wenn man ein Musikfestival veranstaltet?
Nun, das Usedomer Musikfestival schafft das, indem es alle Hörer von Radiostationen vereinnahmt, alle Menschen, die im Sendegebiet der Radiosender wohnen und dann noch die Bewohner der kleinen sonnigen Insel Usedom dazu… da kommt man schon auf eine solche hohe Zahl.
Verschämt nennt man ein "potentiell" vor der Zahl, aber das macht nichts, die Zahl bleibt hängen.
Und ich weiß jetzt, warum der Stau von Wolgast bis Zinnowitz zum Dauerstau wird… die wollen immer noch potentiell zu dem Musikfestival…
Leute, ein wenig tiefergestapelt hätte Eurem sympathischen Festival auch nicht geschadet!
Quelle: Die Ostseezeitung vom 8. Dezember 2009
und stellt uns ununterbrochen vor Probleme. Dringliche Probleme. Themen. Aufgaben. Überforderungen.
Da möchte ich bitte nicht permanent mit dem Freitod eines Fußballers belästigt werden.
durch die "Selbstverwirklichung"
In TimesMager der Frankfurter Rundschau wird eine Situation beschrieben, in der idealtypisch eine ältere Frau und ein junger Computernutzer "kollidieren".
Hier geht es um Raum, um einen Sitz- / Arbeitsplatz. Der junge Mann glaubt, nicht nur Anspruch auf einen SITZPLATZ sondern auch auf einen ARBEITSPLATZ zu haben.
Innenraum (Büro) annektiert Außenraum / Öffentlicher Raum (Höflichkeit ignoriert zudem).
Diese Verwechslung ist kein Einzelfall. Das gleiche Phänomen tritt auf bei der Verwechslung von Innen-Ohr und Öffentlichem Raum durch den Gebrauch von Telefonen, MP3-Spielern etc. Nur der eingenomme "Raum" ist etwas weniger greifbar, akustische Wellen kann man nicht mit Quadratzentimetern messen ;=)
Unhöflichkeit ist auch hier im Spiel.
im Zeitungsladen im Hamburger Hauptbahnhof sieht Sascha Lobo noch bescheuerter, ungepflegter und unsympathischer als in allen Vodaphone-Werbespots etc. aus
Wie kommt der Artikelschreiber auf solch eine bescheuerte Aufzählung der Trauergäste?
Auch die Regisseure Fatih Akin, Detlev Buck sowie Tom Tykwer und Hamburgs Kultursenatorin Karin von Welck (parteilos) und Filmfestchef Albert Wiederspiel erwiesen der Grimme- und Filmpreisträgerin die letzte Ehre.
Die Süddeutsche veröffentlicht einen Artikel der dpa, die sich wohl nicht ganz sicher ist was nun Namensbestandteil ist und was nicht, nur das von oder auch das (parteilos)?
Ich jedenfalls möchte diese Dame nicht auf meiner Beerdigung sehen, ob mit oder ohne Partei-Los
Der Freitag berichtet über den Jargon der Altershasser
Zu den dümmsten Reformbemühungen neben der Ersetzung von Text durch Musikteppiche gehören die Anpassungsversuche an den sehr kurzlebigen Jargon und die Moden des Tages.
Aber wartet nur, irgendwann werdet Ihr alle alt und dann werden wir ja sehen, wer noch besser drauf ist!
da wird einer, kaum der Klippschule entsprungen, zum Wirtschaftsminister, weil sonst keiner da ist, und, obwohl er wohl von altem Adel, reden viele von "frischem Blut".
Der Witz ist nur, er lebt genau die gleichen öden Klischees von etlichen Generationen vor ihm.
Er hat Gel im Haar, aber keine Klasse.
Dafür läßt Herr von und zu Möchtegern sich am Times Square fotographieren, hält Hof wie Paris Hilton.
Und ein Washington-Korrespondent der ARD gibt dann ellenlange Elogen von sich zu diesem Möchtegern-Staatsbesuch, wie gut er englisch könne (ja, Performance comes from Power oder so ähnlich wohl), wie er die GM-Bosse nach Washington zitiert habe etc.
Nachdem der Korrespondent genug Schmus abgesondert hat, antwortet er wortkarg auf die Frage, ob dieser Power-Super-OberGeil-Besuch denn irgendetwas bewirkt habe oder wenigstens ein bißchen wahrgenommen worden sei in USA,
nein, eigentlich nicht.
Tja, so sind wir. Wenn uns niemand liebt, dann finden wenigstens wir uns toll und die ÖffentlichRechtlichen sind halt nur Hofberichtserstatter.
In der Presse? Siehe hier, : Der kleine Baron in der grossen Stadt... gut gebrüllt, Löwe!
ihn erinnert hingegen der Selbstmord des schwäbischen Unternehmers an ein shakespearisches Drama, gibt er im Deutschlandradio. von sich.
Erstens gehen wir nicht mit dem Selbstmord um.
