des Marktes ist das zwischenzeitlich Unschickliche nun wieder schick. Gut ist, was sich gut verkauft. Und da alle nur das Beste wollen, zieht die Presse mit. “

So schreibt die Berliner Zeitung über die Werbemaschinerie für Anna Netrebko.

Und Netrebko? Egal ob sie Rimskij-Korsakows Schneeflöckchen oder Tschaikowskys Tatjana im Munde führt, sie singt alles mit der gleichen, samtig schönen, milchglasmilden Säuselstimme, wie eine Elfe, die nicht Mensch werden kann. Kaum artikulierend, wirkt Netrebko wie gedopt, um die Gabe eigener Rede gebracht, eine selbst-lose Schönheit.

Netrebkos Gesang ist von Sprache und Körper gelöst, ihre Stimme vom Orchester umnebelt. Vielleicht ist es gerade das, was ihren Erfolg ausmacht: Gesang als neutrale Leinwand, der Projektionen jeder Art ungebrochen zurückwirft. Softpop-Hörer sind zudem an Stimmen gewöhnt, die durch die Nähe zum Mikrofon jeder Anstrengung enthoben werden. Und nach sprachlichen Formen fragt ja kaum jemand.

“Russian Album” bestätigt Westlern ihre Klischees von Russland.