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	<title>Kultur Banal &#187; der am meisten mi&szlig;brauchte Text</title>
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	<description>Ein Ventil für die tägliche Wut</description>
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		<title>da ist er wieder, der mi&#223;brauchte Text</title>
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		<pubDate>Sun, 21 Nov 2004 09:58:18 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Connie Müller-Gödecke</dc:creator>
				<category><![CDATA[der am meisten mißbrauchte Text]]></category>

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		<description><![CDATA[Welche Grenzen des guten Geschmacks aber durchbrochen werden m&#252;ssen, um Rilke bestsellerf&#228;hig zu machen, demonstrierte eine Kostprobe, gegen die jeder Heimatabend mit Liedgut auf der Hammondorgel einen schlanken Fu&#223; macht: Auf einem vierstufigen Podest r&#228;kelte sich J&#252;rgen Prochnow wie ein wild entschlossener Laiendarsteller, der f&#252;r sein erstes selbst gedrehtes Erotik-Home-Video noch etwas zaghaft &#252;bt. Auf [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><i>Welche Grenzen des guten Geschmacks aber durchbrochen werden m&uuml;ssen, um Rilke bestsellerf&auml;hig zu machen, demonstrierte eine Kostprobe, gegen die jeder Heimatabend mit Liedgut auf der Hammondorgel einen schlanken Fu&szlig; macht: Auf einem vierstufigen Podest r&auml;kelte sich J&uuml;rgen Prochnow wie ein wild entschlossener Laiendarsteller, der f&uuml;r sein erstes selbst gedrehtes Erotik-Home-Video noch etwas zaghaft &uuml;bt. </p>
<p>Auf einer Videoleinwand sah man Herbstlaub rascheln und eine sehr sp&auml;te Sonne sich in den Wellen eines Sees spiegeln. Eine Combo entlockte ihren Instrumenten schaurige Synthesizer-Kl&auml;nge &#8211; halb Kaufhauspop, halb Meditationsschmuh. Und J&uuml;rgen Prochnow sagte: &#8222;Wer jetzt kein Haus hat, baut sich keines mehr.&#8220;</i></p>
<p></p>
<p>aus der <a href="http://www.sueddeutsche.de/kultur/artikel/264/43221/">S&uuml;ddeutschen, </a> und <a href="http://www.kultur-banal.eu/?itemid=2">hier auch</a> bei Kultur-Banal h&ouml;chstselbst<span id="more-40"></span>Verleihung der Corine-Literaturpreise 2004</p>
<p></p>
<p>R&auml;keln und R&auml;tseln mit Rilke</p>
<p></p>
<p>&#8230; aber,aber: so schlimm war´s ja gar nicht&#8230; obwohl &#8230; wenn man sich´s genau &uuml;berlegt &#8230; also &#8230; es gab da Programmteile, gegen die jeder Heimatabend mit Liedgut einen schlanken Fu&szlig; macht. </p>
<p></p>
<p>IJOMA MANGOLD</p>
<p></p>
<p></p>
<p>Es gibt nur einen Kontext, in dem der Satz &#8222;Es war schon viel schlimmer&#8220; als glattes Lob durchgeht: Das sind jene zwei ber&uuml;hmt-ber&uuml;chtigten Buchpreis-Galaveranstaltungen, die sich aufs Panier geschrieben hatten, mit den Mitteln der &ouml;ffentlich-rechtlichen Fernsehunterhaltung etwas vom Glamour Hollywoods auf die Welt der B&uuml;cher und des stillen Lesens zu lenken. </p>
<p></p>
<p>Da man seinerzeit nicht willens und in der Lage war, sich auf einen Standort zu einigen, ging seit bald einem halben Jahrzehnt jeweils im Fr&uuml;hling der von G&uuml;nter Grass entworfene &#8222;Butt&#8220; in Leipzig &uuml;ber die Rampe, w&auml;hrend im November die Corine in M&uuml;nchen zur Verleihung kommt. </p>
<p></p>
<p>&#8222;Es war schon viel schlimmer&#8220;, hei&szlig;t in Bezug auf die Corine 2004, die am Mittwoch im M&uuml;nchner Prinzregententheater vergeben wurde, zweierlei: Dass es lange nicht so weh tat wie beim Butt in Leipzig, der sein &#8222;Aus&#8220; in diesem Jahr nicht zuletzt dem unerschrockenen Einsatz des MDR-Fernsehballetts und den Hitzewellen aus Scham, Pein und Verzweiflung verdankte, die das Publikum zu durchwehen pflegten; und zweitens, dass die Corine auch im Vergleich zu ihren eigenen Vorg&auml;ngerveranstaltungen nicht mehr ganz so schlimm ist. </p>
<p></p>
<p>Doch gibt es auch hier denkw&uuml;rdige Szenen zu vermelden, die sensibleren Naturen durchaus die Schuhe ausziehen k&ouml;nnen. </p>
<p></p>
<p>Gerne erinnern wir zum Beispiel das Rilke-Projekt, das in der Kategorie H&ouml;rbuch ausgezeichnet wurde. Schauspieler wie Katja Riemann, Heino Ferch oder Hannelore Elsner deklamieren, von Musik unterlegt, Rilke-Verse. </p>
