Irgendwie sind da alles Leute am Werk,
die nichts wissen, aber ungeheuer wichtig tun können. Die zum neuen “Format” einer theologischen Fernseh-Reihe sagen können, dass es ohne Stativ und Licht auskäme: Fragen über Fragen, die man alle dem WDR stellen möchte, der freilich auf seiner Internetseite über die Kameraperspektive der Gott-und-die-Welt-Reportagen nur verrät, dass sie ohne Stativ und Licht auskommt, “im Stil der Dogma-Filme”.
Dogma fällt ihnen ein, während sie gleichzeitig begründen, daß die Sendung “aus der Sicht des Zuschauers” und nicht mehr aus der “Sicht Gottes” oder so ähnlich gestaltet würde. Und die Zahl 7 im Titel sei ja auch mystisch.
Nichts verstehen, aber Verantwortung tragen. Solche Rundfunkleute sind mit schuld an der ständigen Verdummung. Und Überheblichkeit.
Der ganze Artikel Interessanter als die Ankündigung, wie die Sendung künftig auf die Welt schaut, ist die kühne Behauptung über die vergangenen Folgen. Sollte der WDR in den vergangenen 39 Jahren wirklich aus der Perspektive Gottes in und auf die Welt geschaut haben? Was für ein faszinierender Fokus! Ein Blick ins WDR-Archiv, und die jahrtausendealte Frage ist geklärt, wie Gott eigentlich die Welt sieht, wenn er doch alles zugleich sieht (einschließlich des WDR-Programms am Sonntag-Nachmittag, wo er seine Weltsicht dann noch einmal überprüfen könnte).
Die WDR-Ankündigung suggeriert, dass Gott von oben auf die Welt schaue; eine Vermutung, die schnell zu widerlegen ist, denn die Perspektive für oben mag für Überwachungssatelliten reichen, aber nicht für ein Wesen, dass auch in unser Unterstes und Inneres schauen kann. Die für uns Menschen schlüssigste (und oft formulierte) These ist, dass Gott über eine höhere Dimension verfügt, was allerdings heißt, dass wir seine Sicht nicht in den uns zugänglichen drei Dimensionen wahrnehmen können, erst recht nicht in den zwei Dimensionen des Fernsehbildschirms. Fragen über Fragen, die man alle dem WDR stellen möchte, der freilich auf seiner Internetseite über die Kameraperspektive der Gott-und-die-Welt-Reportagen nur verrät, dass sie ohne Stativ und Licht auskommt, “im Stil der Dogma-Filme”.
Am erstaunlichsten aber ist, dass uns der Perspektivwechsel als Fortschritt verkauft wird. Die traurige Wahrheit ist offenbar, dass das Wort Gott im Titel ein Quotenkiller ist. Die Marktforschung, jenes höhere Wesen, das wir verehren, hat es mit eherner Stimme verkündet. Stattdessen wirbt die Programmgruppe Religion nun mit dem ja noch vage religiösen Titel “Tag7″. Die Sieben sei im übrigens eine faszinierende mystische Zahl.
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