sondern nur noch ein Shopping-Centrum mit störenden Bahngleisen dazwischen, jetzt machen Sie das am Flughafen auch so.

Der Fluggast ist nicht mehr wichtig, daß er schnell und reibungslos befördert werden kann, nein, er muss jetzt ersteinmal durch ShoppingMalls, wie ich das Wort hasse …

Die deutschen Flughäfen befinden sich nicht mehr nur im Wettbewerb untereinander, sondern treten auch gegen Innenstädte und Bahnhöfe an. Die Hamburger Shopping Plaza wird die Einzelhandelsflächen am Airport mehr als verdoppeln. Fluggäste sind spendabel, auch Besucher und Abholer sind für Einkäufe zu haben. Ein Umfrage am Flughafen ergab, dass schon jetzt über 35% aller Abholer etwas erwerben. Durchschnittlich kommen 50.000 Besucher täglich an den Flughafen, die langen Ladenöffnungszeiten lassen den Standort in Zukunft auch für Shopper aus der Umgebung interessant werden. Flieger, Gäste, Bringer, Abholer, Anwohner, Beschäftigte: Alle sollen amüsiert sein. meldet Telepolis

Shopping = Amusement??? Aber was hat das mit Reisen und Beförderung zu tun?

Nichts außer der Schlußfolgerung, daß nur noch wer konsumiert eine Lebensberechtigung hat, alle anderen Bedürfnisse und Verhaltensweisen sind dem unterzuordnen.

Ich finde diese Vergewaltigung der Menschen wieder mal zum Kotzen.

Architekt des Hamburger Flughafens ist seit über 18 Jahren das Büro von Meinhard von Gerkan. Er steht für bauliche Kontinuität und schien nicht ganz zufrieden mit dem neuen Projekt. “Eine Shopping Plaza entspricht nicht ganz meinen funktionalen Vorstellungen von einem Flughafen. Aber ich habe lernen müssen, dass es den Wünschen der Passagieren entspricht.” Der “konzeptionellen Bruch” und die “längeren Wege” werden durch das “Raumerlebnis der Architektur” ausgeglichen, hoffte Gerkan während seiner Rede zur Grundsteinlegung.

Die langen Wege sind Teil eines Konzepts, das den Fluggast als konsumierenden Flaneur sieht. Die Läden werden zukünftig möglichst offen gestaltet, so dass man wie zufällig durch sie läuft. In den Terminal 4 von Madrid-Barajas ist ein Beauty-Spa integriert, die Wege zu den Gates sind bewußt lang gehalten, an strategischen Stellen hängen Displays mit den Minutenangaben vom jeweiligen Standort bis zu den Gates. Selbst der Flughafen auf Mallorca verlegte vor dem Sommeransturm 2006 seine Sicherheitskontrollen vor die Shopping-Area. Die Zukunft am Flughafen heißt auch hier: “Shop till you drop.”

Wie gesagt, nicht die Beförderung des Menschen ist das ZIel. Und wiedereinmal werden die Opfer zu Tätern gemacht: Aber ich habe lernen müssen, dass es den Wünschen der Passagieren entspricht.

Ist das so? Wollen wir jeden Tag Beschallung im Bus, lange Wege zum Gateway, störende Shopper auf dem Weg zum Bahngleis? Perfide