Zweitens ist der Herr an seiner Gier erstickt.
Und Drittens: was mich ganz besonders ärgert:
Die Rücksichtslosigkeit seines Selbstmordes.
Sich vor einen Zug zu werfen, traumatisiert Unbeteiligte, Dritte, die an seinem Versagen nicht schuld sind.
Die aber ihr Leben lang damit leben müssen.
11.12.2008 in:
EigenHype|Kommentare deaktiviert
Da kündigt das Hamburger Abendblatt eine Lese-Offensive an.
Aber worum geht es? Um eine Lese-Ecke, in der dann das Hamburger Abendblatt ausliegt.
Und wer bezahlt das?
Das Hamburger Abendblatt macht den Wind: Das Hamburger Abendblatt spendet Lese-Ecken für Schulen.
Die Schulen stellen den Raum zur Verfügung.
"Paten" zahlen die Abos.
Macht das Sinn? Ich meine nein. Hier wird unter falscher Flagge gesegelt.
- Es geht hier um weiterführende Schulen.
Das Lese-Vermögen muss aber in den ersten Lese-Jahren befördert werden.
Nur liest ein Erstkläßler eben kein Hamburger Abendblatt.
- Zeitung lesen ist nicht das ganze Lesen. Lesekompetenz wird beim Zeitungslesen benötigt, aber nicht durch Zeitungslesen herausgebildet.
Wer liest, braucht etwas Ruhe. Einen Platz, der zum Verweilen einlädt, der eine schöne Leseatmosphäre schafft. Das Hamburger Abendblatt wird für weiterführende Schulen Hamburgs solche kleinen Oasen schaffen, in denen Schüler ihr Abendblatt täglich finden können. Wir stiften Lese-Ecken für Schulen.
Schul-Marketing nennt man das. Und das ist eigentlich nicht erlaubt. Verlogen bis dorthinaus.
Nachtrag: In anderen Branchen nennt man so ein Verhalten "Anfixen".
Und interessant ist, daß sämtliche Kommentare zu dem Artikel (auch meiner natürlich) mitsamt Kommentarfunktion auf der Webseite entfernt wurden.
Da ist die Redaktion ja ganz nah am Geschehen!
da wagt es doch eine Billig-Telefongesellschaft, mich in einem Newsletter so etwas zu fragen und bietet mir mir irgendwelchen Promotionschrott als Aufregung an.
Welcher Zynismus muss da herrschen, daß Simyo so seine Kunden anspricht?
Tja, da sind die Herren mit den Legobaukästen ganz ganz schnell beleidigt und fühlen sich auf ihren richtig teuren Schlips getreten, wie man in der NZZ nachlesen kann:
Weil das Modell Dubai vielerorts Nachahmer finde, dürfe man es nicht nur belächeln, sondern müsse bei Ausschreibungen des Scheichs mitmachen, um bessere Bauten einzubringen, erklärte Reinier de Graf. Was er dann allerdings an Vorschlägen bot, fiel beim Auditorium als «pubertäre» Grossmannssucht durch. Schwer beleidigt war der Holländer. Lebendige Urbanität indessen sieht anders aus.
Wenn Blogger zusammenkommen, dann meinen sie, die “Journalisten der Zukunft” zu sein.
Und bestätigen sich das gegenseitig.
Dabei haben sie aber meistens das Wichtigste vergessen:
- daß sie nicht der Nabel der Welt sind
- daß Informationsvermittlung nicht reicht, wenn man keine Kriterien für Relevanz und Bewertung hat außer dem eigenen Ego
- daß Twitter keine Nachrichtenagentur ist
Die FAZ fasst es folgendermaßen zusammen:
Sollte die Berichterstattung binnen fünf bis zehn Jahren tatsächlich von alternativen Medien, etwa dem Bloggen und dem Onlinejournalismus, getragen werden müssen, wäre viel Arbeit zu leisten. Die Podiumsdiskussion reduzierte den Begriff des Journalismus auf den der Informations- und Nachrichtenübermittlung. Analyse, Reportage oder Essay sind Fremdgattungen in einem Diskurskosmos, der seinen Kurs ständig mit den neuesten technischen Fortentwicklungen abzugleichen hat und daher keine Zeit zu inhaltlicher Beschäftigung findet. Die Frage, welcher der Tagenden eine eigenständige Vorstellung einer wünschenswerten Zukunft entwickelt hatte, die sich nicht in der Anpassung an das erschöpft, was die Kommunikationsindustrie auf den Markt spült, wollte man da lieber nicht stellen.
und erhält einen treffenden Leserkommentar, der meine obige Aussage nur bestätigt:
bloggen hat sicher mehr zukunft als politisch korrekter alter Journalismus
Das schlimme ist ja, dass wir in den “alten” Medien nicht nur pc serviert bekommen sondern, dass anscheinend Zensur stattfindet und niemand sich in den Medien wehrt.
was ja eine unglaublich kritische und reflektierte Meinung ist…