in herzlicher Glückwunsch geht nach Berlin zu Herrn Türschmann, der seit drei Jahren flaniert und genießt.
Ein Mann, der mit Auge und Verstand Kunst sieht, empfindet, benennt…
Möge er noch viele Jahre Themen finden!
Kultur-Banal bedankt sich für viele Anregungen und wünscht allzeit trockene Füsse und heiteres Gemüt bei den Spaziergängen!
Reliquienkult gilt in aufgeklärter Kirchlichkeit als mangelhafte Glaubenshygiene. Im hochmodernen Konzertsaal des SWR erlebte ein vollständig in deren Tatbestände versunkenes Publikum eine zweistündige Reliquienbetrachtung, wie sie in keinem Gotteshaus mehr zumutbar ist. War man hier etwa in der Kirche alter Zeit? Vielleicht, denn man war in der Kunst, wo diese noch Zumutung sein will.
ein Konzert im Freiburger Konzerthaus, Das Verrückte streifen
Messiaen, Haydn, Mosebach betitelt, und ich war leider eine Woche zu früh in Freiburg…
Der komplette Artikel in der Frankfurter Rundschau vom 19. Februar 2005
ist der Wolf-Ebermann-Preis des Internationalen Theaterinstituts (ITI)! für den Komponisten Avet Terterian.
Der (1994 verstorbene Komponist) erhielt den Preis posthum für die 2003 in München im Theater am Gärtnerplatz uraufgeführte Oper Das Beben.
Das Preisgeld wird die Witwe des Komponisten, Irina Tigranova-Terterian, für die Förderung armenischer Musik erhalten.
Was mich daran so freut: Ich “mache” seit 1998 die Webseite www.terterian.de, die ihm gewidmet ist und durch seine Musik bin ich inzwischen mit der Kultur Armeniens sehr verbunden. Aber das können Sie alles auf www.terterian.de und auch auf www.avantart.de nachlesen!
und eine kleine Ergänzung: Avet Terterian war 1995 Stipendiat im Künstlerhaus Wiepersdorf, das nun leider geschlossen wird (siehe vorheriger Beitrag)
Die Lage beim NDR jedoch ist offiziell zwar chronisch schwierig, aber aktuell entspannt. Schon angesichts der senderspezifischen, personalintensiven Verpflichtung, vier Bundesländer zu bespielen, wird an Streichungen nicht gedacht. Intendant Jobst Plog: “Die Situation ist durchaus kompliziert, aber in den Griff zu bekommen.” Man habe in den vergangenen Jahren beim NDR insgesamt weit über 500 Stellen abgebaut und Einsparpotenziale genutzt. Deswegen stünde aus heutiger Sicht weder die Einstellung von Programmen noch die Auflösung von Klangkörpern zur Debatte, so Plog. Gleichzeitig erteilte er aber auch einer seit langem in Hamburg kursierenden Vermutung einen Dämpfer: “Unabhängig von der Gebührenentscheidung sieht der NDR nach wie vor keine Möglichkeit, sich an den Baukosten einer Elbphilharmonie zu beteiligen.”
denn wer braucht diese kranke Form des hamburgischen Größenwahns, diese “Elbphilharmonie”??
aus dem Hamburger Abendblatt
Der Gedanke, dass eine Gesellschaft, die nur Geschichten erzählen kann, wenn Gewalt darin vorkommt, deren Fernsehprogramm keine erzählenden Themen außer Gewalt kennt, doch sehr arm dran ist ..
hat sich ein ganz klein wenig für mich relativiert. Seit 3 Tagen kann ich Antennen-Gebundener Fernseh-Empfänger endlich Arte und 3SAT empfangen und prompt habe ich zwei sehr schöne langatmige intensive Geschichten erzählt bekommen: das Porträt eines photographierenden Strassenkehrers und die Geschichte von der Wahlstimmenfängerin auf der Insel Kishi im persischen Golf.
Endlich kann ich diese Sender empfangen. Endlich fühle ich mich ernstgenommen und endlich genieße ich, fernsehmäßig ;=)
das, was wir hier so sehr vermissen, ist am 1. November in Moskau möglich geworden:
Radio Kultura ging online.
Mein Freund Anatoli Golubovski ist Leiter dieser Rundfunkanstalt, im Mai war ich beim Moskauer Festival “LongArms” dabei und konnte auch miterleben, wie die Konzerte für diesen Sender aufgezeichnet wurden.
Bald soll auch digital gesendet werden, vielleicht ein kleiner Ausgleich in unserer norddeutschen Kulturwüste?