Schon bevor ich morgens um 06:45 meinen Platz im Frühstücksraum ausgesucht und eingenommen habe, stürzt eine Angestellte auf mich zu und erfragt meine Zimmernummer. Ich antworte ihr, daß ich diese ihr mitteilen werde, wenn ich mit dem Frühstück begönne und mich zum Buffet begäbe.
Am Buffet fehlen Eierbecher. Als ich danach frage, erhalte ich die Antwort, es kämen gleich welche, ich könne mir dann einen Eierbecher holen. Nicht, daß man ihn bringen könne.
Als ich dann vor meinem Frühstücksteller am Tisch sitze, gelingt es mir nicht, die Aufmerksamkeit der kaffee-ausschenkenden Angestellten zu erheischen, alle Krawattenträger ringsum haben sofort Kaffee eingeschenkt bekommen. Alleinreisende Frauen? Na, eine einzelne Frau am Frühstückstisch, die wartet doch bis ihr oder ihre Begleiter erscheinen und trinkt dann erst Kaffee.
Als ich mein Frühstück gerade mal zur Hälfte verzehrt habe, das Ei ebenfalls, stürzt ein agiler Kellner an meinen Tisch, fragt ob er abräumen dürfe (hat den Eierbecher schon in der Hand). Ich ergebe mich und gebe nach.
Drei Minuten später kommte eine der durch die Frühstückshalle streunenden Kellnerinnen an meinen Tisch, ergreift meinen Teller und fragt, ob sie ihn abräumen dürfe.
Mir platzt die Geduld und ich schnauze sie an, daß ich jetzt endlich endlich in Ruhe frühstücken möchte. D a das aber wohl unmöglich sei, räumte ich das Feld.
Ich möchte in Ruhe den Tag beginnen, nicht ständig vom Personal verstört und vertrieben werden.
Ach ja, das Frühstück schlägt mit 19,00 EUR zu Buche, daß man dafür ohne Personalintervention gerade mal ein Brötchen, ein Ei und eine Tasse Kaffee zu sich nehmen kann, macht die ganze Sache ja so lukrativ.
Diese permanente Abräumerei, welche wohl Dienstbarkeit demonstrieren soll, nervt mich total. Im Nürnberger Literaturhaus-Café nimmt die Kellnerin, während ich Zeitung lese, den Teller mit dem halben Stück Kuchen vom Tisch. Als ich den Kuchen zurückverlange, ist sie äußerst erstaunt.
In die gleiche Kerbe haut übrigends auch dieses unerhörte “GERNE” das seit einiger Zeit in die Kellnerhirne getrichtert ist ebenso wie das “SCHMECKTS?” wenn man gerade erst den ersten Bissen zu Munde führt…
PS: Dieses tolle Frühstück gibts in der Bürostadt Frankfurt-Niederrad in einem Hotel mit 2 Buchstaben, erlebt und erlitten habe ich das Ende 2008 (und damals auch aufgeschrieben, kam mir jetzt zwischen die Finger)
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Dienstleitstungsgesellschaft,
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