hat der deutsche Botschafter bei der Eröffnung des deutschen Pavillions auf der Biennale in Venedig nicht bedacht, oder er hat eine alte Diplomaten-Regel (und Lebensweisheit) einfach ignoriert.

Jedenfalls berichtet die FAZ in einem Kommentar über die aktuellen Sprachgepflogenheiten:

Im „Paradiso“ am Eingang der venezianischen Giardini trifft man, zwei Tage ehe die Biennale ihr Tore öffnet, auf Liam Gillick, den Briten, der eingeladen wurde, den deutschen Pavillon zu bespielen. Seine Bereitschaft, einige Sätze auf Deutsch vorzubereiten, sei eine Fehlinvestition gewesen. Denn amüsiert berichtet der Künstler, im deutschen Haus werde inzwischen nur noch englisch gesprochen. So darf es einen auch nicht verwundern, dass die Eröffnung des Pavillons zu einem grotesken Akt der Servilität geriet. Der deutsche Botschafter in Rom las seine Rede ausschließlich auf Englisch ab. Vielen verschlug es denn auch die Sprache, dass der Vertreter der Bundesrepublik sich nicht auf Deutsch und Italienisch ausdrücken wollte.

Ich kann es langsam nicht mehr einschätzen. Ist es Gedankenlosigkeit, Wichtigtuerei, falsch verstandener Kosmopolitismus
Ich weiß es nicht.
 

Erhielt ich doch gerade eine in englischer Sprache abgefaßte Einladung zu einem Konzert in Hamburg mit nichtenglischen Musikern, welches sich an ein nichtenglisches, nämlich an das Hamburger Jazz-Publikum, richtet. Warum ist es in Englisch abgefaßt? 

Ich wundere mich nur noch.