Nils machsts dir und TimesMager sagst dir
Nils ist Teil einer weithin um sich greifenden Werbestrategie, die versucht, den Kunden am Ich zu packen, um ihn dann möglichst nicht mehr loszulassen. Mittels direkter Adressierung macht man den Kunden zum Dauergesprächspartner, mit dem man in ein vampiristisches Näheverhältnis eintritt. Selbst die Service-Vermittlung folgt diesem Muster: “Da stehst Du im Stau, und dort musst Du Dich vor einem Flitzerblitzer hüten…”
Klar, man kann abschalten, eine schöne Hör-CD einlegen oder auf ein anachronistisches Wortprogramm hoffen, das sein Gegenüber allein durch die Wahrung einer gewissen Distanz ernst nimmt.
Wenn Du aber einschaltest, wirst Du damit leben müssen, dass immer irgendjemand versucht, es Dir zu machen. Widerstand zwecklos. Sie kriegen Dich. Bis zu dem Tag, an dem ihnen die Quote einen hölzernen Pflock mitten ins Herz rammt.
Besser kann man das Elend nicht benennen. Nur das Radio auslasssen.
FR, 13.10.2005
Kommentarfunktion abgeschaltet.