<p></p>
<p>Welche Grenzen des guten Geschmacks aber durchbrochen werden m&uuml;ssen, um Rilke bestsellerf&auml;hig zu machen, demonstrierte eine Kostprobe, gegen die jeder Heimatabend mit Liedgut auf der Hammondorgel einen schlanken Fu&szlig; macht: Auf einem vierstufigen Podest r&auml;kelte sich J&uuml;rgen Prochnow wie ein wild entschlossener Laiendarsteller, der f&uuml;r sein erstes selbst gedrehtes Erotik-Home-Video noch etwas zaghaft &uuml;bt. </p>
<p></p>
<p>Auf einer Videoleinwand sah man Herbstlaub rascheln und eine sehr sp&auml;te Sonne sich in den Wellen eines Sees spiegeln. Eine Combo entlockte ihren Instrumenten schaurige Synthesizer-Kl&auml;nge &#8211; halb Kaufhauspop, halb Meditationsschmuh. Und J&uuml;rgen Prochnow sagte: &#8222;Wer jetzt kein Haus hat, baut sich keines mehr.&#8220; </p>
<p></p>
<p>H&uuml;bsch war auch die stringente Vergabe des Weltbild-Preises an die Autorin Patricia Shaw, deren Buch &#8222;Wind des S&uuml;dens&#8220; bei Weltbild erschienen ist. </p>
<p>Der &Ouml;konom Hans Werner Sinn konnte sich gar nicht genug tun, eine ganz sch&uuml;lerhaft-petzende H&auml;me &uuml;ber die Gewerkschaften auszugie&szlig;en &#8211; und als sei H&auml;me eine sch&ouml;ne Charaktereigenschaft wie Gro&szlig;z&uuml;gigkeit, Nachsicht oder Warmherzigkeit, bekam er f&uuml;r seine d&uuml;rren, anmutlosen Schm&auml;hungen Szenenapplaus. </p>
<p></p>
<p>Und der Redenschreiber des bayrischen Ministerpr&auml;sidenten k&ouml;nnte noch einmal bedenken, ob es wirklich die beste Formulierung war, vom ungarischen Literaturnobelpreistr&auml;ger Imre Kertész, der 1944 nach Auschwitz und Buchenwald deportiert wurde, zu sagen, ihn verbinde vieles mit Deutschland. Aber, wie gesagt, es war schon viel schlimmer. </p>
<p></p>
<p>SZ v. 19.11.2004</p>
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		<item>
		<title>Genau das meinte ich:</title>
		<link>http://www.kultur-banal.de/2004/09/genau-das-meinte-ich/</link>
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		<pubDate>Fri, 24 Sep 2004 19:28:02 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Connie Müller-Gödecke</dc:creator>
				<category><![CDATA[der am meisten mißbrauchte Text]]></category>

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		<description><![CDATA[Liebes GMX Mitglied, sollte irgendein Fernsehsender im Zuge der nicht enden wollenden Flut von Sendungen mit Titeln wie &#8222;ultimative Chart-Show&#8220;, &#8222;Hit Giganten&#8220; oder &#8222;Unsere Besten&#8220; dereinst auf die Idee kommen, die beliebtesten, sch&#246;nsten, besten oder bekanntesten deutschen Gedichte zu k&#252;ren &#8211; die Lyrik-Charts sozusagen &#8211; dann w&#228;re &#8220;Herbsttag&#8221; von Rainer Maria Rilke ein sicherer Anw&#228;rter [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><i>Liebes GMX Mitglied,</i></p>
</p>
<p><i>sollte irgendein Fernsehsender im Zuge der nicht enden wollenden Flut von Sendungen mit Titeln wie &#8222;ultimative Chart-Show&#8220;, &#8222;Hit Giganten&#8220; oder &#8222;Unsere Besten&#8220; dereinst auf die Idee kommen, die beliebtesten, sch&ouml;nsten, besten oder bekanntesten deutschen Gedichte zu k&uuml;ren &#8211; die Lyrik-Charts sozusagen &#8211; dann w&auml;re &#8220;Herbsttag&#8221; von Rainer Maria Rilke ein sicherer Anw&auml;rter f&uuml;r die Top 10. Kennen Sie nicht? Doch, bestimmt! &#8222;Wer jetzt kein Haus hat, baut sich keines mehr./ Wer jetzt allein ist, wird es lange bleiben&#8230;&#8220;</p>
<p>Ein wundersch&ouml;nes Gedicht, keine Frage. Trotzdem: Wer jetzt allein ist, muss es nicht bleiben. Allen, die an den kommenden strahlend sch&ouml;nen Herbsttagen nicht alleine durchs bunte Laub rascheln und die langen N&auml;chte nicht unbedingt ausschlie&szlig;lich in Gesellschaft umfangreicher Lyrik-Anthologien verbringen m&ouml;chten, haben wir dieses GMX Magazin zum Thema &#8220;Zweisamkeit&#8221; gewidmet. Sie k&ouml;nnen es aber auch alleine lesen.</p>
<p>Ihr GMX Team</i></p>
</p>
<p>Ich schlage dieses Gedicht f&uuml;r die Liste der <b>am meisten mi&szlig;brauchten Texte </b> vor</p></p>
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