In Hamburg fand die Jahreskonferenz des Netzwerk Recherche statt und neben der Verleihung der Verschlossenen Auster an die Atomwirtschaft, RWE, EnBW, Vattenfall und EON, gab es mannigfältige Diskussionen und einen Vortrag von Günter Grass.

Der 83-jährige Literaturnobelpreisträger sagte am Samstag als Gastredner bei der Jahreskonferenz der Journalistenvereinigung «Netzwerk Recherche» in Hamburg, das Auseinanderdriften in eine Klassengesellschaft mit verarmender Mehrheit, der staatliche Schuldenberg, die Ohnmacht der Politiker gegenüber der Macht der Interessenverbände sowie der «Würgegriff der Banken» mache es nötig, die Systemfrage zu stellen.

Es geht nicht darum, die Revolution auszurufen, sagte Grass. Es stelle sich aber die Frage:

«Ist ein der Demokratie wie zwanghaft vorgeschriebenes kapitalistisches System, in dem sich die Finanzwirtschaft weitgehend von der realen Ökonomie gelöst hat, doch diese wiederholt durch hausgemachte Krisen gefährdet, noch zumutbar?»

In der anschließenden Diskussion sagte er, er halte die Demokratie aber für reformfähig.

Quelle: Presseveröffentlichung nr