Warum aber soll der, dem die ihn Tag für Tag umgebende Wirklichkeit genügt, der sich auch in den engen Grenzen seiner Sprachwelt heimisch fühlt, dem zum Ausdruck seiner Gefühle und Stimmungen der extrem reduzierte Wortschatz einer TV-Soap-Opera ausreicht, ausgerechnet Gedichte lesen und sie von Fall zu Fall auch noch memorieren? Dort wird wohl alle kulturkritische Aufklärung vergeblich sein. Wem das aber alles nicht reicht, wer der alles überragenden Bilderwelt der Medien trotzig einen wenigstens kleinen Damm mit immer präsenten, weil auswendig gelernten Versen entgegensetzen will, der bleibt der Faszination von Gedichten aus allen Zeiten und allen Räumen verfallen.

 

Carl Wilhelm Macke schreibt eine leidenschaftliche Verteidigung der Lyrik.

 

Mit vielen Worten. Aber die braucht es wohl, die Knappheit liegt dann wieder in der Lyrik.

 

Tut gut.