foto von MJ auswies, in Wahrheit sechs Jahre alt war.
schreibt der Perlentaucher.
Warum soll man sich da entschuldigen? Für mich (Hessin) sah der schon immer ganz alt aus
Ein letztes Mal komme ich auf den sog. King of POP zurück, dann lass ichs gut sein und hoffe, daß es auch sonst gut wird, es reicht langsam.
Dieser Ausschnitt aus einem Bericht über den Klagenfurter Bachmann-Wettbewerb ist schon arg. Unterschwellig wird den Literaten, Juroren und anderen unterstellt, Herrn MJ nicht ausreichend gewürdigt zu haben. Muß man das denn?
Ich zitiere Elmar Krekeler aus seiner Glosse in der WELT:
Der sei doch schon seit zwei Jahrzehnten tot gewesen, entschuldigten sich die Literaten für ihre Missachtung des Popkönigs. Und mehr als ein gutes Album hätte der auch nicht gemacht. Mit Elvis gar nicht zu vergleichen.
Trauer trug allein Jurypräsident Burkhard Spinnen. Das dürfe eigentlich nicht sein, dass der jetzt tot sei. Der habe sein Leben, sein Talent verschwendet. Dass der jetzt tot sei, das mache jeden um die Fünfzig, jeden überhaupt, der in den Achtzigern sozialisiert wurde, auf einen Schlag ein ganzes Stück älter. Weil mit Jacksons Tod ein Stück Zeitgenossenschaft gestorben ist.
Weil Jackson unser Lennon war. Und größer als Haider.
Ist es Mißachtung, wenn man diesen Scheiß nicht mag, ihn nicht wahrnimmt, weil es einfach unwichtig ist, gezüchtete Marketingstrategie und Wirtschaftsschrott? Waum soll/muß ein Literat um diesen Trivialmist trauern?
titelt das Abendblatt und ich bin bestürzt daß erwachsene Menschen solch einen Scheiß über einen dahingegangenen Zombie verbraten.
wikipedia beschreibt Wiedergänger so:

Als Wiedergänger, auch Widergänger, werden unterschiedliche Gespenstererscheinungen aus verschiedenen Kulturkreisen bezeichnet. Die beiden Schreibweisen sind das Ergebnis einer Gelehrtendifferenzierung im 17. und 18. Jahrhundert. Sie beziehen sich nicht auf unterschiedliche Erscheinungsformen. Der Kern des Wiedergänger-Mythologems ist die Vorstellung von Verstorbenen, die – oft als körperliche Erscheinung – in die Welt der Lebenden zurückkehren. Sie sind den Lebenden meist böse gesinnt und unheimlich. Sei es, weil sie sich für erlittenes Unrecht (z. B. Störung ihrer Totenruhe) rächen wollen; sei es, weil ihre Seele auf Grund ihres Lebenswandels nicht erlöst wurde.
Wir erleben gerade dieses Phänomen in penetrantester Form.
Als ob eine Verschwörung zuschlägt und jeden Redakteur in welcher Anstalt auch immer zwingt, diesem unsäglichen Tropf hinterherzuweinen und uns Zuschauer zu molestieren.
Als ob dieser Mensch nicht schon Molestierung genug war. Und als ob es nicht gut ist, daß es jetzt ein Ende hat.